Nach Wadenproblemen zurück im Training

Hesse sieht Siegchance gegen Homburg

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Kai Hesse (links, hier im Trikot des FC Homburg gegen Bryan Gaul vom OFC) will für Dreieich gegen Homburg treffen.

Dreieich - Es ist eine Geschichte, die der Zufall schreibt. Aber für Kai Hesse ist es eine besondere. Der 33-Jährige ist vor zwei Wochen zum SC Hessen Dreieich gewechselt – vom Mitaufsteiger und Tabellenzweiten der Fußball-Regionalliga Südwest, FC Homburg. Von Jörg Moll 

Jener Klub, der am Samstag (14 Uhr) im Hahn Air Sportpark seine Visitenkarte beim sieglosen Tabellenletzten abgibt. „Ich war vier Jahre beim FC Homburg, hatte dort eine sehr gute Zeit“, blickt Hesse zurück: „Aber die Zeit ist vorbei und abgehakt.“
Was zählt, ist die Gegenwart. Und da wartet knallharter Abstiegskampf auf Hesse mit seinem neuen Klub. „Für uns geht es darum, Punkte zu holen“, sagt der frühere Offenbacher, der die Flaute im Dreieicher Angriff beenden soll. Lediglich vier Tore erzielte der SC Hessen in sieben Spielen – nur Elversberg hat noch einen Treffer weniger erzielt.

Für Kai Hesse, der nach Wadenproblemen diese Woche wieder ins Training eingestiegen ist, bietet sich am Samstag auch die Gelegenheit, wieder einmal Regionalliga-Luft zu schnuppern. Beim FC Homburg war der Angreifer, der in der Saison 2016/2017 noch Kapitän der Saarländer war, nach dem Wiederaufstieg nicht mehr berücksichtigt worden. „Der Trainer hat mir mitgeteilt, dass ich in seinen Planungen keine Rolle mehr spiele“, erklärt Hesse: „Das war eine absolute Enttäuschung für mich.“ Gerade hatte sich der Mann, der auch schon für 1899 Hoffenheim und den 1. FC Kaiserslautern höherklassig stürmte, von einer schweren Knieverletzung erholt. Statt Regionalliga Südwest stand nach der Ausbootung durch Trainer Jürgen Luginger Feierabendfußball mit der zweiten Mannschaft des FC Homburg auf der Tagesordnung. Viermal abends Training – auf Kunstrasen. Eine ziemliche Tortur für einen Fußballer, der bereits drei schwere Knieschäden hatte (Kreuzbandriss, zweimal Knorpelschaden). „Auch die Intensität ist eine ganz andere“, räumt er ein: „Das war eben Verbandsliga-Niveau.“ In fünf Spielen in der Saarland-Liga erzielte er drei Tore.

Kai Hesse, nicht verwandt oder verschwägert mit Dreieichs Rechtsaußen Uwe Hesse, weiß, dass er Nachholbedarf hat. „Ich muss so schnell wie möglich aufholen“, sagt er: „Jedes Training hilft mir.“ Schließlich will er mitwirken, dass der SC Hessen trotz des miserablen Starts (ein Punkt aus sieben Spielen) noch die Kurve kriegt, und wirkt zuversichtlich: „Wieso sollten wir nicht gegen Homburg was mitnehmen können?“, fragt er sogar. Kaum ein Dreieicher weiß besser um die Qualität der Saarländer. „Die Mannschaft ist sehr homogen, gut verstärkt worden und für mich ein Aufstiegskandidat“, stellt der 33-Jährige klar. Seine Hoffnung basiert darauf, dass seinen Ex-Verein einige personelle Sorgen plagen.

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„Wir wollen unbedingt etwas mitnehmen“, sagt Hesse. Und was, wenn ihm sogar ein Tor gelingt gegen den Ex-Klubs? „Dann würde ich jubeln, klar. Ich bin keiner, der sich dauernd aufs Vereinslogo klopft, aber diesen Verzicht auf Torjubel finde ich auch total überzogen.“ Es wäre übrigens der zweite Hesse, der bei seinem Einstand für den SC Hessen trifft. Uwe Hesse hatte beim 1:1 gegen Mitaufsteiger TSG Balingen debütiert und mit seinem Tor den ersten Punkt gesichert. Noch eine zufällige Geschichte, die ebenfalls besonders ist.

Voraussichtliche Aufstellung:

SC Hessen Dreieich: Kleinheider - Seegert, Streker, Rau, Landu - U. Hesse, Alikhil, Pezzoni, Klein - Lagator, K. Hesse

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