1:0 gegen Homburg beschert ersten Regionalliga-Erfolg

Großer Jubel nach „dreckigem Sieg“

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Denis Streker (hier im Zweikampf mit Patrick Dulleck) war eine der Hauptfiguren des ersten Dreieicher Regionalliga-Sieges: Erst traf der Innenverteidiger per Strafstoß zur Führung, später flog er mit Gelb-Rot vom Platz. Hinten links: Keanu Heagley.

Dreieich - Im achten Anlauf hat es endlich geklappt: Schlusslicht SC Hessen Dreieich hat mit dem hart erkämpften 1:0 (1:0)-Sieg gegen den FC Homburg den ersten Sieg in der Fußball-Regionalliga Südwest eingefahren. Die Erleichterung war bei allen Beteiligten groß. Von Jörg Moll

Rudi Bommer atmete tief durch, dann entspannten sich seine Gesichtszüge. „Endlich“, sagte der Trainer des SC Hessen Dreieich erleichtert lächelnd: „Dieser Sieg war sehr wichtig - für die Mannschaft und für den Verein.“ Sieben Spiele lang hatte Bommer erklären müssen, was jeweils zum Erfolgserlebnis gefehlt hatte. Am Samstag passte alles. Gegen den Mitaufsteiger FC Homburg, immerhin als Tabellenzweiter angereist, zeigte der SC Hessen erstmals, dass er konkurrenzfähig sein kann. Ausschlaggebend dafür war eine grundlegende Reform des eigenen Spielverständnisses. „In der Hessenliga mussten wir immer das Spiel machen, jetzt stehen wir viel tiefer“, erklärte Bommer.

Dreieichs Trainer hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 0:1 in Worms auf vier Positionen verändert. Für Nico Seegert, Daniel Henrich, Danny Klein und Tino Lagator kamen Kapitän Niko Opper (hinten rechts), Keanu Heagley sowie die jüngsten Zugänge Kevin Pezzoni und Kai Hesse. Im 4-1-4-1 agierte Pezzoni als einziger Sechser, Kai Hesse als Stoßstürmer.

Die Entschlossenheit, endlich den ersten Dreier einzufahren, war von Beginn an zu spüren, seltener in der Offensive, dafür umso eindrucksvoller in der Defensive. Giftig in den Zweikämpfen agierte der SC Hessen, nahm so den spielstarken Saarländern die Lust. Vor allem den gefürchteten Aufbau über die schnellen Außen unterbanden die Dreieicher erfolgreich. In der Defensive führten Denis Streker, Dominic Rau und Kevin Pezzoni resolut Regie. „Da hat man gemerkt, dass sie eine gewisse Routine mitbringen“, meinte Bommer. Dazu kam dieses Mal auch das nötige Spielglück. Nach dem Lattenfreistoß von Neubauer (31.) startete der SC Hessen den Gegenangriff. Kai Hesses Kopfballablage kam irgendwie zu Abassin Allikhil. Daniel Di Gregorio foulte den Mittelfeldspieler strafstoßwürdig. Denis Streker verwandelte cool ins rechte Eck (33.). „Es war wichtig für den Kopf, mal in Führung zu gehen“, meinte der 27-Jährige nach der ersten Führung überhaupt in einem Regionalliga-Heimspiel. Fortan war der Glaube da, das verschüttet gewähnte Selbstbewusstsein zurück, vor allem im Spiel gegen den Ball. „Es war ein dreckiger Sieg“, räumte Innenverteidiger Dominic Rau ein: „Aber den haben wir einfach mal gebraucht.“

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Rau hatte gemeinsam mit Streker und Pezzoni das Defensivspiel geordnet. „Das passt schon sehr gut zwischen uns“, freute er sich. Zum Leidwesen von Bommer wird das Defensivtrio am kommenden Samstag (14 Uhr) bei der SV Elversberg schon wieder gesprengt. Denis Streker muss eine Zwangspause einlegen. Nachdem er in der 38. Minute seine vermeintlich fünfte Gelbe Karte gesehen hatte, zeigte ihm Schiedsrichter Nikolai Kimmeyer (Karlsruhe) in der 57. Minute Gelb-Rot. „Es war mein zweites Foul“, ärgerte sich Streker. Für ihn rückte Pezzoni nach hinten und sorgte dafür, dass die Dreieicher sich nicht mehr vom Weg abbringen ließen. Erst recht nicht, nachdem auch Homburgs Daniel Di Gregorio Gelb-Rot gesehen hatte (76.). Mit großer Leidenschaft verteidigte der SC Hessen seine Führung und konnte sich auf Pierre Kleinheider verlassen. Der Torwart hatte schon bei Sven Söklers Freistößen (38. und 52.) herausragend reagiert.

„Auf diesen Dreier können wir aufbauen“, konstatierte Streker erleichtert. Sein Trainer sah es ähnlich. „Aber jetzt geht die Arbeit richtig los“, meinte Bommer. Nachdem die Defensive steht, will der SC-Trainer das Spiel nach vorne entwickeln. „Die Offensive ist verbesserungswürdig“, gab der 61-Jährige zu. Neben dem Strafstoß hatte Dreieich bis auf einen abgefälschten Freistoß von Uwe Hesse (79.) und einen harmlosen Schuss von Tino Lagator (82.) vorne wenig zu bieten. Aber das war an jenem historischen Tag für den SC Hessen allen egal.

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