Mittelfeldspieler sorgt für neue Ordnung

Pezzoni hat großen Anteil am Dreieicher Aufschwung

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Linksfuß Kevin Pezzoni ist im 4-4-2-System des SC Hessen Dreieich als Stratege auf der Doppelsechs ein Garant für die Erfolgsserie der letzten Wochen.  

Dreieich - Als Kevin Pezzoni Anfang September zum SC Hessen Dreieich wechselte, war der Regionalliga-Aufsteiger nach sieben Spielen mit nur zwei Punkten abgeschlagen Tabellenletzter. Von Jochen Koch 

Mit Neuzugang Pezzoni haben die Dreieicher nur eines von zehn Pflichtspielen verloren, den Anschluss ans Mittelfeld geschafft und im Hessenpokal das Achtelfinale erreicht.

„Überragend“, lautet das Zwischenzeugnis von Rudi Bommer für den 14. seiner insgesamt 15 Neuzugänge. „Kevin stellt für die Gegner aber auch für unsere Jungs etwas dar. Er hat Erfahrung und ist auf dem Platz immer präsent“, sieht Dreieichs Trainer in dem 29-Jährigen „einen absoluten Führungsspieler.“ Für den 1. FC Köln hat der Mittelfeldspieler 80 Spiele in der Bundesliga absolviert. Dazu kommen noch 31 Zweitliga-Spiele für Erzgebirge Aue, 90 Drittliga-Partien für Saarbrücken und den SV Wehen Wiesbaden in der 3. Liga.

Nach einem sechswöchigen Intermezzo in Griechenland bei Apollon Smyrnis folgt nun die Station beim SC Hessen. „Dreieich war für mich eine gute Entscheidung. Ich komme aus der Gegend, wohne nur zehn Kilometer weg, Ich fühle mich hier total wohl, das passt alles“, sagt Pezzoni. Mit seinen 194 Zentimetern und über 90 Kilogramm ist der rustikale Abräumer im zentralen Mittelfeld genau der Spielertyp, der das zuvor naive Auftreten der Dreieicher effektiv strukturiert, die Mitspieler dirigiert und für Ordnung sorgt.

„Ganz wichtig ist, dass er unserer Abwehr mit seiner Größe und Kopfballstärke vieles abnimmt“, sieht Bommer die Hauptaufgabe von Pezzoni in der Defensive. Doch inzwischen schaltet sich der gebürtige Walldorfer, der als 14-Jähriger von Eintracht Frankfurt nach England zu den Blackborn Rovers wechselte, auch immer öfter in die Offensive ein. Mit Erfolg zuletzt gegen den FSV Frankfurt, als er nach einem Eckball sein erstes Tor erzielte.

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„Wir wachsen als Mannschaft immer besser zusammen“, sagt Pezzoni. „Kompliment an die Mannschaft, wie sie sich nach dem schweren Start da unten rausgearbeitet hat.“ Das Spiel gegen den FSV Frankfurt war richtungsweisend. „Wir sind dran, haben uns rangearbeitet.“ Mit einem Auswärtssieg am Samstag beim SC Freiburg II könnte man weiteren Boden gutmachen. Dafür hat der Verein erstmals die Anreise einen Tag früher mit Übernachtung genehmigt. „Wir haben uns ein Ziel gesetzt, wie viele Punkte wir bis zur Winterpause holen wollen.“ Wie viele das sind, will Pezzoni „natürlich nicht verraten, aber wir sind auch punktemäßig auf einem guten Weg.“

Pezzoni ist fest überzeugt, dass Dreieich auch nächste Saison in der Regionalliga spielen wird. Denn dem erfolgreichen Transfer-Herbst mit den Verpflichtungen der Profis Kai und Uwe Hesse, Dominic Rau, Kevin Pezzoni und Constant Djakpa wird wohl ein ebenso ambitionierter Transfer-Winter folgen. „Ich gehe fest davon aus, dass wir für die Rückrunde noch zwei, drei Verstärkungen holen.“ Und dann „wird es bestimmt mit dem Klassenerhalt klappen“, ist Pezzoni überzeugt.

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