1:2-Niederlage beim SC Freiburg II

Hessen Dreieich verpasst rettenden Sprung

Dreieichs Innenverteidiger Ljubisa Gavric (rechts) im Duell mit Marvin Pieringer, der nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum 1:0 für den SC Freiburg II traf. (c)Foto: Hartenfelser

Freiburg -  Der Sprung über den Strich muss warten: Durch eine 1:2 (0:1)-Niederlage beim SC Freiburg II hat der SC Hessen Dreieich die Chance verpasst, in der Regionalliga Südwest einen Nichtabstiegsplatz zu erreichen. Von Christian Düncher 

Zu allem Überfluss droht auch noch der Ausfall eines äußerst wichtigen Spielers. Rudi Bommer ist kein Träumer. Am Samstag wünschte sich der Trainer des SC Hessen Dreieich jedoch, mit seinem Team in einer anderen Staffel der Fußball-Regionalliga zu spielen. „In Bayern würden wir zwischen Platz acht und zehn stehen“, sagte der 61-Jährige, der aus der Zeit als Coach von Viktoria Aschaffenburg genau weiß, wovon er spricht. Das Niveau in Bayern sei in der Breite nicht so hoch und auch die Reserveteams der Bundesligisten seien dort spielerisch schlechter, berichtete Bommer. Die 1:2 (0:1)-Niederlage seiner Elf beim SC Freiburg II, bestätigte ihn in seiner Auffassung.

Der SC Hessen war zwar von Anfang an darum bemüht, die Gastgeber frühzeitig unter Druck zu setzen, störte sie weit in deren Hälfte. Aber die spielstarken und ballsicheren Freiburger Talente fanden jedes Mal Lösungen. „Wir haben sie aber auch ballsicher werden lassen“, merkte Torhüter Pierre Kleinheider an, der die erforderliche Aggressivität vermisste. „Wir haben relativ schlecht ins Spiel gefunden“, gab er zu.

Bommer und sein Co-Trainer Ralf Weber steckten am Spielfeldrand bereits nach etwas mehr als einer Viertelstunde erstmals die Köpfe zusammen, „weil die Partie an uns vorbeilief“. Zu dem Zeitpunkt hatte Kleinheider mit starken Paraden gegen Rinaldi (9.) und Daferner (10.) bereits zweimal den Rückstand verhindert. Obwohl man extra einen Tag vorher angereist war, um ausgeruht zu sein, habe sein Team in der ersten Hälfte lange „wie im Schlaf“ gespielt, ärgerte sich Bommer. „Erst 20 Minuten vor der Halbzeit haben wir uns reingekämpft.“ Da führte Freiburg aber schon verdient 1:0 - durch den eingewechselten Marvin Pieringer (22.).

SC Hessen Dreieich verliert in Freiburg: Bilder

In der Pause schöpfte Bommer die ihm zur Verfügung stehende Zeit voll aus. Während die junge Freiburger Reserve (Altersschnitt: 21,5 Jahre/Dreieich: 28,8) schon wieder auf dem Platz stand, redete der Trainer des SC Hessen noch auf sein Team ein. Und das zeigte zunächst Wirkung. „Wir kamen nach der Pause richtig gut raus“, sagte Bommer, der nur sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff das 1:1 bejubelte. Doch die Freude währte nicht lange. Nach einer Ecke stand Niklas Hoffmann rechts im Strafraum völlig frei und traf per „Sonntagsschuss“ (Bommer) zum 2:1 für Freiburg ins lange Eck. Dreieich mühte sich danach zwar, aber die besseren Chancen hatten die konternden Gastgeber. „Ein Punkt wäre möglich gewesen, aber dafür waren wir in der ersten Hälfte zu bequem“, so Bommer.

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Bei einem Sieg hätte Dreieich erstmals auf einen Nichtabstiegsplatz klettern können. Stattdessen setzte es die erste Pleite nach zuvor acht Spielen in Folge ohne Niederlage. Zudem humpelte Kevin Pezzoni, die wichtige Säule im defensiven Mittelfeld, mit Verdacht auf Muskelfaserriss in der Wade vom Platz (75.). Heute soll eine Untersuchung genaue Aufschlüsse liefern. Der Trainer drückt die Daumen: „Sein Ausfall wäre für uns ein herber Verlust.“

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