Dreieich kassiert höchste Saisonniederlage

Mannheim eine Nummer zu groß für den SC Hessen

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Unaufhaltsam. Valmir Sulejmani traf zweimal gegen überforderte Dreieicher (von links Mateus, Djakpa, Kleinheider und Gavric). Hier bejubelt der Mannheimer sein Tor zum 1:0.

Dreieich -  Der Abschluss des Fußballjahres 2018 ist für den SC Hessen Dreieich gründlich daneben gegangen. 0:3 gegen den SV Waldhof Mannheim. Aber Trainer Rudi Bommer und die Spieler nahmen die höchste Niederlage des Jahres relativ gelassen hin. Von Jochen Koch

Zum einen, weil es eine souveräne Machtdemonstration des klar besseren Tabellenführers war. Zum anderen, weil die Dreieicher aufgrund der vielen Ausfälle (vier Stammspieler fehlten in der Startelf) ohne große Illusionen in dieses ungleiche Duell gegangen waren. „Wir haben völlig zu Recht 0:3 verloren. Waldhof Mannheim war die beste Mannschaft, gegen die wir in dieser Saison gespielt haben“, ließ Bommer keinen Zweifel am verdienten Sieg der Gäste.

Die Dreieicher hatten gehofft, mit einer kompakten Defensiv-Taktik die mit Abstand beste Regionalliga-Offensive zu bremsen. Doch die aufgrund der Ausfälle der etatmäßigen Innenverteidiger Dominic Rau und Denis Streker umgebaute Abwehrreihe konnte nur 30 Minuten die Null halten. Nach einem vom Wind jäh gestoppten Befreiungsschlag von Torwart Pierre Kleinheider ging es zu schnell für Dreieich. Drei Direkt-Pässe und dann schloss der überragende Valmir Sulejmani die Kombination zum 0:1 ab (28.). Das war schon die frühe Entscheidung für sehr konzentrierte, ballsichere und entschlossene Mannheimer gegen limitierte Dreieicher. Das spielstarke Mittelfeld und insbesondere Sturmspitze Sulejmani, zweitligaerfahrener (Union Berlin und Hannover 96) Nationalspieler aus dem Kosovo, demonstrierten immer wieder den Klassen-Unterschied zwischen der Spitzenmannschaft und dem um den Klassenerhalt kämpfenden SC Hessen Dreieich. Die Gastgeber waren nur in der Defensive beschäftigt. Das Spiel nach vorne konnte man niemals entwickeln. Die erste „gefährliche“ Aktion im Mannheimer Strafraum ergab sich in der 89. Minute.

„In der zweiten Halbzeit haben wir fantastischen Fußball gespielt“, schwärmte Mannheims Trainer Bernhard Trares von seiner Mannschaft, die im elften Auswärtsspiel den zehnten Sieg mit rund 1000 mitgereisten Fans feiern durfte. „So wie die gespielt haben, werden die sicher Meister“, sagte Niko Opper. Der Dreieicher Mannschaftskapitän ging aber trotz des 0:3 mit einem „guten Gefühl“ in die Winterpause. „Nach unserem schlechten Start sind wir wieder dran. Wir haben uns als Mannschaft sehr gut entwickelt. Ich bin guter Dinge, dass wir das fortsetzen können.“

Bilder: SC Hessen verliert gegen Waldhof

Auch Bommer wollte sich gar nicht lange mit dem 0:3 beschäftigen („Mannheim ist eine andere Liga“), sondern lobte seine Mannschaft für den „Gewaltakt, mit dem wir in den letzten Wochen den Anschluss geschafft haben. Unsere Position war aussichtslos, jetzt sehen wir Licht am Ende des Tunnels.“

Der erfahrene Trainer sieht gute Perspektiven, dass er mit dem SC Hessen den positiven Trend, der das Team seit September vom letzten Platz auf den ersten potenziellen Nichtabstiegsplatz geführt hat, auch im neuen Jahr fortsetzen kann. Nach Torwart Pierre Kleinheider, der seinen Vertrag bis 2021 verlängert hat, sollen weitere Leistungsträger länger gebunden werden. Und weil Bommer dann auch noch zwei, drei Verstärkungen verpflichten darf, ist er „überzeugt, dass wir am Ende über dem Strich stehen werden“.

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