1:1 nach Leistungsteigerung

SC Hessen Dreieich: Ein Zähler fürs Selbstvertrauen

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Nico Seegert (rechts) im Zweikampf mit dem Ex-Offenbacher Stefan Vogler. Der Zugang des SC Hessen Dreieich gab sein Startelfdebüt im defensiven Mittelfeld.

Dreieich - Aller guten Dinge sind vier beim SC Hessen Dreieich. Im vierten Punktspiel der Vereinsgeschichte hat der Neuling den ersten Punkt in der Fußball-Regionalliga Südwest erkämpft. Von Jörg Moll 

Beim 1:1 (0:1) gegen Mitaufsteiger TSG Balingen kam das Team von Trainer Rudi Bommer erst nach der Pause besser ins Spiel - und hätte beinahe aus einem drei Punkte gemacht.
„Ich bin nicht unzufrieden“, meinte SC-Vizepräsident Karl-Heinz Körbel. Für den Bundesliga-Rekordspieler der Frankfurter Eintracht (602 Spiele) war der Punktgewinn vor allem wichtig für das Selbstvertrauen. Ähnlich erleichtert war Rudi Bommer. „Die Jungs haben Moral gezeigt. Drei Niederlagen in Folge waren für uns eine neue Erfahrung“, meinte der SC Hessen-Coach, der sein Team zuvor in ein Kurztrainingslager gebeten hatte.

Personell hatte Bommer gegenüber dem 2:4 bei Waldhof Mannheim drei Veränderungen vorgenommen. Für Alexandros Theodosiadis (Wadenprobleme) verteidigte Eduardo Landu Mateus hinten links. Nico Seegert kam für Denis Talijan, Zugang Uwe Hesse für Danny Klein.

Im Duell der Neulinge spielten die Gäste aus dem Schwarzwald knapp eine Stunde abgeklärter und effektiver. In der 6. Minute parierte Torwart Pierre Kleinheider einen Kopfball des Ex-Offenbachers Stefan Vogler (zwischen 2011 und 2013 63 Drittligaspiele/9 Tore für den OFC). In der 24. Minute der Nackenschlag für den SC Hessen: Nach Foul des in der Innenverteidigung aufgebotenen Denis Streker an Akkaya zwirbelte Balingens Kapitän Manuel Pflumm den Freistoß aus 20 Metern in den Winkel. Wie schon im ersten Heimspiel gegen den TSV Steinbach Haiger gerieten die Bommer-Schützlinge vor der Pause in Rückstand. Während der SC Hessen auch danach nach vorne nichts Nennenswertes zustande brachte, konterten die Gäste aus einer stabilen Defensivordnung. Der erneut starke Kleinheider hielt die Dreieicher mit Paraden gegen Patrick Lauble (40.) und Vogler (41.) aber im Spiel.

Rudi Bommer („Wir haben zu viele leichte Fehler gemacht“) reagierte noch vor der Pause, brachte für Daniel Henrich Can Cemil Özer - und nach 57 Minuten Danny Klein. Mit den beiden kam endlich mehr Zug ins Angriffsspiel. Nachdem die Gäste durch Akkaya (52.) und Pflumm (62.) zwei weitere dicke Chancen ausgelassen hatten, nutzten die Dreieicher ihre erste Möglichkeit. Das schnelle Umschaltspiel über Tino Lagator brachte Özer in Position. Dessen Schuss wehrte TSG-Torwart Julian Hauser nach vorne ab. Uwe Hesse drückte die Kugel zum 1:1 über die Linie (63.).

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Drei Minuten später hatten die Dreieicher Fans unter den 652 Zuschauern den Torjubel wieder auf den Lippen. Doch Lagators Kopfball prallte nach Vorlage von Nico Opper an die Querlatte. „Schade, dass der nicht gepasst hat“, meinte Mittelfeldspieler Abassin Alikhil, der aber das Positive hervorhob: „Wir haben uns in der zweiten Hälfte gefangen, auf dem 1:1 können wir aufbauen.“

Für den letzten Aufreger sorgte Co-Trainer Ralf Weber, den Schiedsrichter Nicolas Winter (Hagenbach) wegen Meckerns auf die Tribüne schickte (81.). Das wiederum erzürnte Rudi Bommer, der sich über Winters Assistenten David Scheuermann echauffierte. „Schon in der 3. Minute hatte ich erstmals Ärger mit ihm. Ich lasse mich von einem jungen Mann aber nicht verhöhnen.“ Scheuermann hatte vergangene Saison die Partie des SC Hessen gegen Rot-Weiss Frankfurt (2:5) geleitet und sich mit zwei Roten Karten den Zorn der Dreieicher zugezogen. „Ich verstehe nicht, wie so ein Mann in der Regionalliga an der Seitenlinie stehen darf“, ärgerte sich Bommer kurz, ehe er sich wieder über den ersten Punkt freute.

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