UEFA wertet Skandalspiel in Genua 3:0 für Italien

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Das Skandalspiel musste abgebrochen werden

Rom/Nyon - Die wegen randalierender serbischer Fans abgebrochene EM-Qualifikationspartie wird mit 3:0 für Italien gewertet. Bis Montag haben beide Seiten Zeit für einen Einspruch.

Hohe Geldstrafe, ein Geisterspiel und die erwartete Niederlage am “Grünen Tisch“: Nach den Krawallen serbischer Fans beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Italien und Serbien hat die UEFA empfindliche Strafen verhängt. Die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union wertete die am 12. Oktober nach sechs Minuten abgebrochene Partie am Freitag in Nyon erwartungsgemäß mit 3:0 für Italien. Außerdem muss der Verband 120 000 Euro Strafe zahlen und ein Spiel vor leeren Rängen austragen.

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Sollte es innerhalb einer Bewährungszeit von zwei Jahren zu erneuten Ausschreitungen serbischer Fans kommen, muss Serbien ein weiteres Mal ohne Publikum antreten. Als Gruppenvorletzter hat der deutsche Gruppengegner bei der WM in Südafrika kaum noch Chancen, sich für die EM 2012 in Polen und der Ukraine zu qualifizieren.

Gruppenspitzenreiter Italien belegte die Disziplinarkommission der UEFA mit einer Strafe von 100 000 Euro und einem Spiel ohne Publikum auf Bewährung. Die Richter machten die Gastgeber damit für die nicht gewährleistete Sicherheit im Stadion Marassi verantwortlich, sahen den für seine Fans verantwortlichen serbischen Verband jedoch als Hauptschuldigen. Der Argumentation der Serben, wonach Italien als Ausrichter schuld am Spielabbruch gewesen sei, folgte das Gericht nicht. Beide Seiten können bis Montag Einspruch einlegen.

“Wenn wir das komplette Urteil haben, werden wir entscheiden, ob wir Beschwerde einlegen“, sagte der serbische Verbandspräsident Tomislav Karadzic. Generalsekretär Zoran Lakovic erklärte: “Wir können mit der Strafe nicht glücklich sein, denn Punkte gegen Italien zu verlieren und dabei nicht auf dem Rasen besiegt zu werden, ist nichts, worüber wir uns freuen können.“ Der serbische Trainer Vladimir Petrovic nannte das Urteil “verglichen mit dem, worüber spekuliert wurde, keine schlechte Entscheidung“.

Der italienische Fußballverband (FIGC) und die Regierung in Rom zeigten sich mit der Entscheidung zufrieden. “Wir konnten zeigen, dass der FIGC an diesem dramatischen Abend das Menschenmögliche getan hat“, sagte FIGC-Generaldirektor Antonello Valentini.

Für das vor Publikum auszutragende Rückspiel in einem Jahr in Serbien habe die Squadra Azzurra keinerlei Bedenken. “Wir wollen unsere guten Beziehungen zur Mannschaft, den Funktionären und den echten serbischen Fans bewahren“, sagte Valentini.

Bei den Ausschreitungen waren 17 Menschen verletzt worden. Acht serbische Hooligans wurden verhaftet. Randalierer hatten im Stadion Sicherheitsnetze zerschnitten und Feuerwerkskörper auf den Rasen geworfen. Das zunächst mit 35-minütiger Verspätung angepfiffene Spiel wurde daraufhin in der siebten Spielminute abgebrochen.

dpa

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