Offenbach bringt hochverdiente Führung gegen Worms über die Zeit

Kickers zeigen beste 30 Minuten der Saison

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Mit Hand und Fuß nicht zu stoppen. Maik Vetter (links) wird vom Ex-Offenbacher Sascha Korb gefoult. Die Kickers haben mit dem 2:1-Sieg gegen Wormatia Worms ihre Serie auf acht Punktspiele ohne Niederlage ausgebaut.  

Offenbach - Einen Rückstand aufzuholen, fällt den Offenbacher Kickers leichter, als eine Führung zu verteidigen. Von Jochen Koch 

Das 0:1 gegen Wormatia Worms drehten die Kickers mit ihren besten 30 Minuten in dieser Saison zum 2:1 (2:1)-Sieg, der zwar am Ende noch einmal gefährdet, aber letztendlich hochverdient war.

Als der Offenbacher Niklas Hecht-Zirpel in der dritten Minute der Nachspielzeit mit einem katastrophalen Fehlpass den Gästen aus Worms noch einmal eine Ausgleichschance ermöglichte, war der kollektive Aufschrei im Stadion auf dem Bieberer Berg fast so laut wie zuvor beim Jubel über die beiden Tore zur 2:1-Führung. Nicht schon wieder, dachten sich die meisten der 4411 Zuschauer. Nach den in der Schlussphase verspielten 1:0-Führungen gegen die TSG Balingen und den FK Pirmasens gab es diesmal aber ein Happy End für die Offenbacher Kickers. Die Wormser vergaben die letzte Möglichkeit und der OFC geht wieder mit besseren Perspektiven in die letzten vier Spiele des Jahres 2018.

Dass Spieler und Zuschauer in den letzten Minuten überhaupt um den Sieg zittern mussten, war symptomatisch für den bisherigen Saisonverlauf der Kickers, die gute bis sehr gute spielerische Ansätze zeigen, die es sich aber durch fehlende Konstanz und Cleverness oft selbst schwer machen. Was sicher auch der recht jungen Altersstruktur der Mannschaft geschuldet ist.

Gegen Worms wechselten sich wieder einmal Phasen der Lethargie und Abwehrprobleme (erste und letzte 15 Minuten) mit Hochgeschwindigkeitsfußball, absoluter Dominanz und toll herausgespielten Torchancen (30. bis 60. Minute) ab. Verunsichert und ohne Zugriff auf den Gegner am Anfang und Ende der Partie. Dazwischen dynamisch, spielstark und kombinationssicher. Das machte den Eindruck, als stünden zwei verschiedene Offenbacher Mannschaften auf dem Platz.

OFC-Zeugnis gegen Worms

Die Wormser Führung (31.) ermöglichten Luka Garic und Serkan Firat mit Abstimmungs- und Zweikampfschwäche. Doch nur zwei Minuten später kombinierte sich der erneut sehr starke Ko Sawada mit Varol Akgöz in den Strafraum, dribbelte in aller Seelenruhe noch den Torwart aus und schob den Ball zum 1:1 über die Linie. Firat, mit 175 Zentimetern eine der kleineren Spieler im OFC-Kader, traf kurz darauf per Kopfball nach Vetter-Flanke zum 2:1 für den OFC. Davor und danach vergaben die Kickers sieben, acht hundertprozentige Torchancen.

„Nach der Pause, das muss man ehrlich gestehen, kann Offenbach auch 5:1 oder 6:1 führen“, freute sich der Wormser Trainer Steven Jones, dass die Wormatia in dieser Phase nicht abgeschossen wurde, ärgerte sich aber auch über die größte Chance des Spiels, die Leon Volz kläglich vergab (63.). „Den muss er machen.“ Bei einem Konter wurde der Wormser 1:0-Torschütze perfekt freigespielt und hatte die Wahl, mit Ball ins leere Tor laufen oder aus sechs Metern einschieben – und verstolperte den Ball ins Toraus.

„Wir hätten natürlich höher führen müssen, aber wir hatten dann auch das nötige Glück. Heute war der Fußball nicht ungerecht“, atmete Kickers-Trainer Daniel Steuernagel auf, dass seine Mannschaft „diesmal den Vorsprung über die Zeit gekriegt hat.“

Kickers gegen Wormatia Worms: Bilder

Der Dreier nach zuletzt drei sieglosen Heimspielen lässt den OFC in der Tabelle wieder nach oben blicken. Waldhof Mannheim und der FC Homburg (am Freitag nächster Kickers-Gegner) haben Punkte liegen lassen. Acht Zähler beträgt der Rückstand auf den Spitzenreiter. „Wir haben noch vier Spiele bis zur Winterpause, da gilt es, immer einen Dreier zu holen“, verlangt Firat den Ausbau der Siegesserie von zwei auf sechs Spiele, und sieht dann noch Chancen, an die Spitzenteams heranzukommen. „Wir wissen, wie schnell es kippen kann.“ Gemeint ist der Offenbacher Absturz 2017/18, als Mannheim in der Rückrunde einen Zehn-Punkte-Rückstand auf die Kickers aufholte.

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