23-jähriger Max Lesser neuer Co-Trainer

„Chance mit Daniel musste ich nutzen“

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Max Lesser (links)

Offenbach - Junge Trainer sind derzeit in Mode – auch bei den Offenbacher Kickers. So ist Max Lesser, der Assistent des neuen Chefcoaches Daniel Steuernagel (38), gerade mal 23 Jahre alt und damit jünger als die meisten Spieler. Von Christian Düncher 

Auf den Sportplätzen rund um seine Heimatstadt Fulda hat man sich daran aber längst gewöhnt. Bislang war Fulda der Mittelpunkt seines Lebens. Dort wurde Max Lesser geboren, dort wuchs er auf. „Und länger weg war ich nur, um Urlaub zu machen oder zu hospitieren“, scherzt der Sohn des einstigen DDR-Nationalspielers Henry Lesser, der zuletzt den Hessenligisten Borussia Fulda und zuvor den TSV Lehnerz trainierte.

Künftig wird Max Lesser aber viel Zeit in Offenbach verbringen – als Co-Trainer der Kickers. Mit gerade mal 23 Jahren ist er deutschlandweit einer der jüngsten hauptamtlichen Trainer. Den Ort, an dem er bald regelmäßig an der Seitenlinie sitzen wird, hat er vor einigen Jahren kennengelernt – im Juli 2008 beim Abschiedsspiel des ehemaligen Kickers-Torwarts Cesar Thier. „Er kommt aus Fulda. Seine Frau hatte damals einen Bus organisiert. Und ich stand als 13-Jähriger auf dem Platz, als Cesar gefeiert wurde“, erinnert sich Lesser an „ein tolles Gefühl“, das er als Co-Trainer des OFC auch gerne erleben will.

Der American-Football-Fan war der Wunschkandidat von Chefcoach Daniel Steuernagel. Beide lernten sich auf den Sportplätzen Osthessens kennen. Es folgten zahlreiche Gespräche, in denen Steuernagel schnell feststellte, dass Lesser nicht nur fußballverrückt ist, sondern auch viel Fachwissen mitbringt. Und als ihm der Posten des Co-Trainers angeboten wurde, stand die Entscheidung schnell fest. „Mit Daniel – da war klar, dass ich die Chance nutzen musste. Er ist ein Freund der Familie. Es kann keine bessere Konstellation geben“, sagt Lesser, der für das Engagement bei den Kickers den Job als Redakteur bei einem Internetportal kündigte.

Sein geringes Alter sieht der neue Assistenzcoach des OFC nicht als Problem an. „In Fulda wundert sich niemand darüber, woanders spricht man mich eher mal darauf an“, berichtet Lesser. „Seitdem ich denken kann, war ich jedes Wochenende bei meinem Vater, der als Trainer arbeitete, und auch immer bei den Ansprachen in der Kabine dabei. Ich habe es dann selbst mal ausprobiert und es ging alles seinen Weg.“

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Mit 16 Jahren beendete Lesser seine aktive Laufbahn. Mit 19 trainierte er die U17 des JFV Viktoria Fulda, mit der er in die Hessenliga aufstieg. Von 2013 bis 2014 war er Assistenzcoach des TSV Lehnerz (Hessenliga) und seit 2016 Teil des Trainerduos der SG Johannesberg (Verbandsliga). Der Inhaber der DFB-Elite-Jugend-Lizenz hospitierte bei Mainz 05, davor bei Fortuna Düsseldorf, 1.FC Köln sowie RB Leipzig. Wie bei den Sachsen trainiert wird, sei „eine Wissenschaft“, meint Lesser. „Dort hat die U15 sieben Trainer. Und es wird viel gesprintet.“ Das kann er sich gut beim OFC vorstellen. „Wir wollen die Fans mitnehmen“, sagt er. „Die Erwartungshaltung ist größer als bei anderen Klubs. Wo Tradition und Qualität zusammenkommen, gibt es stets Druck, aber auch Euphorie. Das wollen wir nutzen.“

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