22-Jähriger ein absoluter Glücksgriff

Malte Karbstein hält OFC-Abwehr zusammen und glänzt als Torschütze

Malte Karbstein nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 in Stuttgart. Marcell Sobotta (rechts) freut sich mit ihm.
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Premiere im Trikot der Kickers. Malte Karbstein nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 in Stuttgart. Marcell Sobotta (rechts) freut sich mit ihm.

Einer, der in dieser Saison bislang besonders überzeugt hat im Regionalligateam von Kickers Offenbach, ist Verteidiger Malte Karbstein, einer der Neuzugänge.

Offenbach - Im Onlinedienst Instagram zeigte sich Malte Karbstein als Hobbykoch - mit einer ordentlichen Prise Selbstironie, aber vor allem alles andere als souverän. Der Versuch, lässig mit der Packung Spaghetti umzugehen, gelingt in dem Video eines Kumpels, das Karbstein auf seinem eigenen Account teilte, jedenfalls nicht. Eine wesentlich bessere Figur gibt er auf dem Fußballplatz im Trikot des Regionalligisten Kickers Offenbach ab.

Seine beeindruckende persönliche Bilanz nach zehn Begegnungen: Karbstein ist einer von nur drei OFC-Spielern, die auf die maximale Einsatzzeit von 900 Minuten kommen. Selbst als der 22-Jährige bei der 0:1-Pleite in Ulm einen rabenschwarzen Tag erwischte, wechselte ihn Angelo Barletta nicht aus. Das belegt, wie groß das Vertrauen des Trainers in die Fähigkeiten des Zugangs ist. „Er hatte es bis dahin so gut gemacht. Da gestehe ich ihm auch mal ein schlechtes Spiel zu“, betonte Barletta damals.

Karbstein hat es in der Tat gut gemacht. Mit seinem Nebenmann Sebastian Zieleniecki bildet er das Zentrum der besten Abwehr der Liga (erst sechs Gegentore in zehn Spielen), überzeugt dabei jedoch keineswegs bloß durch gutes Stellungs- und Kopfballspiel. Der bei Energie Cottbus ausgebildete 1,90-Meter-Schlaks, der zuletzt zwei Jahre beim SV Werder Bremen II gespielt hatte und dort sogar Kapitän war, bestätigte auch den ihm vorauseilenden Ruf, ein mehr als nur passabler Aufbauspieler zu sein. Da der gebürtige Neuruppiner außerdem noch unter die U23-Regel fällt, ist er für die Kickers bislang ein absoluter Glücksgriff.

Im Spiel beim VfB Stuttgart II (2:2) steuerte er zuletzt zudem noch seinen ersten Saisontreffer bei, als er nach einem vom Gegner verlängerten Eckball am langen Pfosten hochstieg und per Kopf zum zwischenzeitlichen 1:1 traf. „Ich probiere, ihn in die lange Ecke zu legen, habe ein bisschen gelupft und war dann glücklich, dass er reingegangen ist“, sagte Karbstein, der nach dem Spiel allerdings von zwei verlorenen Punkten sprach: „Wir waren die klar bessere Mannschaft, haben sehr viele Torchancen herausgearbeitet, diese aber leider nicht so gemacht.“

Obwohl der VfB vier Spieler aus dem Profikader einsetzte, gestatteten Karbstein und Co. der Offensive um die erfahrenen Philipp Förster (88 Zweitligaspiele) und Marcel Sökler (16 Drittligaspiele) sowie den deutschen U19-Nationalspieler Lilian Egloff (ein Erstliga-Einsatz) nur wenige Chancen. „Ab der 20. Minute hatten wir alles im Griff, haben viel abgelaufen, gut verteidigt und einen guten Spielaufbau gehabt“, meinte Karbstein. „Leider gab es zwei blöde Aktionen“, bei denen jeweils ein VfB-Spieler im Rückraum frei war. Das nutzen die dann zu zwei Toren.“

Karbstein konnte dem 2:2 durch den spät erzielten Ausgleich von Serkan Firat aber auch etwas Positives abgewinnen. „Durch den Last-Minute-Punkt geht die Moral nach oben“, sagte er vor der Partie am Freitag gegen Schott Mainz. „Wir müssen weitermachen, wissen aber, woran wir arbeiten müssen.“ In seinem Fall unter anderem am souveränen Umgang mit Spaghetti-Packungen.

Von Christian Düncher

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