REGIONALLIGA SÜDWEST Kickers sollen Einnahmeausfall melden / Verständnis für längere Pause

„Alle wollen die Saison zu Ende spielen“

Thomas Sobotzik, OFC-Geschäftsführer Foto: Hübner

Offenbach – Auch Thomas Sobotzik hat größtenteils auf Home Office umgestellt. Die jüngste Entwicklung in der Fußball-Regionalliga Südwest verfolgte der Geschäftsführer der Offenbacher Kickers per Videokonferenz. VON CHRISTIAN DÜNCHER

Vertreter aller 18 Vereine waren zugeschaltet, als Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR, darüber informierte, dass die Aussetzung des Spielbetriebs verlängert wurde. Statt bis 31. März wird nun bis 20. April pausiert (wir berichteten).

„Ich persönlich kann diese Entscheidung nachvollziehen“, sagt Sobotzik. „Die Saison jetzt schon abzusagen, hätte weitreichende Folgen.“ Weil die Vereine aber bereits nachhaltig die Auswirkungen der Corona-Krise spüren, ging es bei der Videokonferenz auch um finanzielle Aspekte. So werden die Vereine ein Schadensformular erhalten, in dem sie ihren Einnahmeausfall beziffern sollen. Döther werde das dann an übergeordneter Stelle vortragen, erklärt der OFC-Geschäftsführer.

Wozu das führen wird, ist offen. Zumindest grob beziffern lässt sich der Einnahmeausfall der Kickers allein beim Ticketing während der Zeit der Saison-Unterbrechung. In diesen Zeitraum fallen fünf Heimspiele. Bisher kamen im Schnitt 5600 Zuschauer auf den Bieberer Berg, darunter 3500 Dauerkarten-Inhaber. Rechnet man das hoch, fehlen den Kickers bis 20. April 10 500 zahlende Zuschauer. Bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von 16 Euro wären das alleine in diesem Bereich 168 000 Euro.

Und das ist nur eine vorsichtige Schätzung. Denn in diesen Zeitraum fallen unter anderem die Heimspiele gegen die Topteams FC Homburg (4.) und TSV Steinbach Haiger (3.) sowie das Main-Derby gegen den FSV Frankfurt, in denen die Zuschauerzahl „deutlich über dem Schnitt“ gelegen hätte, wie Sobotzik vermutet.

Dem OFC-Geschäftsführer zufolge ist „bei allen Beteiligten“, also Vereinen und Regionalliga Südwest GbR, „der Wille da, die Saison zu Ende zu spielen“, sofern es möglich ist. Zur Not auch ohne Zuschauer.

Gar nicht mehr weiterzuspielen, hätte für die Einnahmesituation gravierende Folgen, betont Sobotzik und nennt ein Beispiel: „Wenn jemand eine Bande gebucht hat, aber nicht mehr gespielt wird, hätte er rechtlich wohl einen Anspruch darauf, anteilig das zurückzuverlangen, was er gezahlt hat. Bei Spielen ohne Zuschauer könnten wir wenigsten einen Livestream anbieten. Dort schauen statt 5000 Leuten 15000 zu. Dadurch wäre der Schaden für uns etwas geringer, die Einnahmen aus dem Ticketing fallen dann aber trotzdem weg.“ Durch den Verkauf der Geisterspielkarten (bisher über 1400) gibt es aber auch hier ein bisschen Entspannung.

Inzwischen hat der OFC auch Informationen zum Thema Kurzarbeit bekommen. „Das ist sehr ausführlich. Meiner Rechtsauffassung zufolge sind die Voraussetzungen für Kurzarbeit aber aktuell nicht gegeben“, sagt Sobotzik. Dafür müsste die Geschäftsgrundlage für einen noch längeren Zeitraum wegfallen. „Bislang ist ja alles lediglich verschoben worden. Theoretisch geht es am 20. April weiter“, hofft Sobotzik.

Die Liga ist doch frühzeitig abgebrochen worden. Der OFC verbleibt damit auf Platz acht.

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