Polizei gerüstet für Duell OFC gegen Waldhof

An allen zentralen Punkten präsent

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Ein Foto vom Hinspiel in Mannheim. Die Polizei begleitet die Offenbacher Fans zum Bahnhof.

Offenbach - Die Frage von Roland Ullmann, Chef des Polizeipräsidiums Südosthessen, am Ende des Pressegesprächs in der Offenbacher Geleitstraße war durchaus berechtigt. Von Holger Appel 

„Kann sich überhaupt noch jemand an das Ergebnis von 1999 erinnern?“ Nach intensivem Nachdenken schon, aber das 0:0 zwischen den Kickers und dem SV Waldhof ist nicht der Rede wert. Die Begleitumstände an diesem 13. Mai hingegen schon.

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"Mit Herz, Leidenschaft und Aggressivität"

Schon während des Spiels in der Fußball-Regionalliga Süd hatten Mannheimer Hooligans auf der maroden Stahlrohrtribüne Holzbohlen herausgerissen und sie auf Offenbacher Zuschauer sowie Polizisten geworfen. Schiedsrichter Kemmling unterbrach die Partie. Nach dem endgültigen Abpfiff herrschten auf der Bieberer Straße chaotische Zustände, spektakuläre Fotos von Wasserwerfern, brennenden Mülltonnen und Reifen gingen um die Welt. Der heutige Stadtrat Felix Schwenke (SPD), damals als Fan im Stadion, fühlte sich in der abendliche Fernsehaufzeichnung an einen „Bericht aus einem Bürgerkriegsgebiet“ erinnert. Dabei waren das die Bilder aus seiner Heimatstadt.

Polizei erwartet gewaltbereite Fans

Auch das Hinspiel in dieser Saison am 24. August 2013 vor fast 10 000 Zuschauern, darunter 2800 Offenbacher, lief nicht gerade stressfrei ab. Dass Mannheimer sogar den Mannschaftsbus der Kickers mit Steinen bewarfen, bezeichnete Alexander König, leitender Direktor der Polizei Südosthessen, als „absolutes No-Go in der Szene“. Als eine Aktion, die gar nicht geht, die sogar verpönt ist.

Damit sich solche Bilder am Samstag, 14.00 Uhr, beim brisanten Rückspiel in der Regionalliga Südwest nicht wiederholen, hat sich die Polizei Südosthessen mit der Bundespolizei, der Stadt und dem OFC vorbereitet. Die Polizei wird überall an den zentralen Punkten zwischen Ostbahnhof und dem neuen Stadion präsent sein und die Fanlager trennen. Sie wird die Untere Grenzstraße, den Lämmerspieler Weg und den Bierbrauerweg ab 10 Uhr für den Individualverkehr sperren. Über das soziale Netzwerk Facebook (Ullmann: „Ein Pilotprojekt, das zunächst auf diesen Tag beschränkt ist“) will die Polizei Südosthessen über ihren Einsatz berichten, aber auch Tipps und Hinweise von Fans entgegennehmen.

Mit Leidenschaft gegen Mannheim

Wie viele Polizisten rund um das Spiel im Einsatz sind, wollten König und Ullmann trotz Nachfragen nicht verraten. Beim Hinspiel in Mannheim waren 1350 Beamte im Einsatz. Eine Zahl, die auch für Samstag realistisch sein dürfte.

Laut Geschäfsführer David Fischer hatten die Kickers bis gestern Mittag 7400 Tickets verkauft. Er hofft bei schönem Wetter auf 10000 Zuschauer - das wäre der Saisonrekord. Der SV Waldhof hat bisher 1 700 Karten für die Gästetribüne abgesetzt. König rechnet mit 900 so genannten Problemfans. 450 davon zählen seinen Angaben zufolge zur Kategorie der gewaltsuchenden Hooligans. Die sollen aber nicht nur aus Offenbach und Mannheim, sondern aus Karlsruhe, Leverkusen, Stuttgart und Kaiserslautern sowie Frankfurt, Darmstadt, Duisburg und sogar Basel kommen.

Fotos vom Hinspiel in Mannheim

Ernüchterung beim OFC

Die Polizei hat laut Ullmann bisher 26 Aufenthaltsverbote im erweiterten Kreis um den Bieberer Berg gegen Fans ausgesprochen, gegen die ein bundesweites Stadionverbot vorliegt. Aus Mannheim sind das 20, aus Offenbach sechs. Insgesamt zählt die Polizei 50 Offenbacher zur gewaltsuchenden Fan-Kategorie.

Dennoch sind Ullmann und König zuversichtlich für den Einsatz am Samstag. „Wir hoffen, dass das Spiel nur aus sportlichen Gründen in Erinnerung bleibt“, sagte Ullmann. Also ganz im Gegensatz zum Jahr 1999.

Das Hinspiel in bewegten Bildern

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