Alles im grünen Bereich

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Stefano Cincotta rückt gegen Chemnitz erstmals in dieser Saison als linker Verteidiger in die Startelf der Kickers. Rechts: Gaetano Manno von Rot-Weiß Erfurt.

Offenbach (app) - An der Stelle, an der seit 1973 die „Henninger Tribüne“ stand, klafft im Stadion am Bieberer Berg eine große Lücke. Sie bietet bei der Heimpremiere 2012 der Kickers am Samstag, 14 Uhr, gegen den Chemnitzer FC wohl letztmals einen freien Blick auf die Straße und den Aussichtsturm.

Auf der linken Seite, nahe der Waldemar-Klein-Tribüne, steht bereits ein großer Kran. Am Dienstag sollen die Fertigteile für die neue Südost-Tribüne kommen; der Startschuss für die letzte Etappe des Stadionbaus.

Bevor die Arbeiter an der vierten Tribüne richtig loslegen, sind die Profis der Kickers in der 3. Liga gefordert. OFC-Trainer Arie van Lent geht trotz der frostigen Prognosen davon aus, dass „wir zu 99 Prozent spielen“. Gestern Nachmittag bearbeitete Platzwart Wolfgang Böttge geduldig den an einigen Stellen gefrorenen Platz, die Rasenheizung läuft seit dem Vormittag. In der Vorwoche war der Auftakt der Kickers wegen widriger Bedingungen in Unterhaching ausgefallen.

Den Kickers-Trainer störte dieser Ausfall keineswegs. „Denn so konnten wir uns noch eine Woche länger vorbereiten. Wir waren fleißig, sind noch enger zusammengerückt. Wir sind bereit für Chemnitz, gleichzeitig aber auch gewarnt“, kündigt er vor dem Spiel gegen den Tabellenelften (29 Punkte) an. Das sollte seine Mannschaft auch sein. Chemnitz, in der Hinrunde mit 2:0 gegen den OFC erfolgreich, hat aus den letzten vier Spielen zehn Punkte geholt, zuletzt Aufstiegskandidat Heidenheim mit 3:0 geschlagen. In Anton Fink (Karlsruher SC) haben die Sachsen einen erfahrenen Torjäger verpflichtet. Van Lent lobt den Gegner als kampfstarke, kompakte Einheit, will ihn aber nicht zu stark reden.

Denn er hat großes Vertrauen in seine Mannschaft, die im letzten Test den 1. FC Eschborn 3:1 besiegte, zuvor gegen den Bundesligisten FSV Mainz 05 ein 1:1 erkämpfte. Der Tabellensechste hat aus den letzten drei Pflichtsspielen vor der Pause sieben Punkte gesammelt und in Maximilian Ahlschwede (Bielefeld) den gewünschten Verteidiger für die rechte Abwehrseite als Ersatz für den verletzten Christopher Lamprecht verpflichtet. Van Lent sieht seine Mannschaft im „grünen Bereich“ und hofft, dass sie die gute Phase von vor der Pause mitnehmen kann.

Er glaubt fest an den zehnten Saisonsieg und weiß, in welcher Besetzung sein Team ihn einspielen soll. Er hat sich für die offenen Positionen frühzeitig festgelegt. Ahlschwede und Stefano Cincotta geben ihr Debüt als Verteidiger, Stürmer Stefan Vogler erhält den Vorzug gegenüber Pascal Testroet. Nach langer Verletzungspause rückt Nicolas Feldhahn erstmals in den OFC-Kader. Thomas Rathgeber hingegen muss sich weiter gedulden. Er sitzt an diesem Spieltag noch auf der Tribüne. Mit Blick auf die Schnellstraße und den Aussichtsturm in Bieber.

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