Kickers Offenbach

Alzenau soll für OFC nur der Anfang sein

Furiose Offenbacher: In der Saison 2012/13 warf Mathias Fetsch (links) mit dem OFC reihenweise Favoriten aus dem DFB-Pokal. Erst im Viertelfinale war gegen den VfL Wolfsburg (rechts: Josue) nach einem 1:2 Schluss.
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Furiose Offenbacher: In der Saison 2012/13 warf Mathias Fetsch (links) mit dem OFC reihenweise Favoriten aus dem DFB-Pokal. Erst im Viertelfinale war gegen den VfL Wolfsburg (rechts: Josue) nach einem 1:2 Schluss.

Hessenpokal-Rekordsieger Kickers Offenbach träumt von der Teilnahme am nationalen Cup-Wettbewerb. Die Partien mit dem OFC im DFB-Pokal seien immer „geile Spiele“ gewesen, sagt Torjäger Mathias Fetsch. Die erste Hürde wartet am Mittwoch - bei Bayern Alzenau.

Offenbach – Kaum hatte Mathias Fetsch am Samstagnachmittag alle Fragen zum 4:0-Pflichtsieg gegen Schlusslicht Eintracht Stadtallendorf beantwortet, da geriet der 32-jährige Angreifer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach beim nächsten Thema ins Schwärmen. „Das waren geile Abende - unter Flutlicht und mit vollen Tribünen“, sagte Fetsch angesichts der Chance, sich mit nur drei Siegen für den sportlich wie finanziell lukrativen DFB-Pokal qualifizieren zu können. Sofern der SV Wehen Wiesbaden das Finale erreicht und die Saison in der 3. Liga auf einem der ersten vier Plätze beendet (aktuell ist die Mannschaft aus der Landeshauptstadt Sechster), reichen sogar zwei Siege.

Der Torjäger (15 Saisontreffer) ist einer von nur drei Spielern im Kader, die das Gefühl kennen, für den OFC im nationalen Cup zu spielen. Maik Vetter und Serkan Firat scheiterten 2016 mit 2:3 n.V. an Hannover 96, Vetter war zudem im Jahr zuvor gegen den Karlsruher SC (1:0) und Borussia Mönchengladbach (0:2) im Einsatz. Fetsch zog in der Saison 2012/13 sogar mit den damals drittklassigen Offenbachern bis ins Viertelfinale ein und schaltete auf dem Weg dorthin reihenweise Favoriten aus. An die Gegner erinnert er sich noch genau: „Fürth, Union Berlin, Fortuna Düsseldorf.“ Der OFC siegte jeweils 2:0, Fetsch - damals hängende Spitze - traf zweimal. In der nächsten Runde war dann jedoch nach großem Kampf gegen den VfL Wolfsburg Schluss - 1:2. „In der nächsten Runde trafen die Wolfsburger auf Bayern München“, weiß Fetsch. Der Rekordpokalsieger siegte 6:1 und gewann danach auch das Finale gegen den VfB Stuttgart - 3:2.

Auf Hessenebene sind die Kickers Rekordsieger, holten elfmal den Landespokal. Der letzte Triumph ist aber schon eine Weile her. 2016 gab es einen 2:1-Finalsieg gegen den SV Wehen Wiesbaden. Seitdem haben die Kickers nicht mehr das Endspiel erreicht, dabei hätten sie vor allem 2020, also 50 Jahre nach ihrem DFB-Pokalsieg, liebend gerne am nationalen Cup-Wettbewerb teilgenommen. Der nächste Versuch, sich zu qualifizieren, startet am Mittwoch (17.30 Uhr) bei Ligarivale Bayern Alzenau. Im Kampf um Punkte siegte der OFC diese Saison zweimal klar (3:0, 3:1), im Pokal taten sich die Kickers bei den Franken jedoch zuletzt zweimal schwer. Es waren jeweils Achtelfinal-Duelle: 2019 setzte sich der OFC mit 3:2 durch, 2020 ging es sogar in die Verlängerung, wo Matias Pyysalo den 1:0-Siegtreffer erzielte.

Fetsch rechnet auch diesmal mit einer schweren Aufgabe. „Die Gegner sind gegen uns zum Teil extra motiviert“, weiß der Offensivspieler. Die Kickers zeichnet es unter Trainer Streto Ristic jedoch aus, dass sie sich kaum aus der Ruhe bringen lassen, auf ihre Stabilität vertrauen und irgendwann zuschlagen. „Wir wissen, was wir können. Aber erst mal geht es darum, aus einer guten Ordnung heraus zu spielen“, betont der ehemalige U20-Nationalspieler. Die Kritik, dass sich die Kickers in der Offensive oft schwer tun und unter Ristic einen Großteil der Tore nach ruhenden Bällen erzielt haben, kann er nicht nachvollziehen: „Standard oder nicht - das gehört alles zum Fußball. Wir haben in den letzten zwei Spielen acht Tore erzielt, wir sind in allen Bereichen stark.“

In Alzenau wird Fetsch auf einen Mitspieler aus der furiosen OFC-Pokalsaison 2012/13 treffen: Fabian Bäcker. Der 30-Jährige ist bis Saisonende Interimstrainer, konnte den Abwärtstrend allerdings nicht stoppen. Unter ihm holte das Team nur einen Punkt aus zwölf Spielen. Insgesamt ist Alzenau seit 19 Partien sieglos und hat als Vorletzter bereits 17 Zähler Rückstand auf das rettende Ufer. Fetsch ist jedoch gewarnt. In der Saison, in der die Kickers national für Aufsehen sorgten, war im Landespokal nach nur zwei Spielen Schluss. Auf ein mühevolles 1:0 gegen den FV Biebrich folgte eine 0:1-Pleite gegen Darmstadt 98.

Zudem ist die Personallage beim OFC weiter angespannt. Ristics Vorgänger Angelo Barletta wollte den Hessenpokal nutzen, um Akteuren wie Dominik Draband (Tor) und Moritz Reinhard (Sturm) Spielpraxis zu geben. Corona-bedingt kam es nicht dazu. Ob Ristic auch so verfahren wird, ließ er offen. Kraft hätten beide, sie wurden gegen Stadtallendorf als einzige Akteure nicht eingewechselt. (Von Christian Düncher)

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