Kickers gewinnen Derby

Ambitionen auf Platz zwei untermauert

Sekunden nach dem 2:1 für die Kickers beim FSV: Torschütze Maik Vetter (vorn ) dreht jubelnd ab. -   Foto: Hübner
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Sekunden nach dem 2:1 für die Kickers beim FSV: Torschütze Maik Vetter (vorn ) dreht jubelnd ab.

Frankfurt - Mit einer über weite Strecken reifen Vorstellung hat Kickers Offenbach seine Ambitionen auf Platz zwei in der Fußball-Regionalliga Südwest untermauert. Von Jörg Moll

Nach dem 3:1 (2:1)-Erfolg beim FSV Frankfurt haben die zweitplatzierten Kickers zunächst einmal fünf Zähler Vorsprung auf die Verfolger Waldhof Mannheim und SC Freiburg II (je 51). Die Offenbacher Kickers, bei denen Stefano Maier und Varol Akgöz für Francesco Lovric (Bank) und Florian Treske (Zehenbruch) in die Startelf rückten, begannen vor 5200 Zuschauern am Bornheimer Hang forsch. „Ich habe anfangs genau das gesehen, was wir uns vorgenommen haben“, freute sich OFC-Trainer Oliver Reck. Schnell hatten die Kickers die Kontrolle über Ball und Gegner und durch Serkan Firats 20-Meter-Schuss (7.) die erste Chance. Vier Minuten später führte der Tabellenzweite nach einem tollen Spielzug, den Vetter mit einem feinen Zuspiel auf Ko Sawada veredelte. Der Japaner, der erneut den Vorzug vor Ihab Darwiche erhalten hatte, schoss mit rechts ins linke Eck. Die Offenbacher Fans, rund 2000 von ihnen waren friedlich über die Kaiserlei-Brücke zum Stadion marschiert, waren aus dem Häuschen.

Die Fans der Offenbacher Kickers gestern Abend auf dem Weg vom Kaiserlei zum FSV-Stadion, begleitet von der Polizei.

Doch das Gegentor war augenscheinlich das Wecksignal für den zuvor zu passiven FSV. In der 15. Minute klingelte es schon auf der anderen Seite: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß im Mittelfeld stand Vito Plut völlig frei, lief alleine auf Torwart Daniel Endres zu und überwand ihn eiskalt. Nun jubelte der FSV-Anhang – der zahlenmäßig in der Unterzahl und stimmlich klar unterlegen war.

Auf dem Platz aber legten die Bornheimer die Scheu ab. Nachdem Sawada (20.) an Marco Aulbach gescheitert war (20.), drängte der FSV in seiner besten Phase aufs zweite Tor. Angetrieben über die starke linke Seite mit Robert Schick mussten die Kickers einige bange Minuten überstehen. Azaouagh (21.) wurde von Christos Stoilas geblockt, sodass Endres die Kugel sicher aufnehmen konnte. Auch gegen Plut (23.) und Patrick Huckle (28.) blieb der OFC-Kapitän Sieger. In der 32. Minute machten sich die Kickers wieder auf den Weg Richtung FSV-Tor. Und wie! Benjamin Kirchhoff spielte mit feinem Pass Jan- Hendrik Marx rechts außen frei. Dessen flache Flanke rauschte durch den Strafraum – und fand Maik Vetter, der aus kurzer Distanz zum 2:1 für die Kickers einschoss.

„Ich war in der Halbzeit nicht zufrieden“, räumte Reck mit Blick auf die zwischenzeitliche Drangphase der Bornheimer ein. „Wir hatten nach dem Gegentor den Faden verloren.“

Bilder: OFC zum Derby in Frankfurt

Bilder zu Kickers Offenbach: OFC zum Derby beim FSV Frankfurt
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Bilder: OFC zum Derby in Frankfurt

Nach Wiederanpfiff war zunächst mehr Feuer auf den Tribünen. Erst zündeten die FSV-Fans einige Bengalos, dann fackelte es im OFC-Anhang mächtig. Dicke Rauchschwaden zogen durch das Stadion. Der Schiedsrichter unterbrach die Partie kurz. Dann stand wieder Fußball im Mittelpunkt. Die Kickers standen etwas tiefer, kontrollierten die Partie aber bis auf wenige Ausnahmen. Bei der Großchance durch Namavizadeh, der nach Kirchoffs Rettungstat kurz vor der Linie knapp vorbeischoss, hatten sie Glück.

Dann aber setzte Maik Vetter zum Sprint über die rechte Seite an, drang in den Strafraum ein und fiel nach einem Kontakt durchaus spektakulär. Der ziemlich souveräne Schiedsrichter Osmanagic (Stuttgart) zeigte auf den Punkt. Bis zur Ausführung musste Dren Hodja lange warten, erst legte er sich den Ball zu weit nach vorne. Dann protestierten FSV-Spieler. Womöglich deshalb schoss er ungewohnt ungenau. Aber nach der Parade von Aulbach schoss er im Nachschuss ein (71.). „Egal, Hauptsache drin“, meinte der beste Offenbacher Torschütze (11 Saisontore).

Das OFC-Zeugnis gegen FSV Frankfurt

OFC-Zeugnis: Spieler in der Einzelkritik
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Damit hatte der Favorit dem über weite Phasen ebenbürtigen Rivalen den Nerv geraubt. „In der zweiten Hälfte haben wir mit Mut und Enthusiasmus gespielt“, lobte Reck. Sekan Firat (89.) hatte nach starker Vorarbeit des eingewechselten Ihab Darwiche sogar noch das 4:1 auf dem Fuß. Den Fans war es egal. „Oh Schorsch ist des schee“, sangen sie die Aufstiegshymne früherer Tage.

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