Konsequenter Schritt

Kommentar zu Spahn-Rücktritt

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Helmut Spahn tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als OFC-Präsident zurück.

Beruf, Familie und Ehrenamt - was selbst bei Gesangvereinen schwierig genug zu vereinbaren ist, war am Ende für Helmut Spahn nicht mehr unter einen Hut zu bringen. Von Jörg Moll

Der Entschluss des sofortigen Rücktritts ist angesichts der außergewöhnlichen Situation - Spahn weilte fünf Tage die Woche in Zürich, flog häufig wochenlang für die FIFA durch die Welt - und dem Wunsch nach mehr Zeit für die Familie nachvollziehbar. Nur der Zeitpunkt überrascht. Schließlich war die interne Aufteilung seit mehr als einem Jahr bekannt. Die Stellung in Offenbach hielten Michael Relic und Co.

Der OFC verliert in Spahn einen eloquenten, weltmännischen, durchaus streitbaren Präsidenten. Einen Mann klarer Worte, der bereit war, in kritischen Zeiten im November 2015 Verantwortung zu übernehmen. Zuletzt aber musste er immer häufiger mit der Kritik leben, forsche Aussagen zu treffen („Ziel ist der Aufstieg“, „Wir wollen den Etat um 50 Prozent erhöhen“), die ersehnte Entwicklung des Klubs aber selbst zu selten aktiv vorantreiben zu können. Das verhinderte die persönliche Situation. Spahn hat das erkannt und die Reißleine gezogen. Insofern ist sein Rücktritt konsequent.

Bilder: Die Geschichte von Kickers Offenbach im Fan-Museum

Wie schwierig es ist, einen Profiverein zu managen, wenn man nur zeitweise vor Ort ist, hat auch Thomas Kalt erlebt. Der ehemalige Geschäftsführer, Inhaber einer Firma in Cottbus, hatte von 2010 bis 2012 die Profi GmbH häufig genug aus der Entfernung geführt. Mit fatalen Folgen bis heute.

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