Angriff auf einen Aufstiegsplatz

Türker-Jubel auf dem Bieberer Berg. In 157 Begegnungen in der Regionalliga und 2. Liga erzielte Türker, der in acht Wochen seinen 33. Geburtstag feiert, 64 Treffer für Kickers Offenbach. Foto: Hübner

„Sensationstransfer“: Kickers holen Suat Türker zurück / Boysen warnt vor zu hohen Erwartungen

und Jochen Koch

Offenbach/LaraEinmal Freiburg und zurück. Suat Türker ist wieder in Offenbach. Was unsere Zeitung exklusiv ankündigte, wurde gestern offiziell bestätigt. Suat Türker löste seinen Vertrag beim SC Freiburg auf und kehrt zu Kickers Offenbach zurück. Der 32-Jährige unterschrieb einen Zweieinhalb-Jahres-Vertrag bis 30. Juni 2011. Nach seiner Profikarriere bekommt Türker einen Anschlussvertrag über zwei weitere Jahre für einen Posten innerhalb des Vereins.

Ermöglicht wurde der „Sensationstransfer“ (Sportmanager Andreas Möller) durch die finanzielle Hilfe von Sponsoren, die, so war im Trainingslager in Lara zu erfahren, in den letzten Wochen eine sechsstellige Summe für die Verpflichtung von Verstärkungen zur Verfügung gestellt haben. In den nächsten Tagen soll noch ein Abwehrspieler verpflichtet werden.

Türker löste gestern seinen bis 2010 datierten Vertrag beim SC Freiburg auf. Eine Ablösesumme muss der OFC nicht zahlen. Türker wird heute von Basel aus ins OFC-Trainingslager in die Türkei fliegen. Das Testspiel der Kickers gegen den russischen Erstligisten Amkar Perm (15.00 MESZ) wird er aber verpassen und am Donnerstag erstmals mittrainieren.

Mit Türker und dem zweiten Zugang dürfte sich auch die Zielsetzung für die Rückrunde ändern. Angriff auf einen Aufstiegsplatz ist die Devise. Aber Trainer Hans-Jürgen Boysen warnt bereits davor, jetzt vom Aufstieg zu sprechen. „Man kann nicht erwarten, dass bei uns vorne die Post abgeht, nur weil Suat Türker da ist. Wir sollten lieber schön bodenständig bleiben und Stück für Stück unseren Weg gehen.“

Boysen erwartet von Türker nicht nur Tore, sondern auch eine Führungsposition innerhalb der Mannschaft. „Suat wird diesen Anspruch an sich haben und diese Rolle wohl automatisch übernehmen.“ Boysen weiß aber auch, dass der Rückkehrer keine Wunderdinge vollbringen wird. „Suat trifft auf eine neue Mannschaft und muss sicher erst seinen Rhythmus finden. Er steht nicht unter dem Druck, Woche für Woche treffen zu müssen.“ Zudem sei der 32-Jährige „ja kein zusätzlicher Stürmer“. Vielmehr wurde Türker verpflichtet, um die Ausfälle von Mirnes Mesic (Mittelfußbruch) und Ugur Albayrak (Schulterverletzung) zu kompensieren. Boysen glaubt, dass es im Umfeld „niemanden gibt, der den Transfer nicht versteht. Denn Suat Türker hat sich als Stürmer über Jahre einen guten Namen gemacht“.

Für den Trainer stellt sich nun die Frage, ob er über einen Systemwechsel nachdenken soll: Weiter mit dem erfolgreichen 4-2-3-1-System - oder auf zwei echte Spitzen umstellen? „Wenn alle Spieler an Bord sind, werden wir bei Kickers Offenbach deutlich eher über ein Zwei-Stürmer-System nachdenken. Wenn wir Alternativen haben, wird das ein klares Thema werden“, kündigte Boysen an.

Mit Türkers Rückkehr sind die Transferaktivitäten nicht abgeschlossen. Gesucht wird noch ein Abwehrspieler. Und wenn der noch linksaußen verteidigen könnte, „wäre das optimal“, sagte Boysen und kündigte an: „Am Dienstag im Testspiel gegen den  1.  FC Kaiserslautern II wird ein weiterer Spieler dabei sein.“

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