Kickers verlieren in Walldorf

OFC ein gern gesehener Gast

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Der pure Frust: Kickers-Angreifer Konstantinos Neofytos (rechts) gegen den Walldorfer und ehemaligen OFC-Kapitän Steffen Haas.

Walldorf - Die kleine Serie der Offenbacher Kickers mit drei Spielen ohne Niederlage ist gerissen. Beim 2:4 (0:1) beim FC Astoria Walldorf bot der Regionalligist über weite Strecken eine enttäuschende Leistung. Von Jörg Moll 

Die Kickers konnten auch in Walldorf ihre chronische Auswärtsschwäche (nur ein Sieg in zehn Spielen) nicht ablegen und wurden von den Gastgebern auf Rang 14, einen möglichen Abstiegsrang, zurückgeworfen. Sein Debüt hatte sich der 18-jährige Oliver Copik sicher ganz anders vorgestellt. Der A-Jugendtorwart hatte erst am Morgen erfahren, dass er für die erkrankten Daniel Endres und Alexander Sebald zwischen die Pfosten musste. Weil dem OFC in Walldorf kein zweiter Torhüter zur Verfügung stand, musste in Dennis Schulte ein Feldspieler als Ersatzmann herhalten.

Nach einem enttäuschenden Spiel schlich Copik mit hängendem Kopf vom Platz. Dabei lag es an ihm am wenigsten, dass der OFC mit der höchsten Saisonniederlage die Heimreise antrat. Copik hatte sogar einige Male stark gerettet und sein Team damit im Spiel gehalten. „Schon das erste Gegentor war mit spielentscheidend“, meinte Kickers-Trainer Oliver Reck, der die Torwartproblematik gar nicht weiter thematisierte. Stattdessen sagte er: „Es war klar, dass es derjenige einfacher haben würde, der in Führung geht.“

OFC in Walldorf: Der Liveticker zum Nachlesen

Walldorf, das bis gestern mit 19 Toren den zweitschlechtesten Angriff der Liga gestellt hatte, nutzte die vielen Schwächen in der OFC-Abwehr gnadenlos aus und ging am Ende völlig verdient als Sieger vom Platz. „Das ist ein Rückschlag“, kommentierte Offenbachs Sportdirektor Sead Mehic die 90 bitteren Minuten: „Wir haben viel zu einfache Tore zugelassen.“ Beim 1:0 durch Marcel Carl (20.) war die komplette rechte Abwehrseite desorientiert. Carl umkurvte auch noch Benjamin Kirchhoff und schloss mit einem feinen Schlenzer in den Winkel perfekt ab. Die Kickers fanden kaum zu ihrem Spiel. Bezeichnend, dass Robin Scheu erst in der 45. Minute die erste Torchance hatte.

Trainer Reck reagierte zur Pause, wechselte Ihab Darwiche für Kirchhoff ein. Der lange verletzte Angreifer brachte sofort Leben ins bis dahin lahme Offensivspiel. Allerdings musste er erst mitansehen, wie sich der OFC erneut ein viel zu einfaches Gegentor einfing. Vor Hellmanns 2:0 hatte die linke Abwehrseite schlecht ausgesehen (54.). Nach dem 1:2 durch Darwiche (64.) währte die Hoffnung auf eine Wende nur drei Minuten. Dann war erneut Hellmann zur Stelle und erhöhte auf 3:1 (67.). Eine Minute später sah Robin Scheu nach einem zu harten Einsteigen die Gelb-Rote Karte (68.).

Bilder zum OFC-Spiel in Walldorf

„In Unterzahl war es dann schwierig“, räumte Reck ein. Der OFC mühte sich zwar, wurde nach Rapps Fehler im Spielaufbau aber klassisch ausgekontert. Polat durfte völlig frei abschließen (82.). Das 2:4 durch einen von Dren Hodja verwandelten Foulelfmeter – Darwiche war von Rennar gefoult worden – war nicht mehr als eine kosmetische Korrektur einer bitteren Pleite. Hodjas Fazit fiel ernüchtert aus. „Wir müssen viel kompakter stehen, solche Fehler werden in dieser Liga gnadenlos ausgenutzt.“

Das OFC-Zeugnis gegen Walldorf

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