Wurf- und Pyrotechnikeinlagen missfallen

Atmosphäre treibt OFC an

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Nachdem zuvor FSV-Fans Feuerwerkskörper gezündet hatten, „brannte“ in der zweiten Hälfte kurzzeitig der gesamte OFC-Fanblock. Die Reservisten der Kickers machten sich relativ unbeeindruckt davon warm. OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori distanzierte sich von dieser Aktion: „Das heißen wir nicht gut.“

Offenbach - Die Offenbacher Kickers haben in einem in vielerlei Hinsicht bemerkenswerten Derby ein klares Zeichen gesetzt. Von Daniel Schmitt und Jörg Moll

„Das war ein Big-Point-Spiel“, meinte Torwart Daniel Endres nach dem 3:1 (2:1)-Erfolg beim FSV Frankfurt, mit dem der Tabellenzweite den Vorsprung auf die Verfolger vorerst auf fünf Punkte ausbaute.
Als Daniel Endres die Katakomben des Bornheimer Hangs betrat, konnte der Torhüter der Offenbacher Kickers nicht anders. Die Emotionen mussten raus. „Jaaa“, entfuhr es ihm kurz. Dann sammelte er sich wieder, umarmte ein paar seiner Kollegen, scherzte mit dem ehemaligen Offenbacher in Diensten des FSV, Denis Mangafic, und richtete erste Worte mit einem breitem Grinsen in Richtung der wartenden Presse: „Heimspiele gewinnen wir immer.“ Was Endres damit meinte, erklärte er kurz darauf. „Die Stimmung war unbeschreiblich, genial. Mit dem Sieg haben wir alle belohnt, die vor dem Spiel über die Brücke gelaufen sind. “

Mehr als 2000 Offenbacher unter den 5234 Zuschauern hatten am Montagabend für eine prickelnde Atmosphäre am Bornheimer Hang gesorgt. „Es war in jeder Hinsicht ein richtig gutes Spiel“, meinte OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori. Auf dem Platz hatten ihm Intensität, Spieltempo und -qualität gefallen, auf den Rängen die außergewöhnliche Stimmung. Schon der friedliche Fanmarsch über die Kaiserlei-Brücke war ein Hingucker. Selbst OFC-Profis, die im Mannschaftsbus an den Anhängern vorbeifuhren, machten Handyvideos, stellten sie in soziale Netzwerke.

V ideo

Gar nicht begeistert war Fiori über die Gegenstände, die Fans bei FSV-Eckbällen aufs Feld warfen, und die Pyrotechnik-Einlage in der zweiten Hälfte. „Das heißen wir natürlich nicht gut“, betonte Fiori. Er rechnet damit, dass die Regionalliga Südwest zunächst Gastgeber FSV und dann den OFC um eine Stellungnahme bittet. Sollte es zu einer Bestrafung kommen, wäre es die erste in dieser Saison, betonte Fiori.

Bilder: OFC zum Derby in Frankfurt

Auch Dren Hodja erlebte die besondere Atmosphäre intensiv mit. Vor dem Strafstoß in der 71. Minute musste er eine gefühlte Ewigkeit mit der Ausführung warten. „Es war schwer, konzentriert zu bleiben“, meinte er nach seinem ersten Fehlschuss vom Punkt, der folgenlos blieb, weil er nach Aulbachs Parade den Ball gedankenschnell zum entscheidenden 3:1 über die Linie bugsierte. „Ich wollte Aulbach das Gefühl geben, dass er einen Elfer halten kann“, scherzte Hodja: „Im Ernst: Ich hatte Glück.“

Völlig begeistert war Maik Vetter, der mit seinem Tor zum 2:1 (31.) und dem herausgeholten Strafstoß („Ich lasse mich zurückfallen und werde von hinten geschubst. Ich denke, das war ein Foul“) wie schon beim 3:1 gegen Mainz 05 II großen Anteil am Erfolg hatte. „Es war eine tolle Stimmung, ein super Platz, wir haben alles rausgehauen. Beide Mannschaften haben versucht, Fußball zu spielen. Das hat bei uns ganz gut funktioniert“, meinte er.

Das OFC-Zeugnis gegen FSV Frankfurt

Dabei vergaßen die Offenbacher auch nicht, dass der FSV sie einige Male richtig in die Bredouille gebracht hatte. „Beim Gegentor haben wir uns angestellt wie eine Schülermannschaft“, meinte Endres mit Blick auf Vito Plut, der nach einem schnell ausgeführten Freistoß völlig frei auf ihn zulief (15.). Doch der Frust darüber war fix vergessen. „Wir haben wieder gezeigt, was möglich ist, wenn wir als Team auftreten“, resümierte Endres zufrieden.

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