Der nächste Wechsel-Versuch

Aufsichtsratssitzung: Fischer soll abgelöst werden

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David Fischer

Offenbach - Kickers Offenbach steht heute vor einem ereignisreichen Tag. Ab 16 Uhr entscheidet der Aufsichtsrat der Profi GmbH in seiner Sitzung über die Ablösung von Geschäftsführer David Fischer. Von Jochen Koch 

Und wenn das Präsidium des eingetragenen Vereins (e. V.) sich heute nicht mit dem Ex-Präsidenten Dr. Frank Ruhl einigt, muss der OFC innerhalb von drei Wochen 1,4 Millionen Euro zahlen. Präsidium und Verwaltungsrat hatten vor drei Wochen einstimmig für die Trennung von Geschäftsführer Fischer votiert. In der letzten Sitzung des Aufsichtsrates der Profi GmbH hatte sich für diesen Vorschlag aber überraschend keine Mehrheit gefunden. Nach vielen Gesprächen in den letzten Tagen soll sich das heute ändern. David Fischer (31) war im November 2012 vom damaligen Präsidenten Dr. Frank Ruhl als Nachfolger von Jörg Hambückers zum Geschäftsführer bestellt worden. Von 2009 bis 2011 war Fischer bereits als Marketing-Mitarbeiter beim OFC tätig, zu dem er nach einem sechsmonatigen Intermezzo beim Chemnitzer FC zurückkehrte.

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Immer noch Differenzen

Während der Insolvenzphase hatte Fischer sehr eng mit dem Insolvenzverwalter Dr. Andreas Kleinschmidt zusammengearbeitet. Schon in dieser Zeit hatte es immer wieder Differenzen mit dem Präsidium gegeben, hauptsächlich wegen der vermeintlich unzureichenden finanzielle Unterstützung der Nachwuchsabteilung. Nach dem in der Relegation verpassten Aufstieg in die 3. Liga monierte das Präsidium, man habe keinen Etatplan für die Regionalliga erhalten. Fischer hatte einen ersten Entwurf am 8. Juni an Präsident Lauprecht geschickt. Die detaillierte Planung (Budget 2,5 Millionen Euro, 1,4 Millionen für Personalkosten der Profi-Abteilung) folgte am 18. Juni.

Keine Basis für weitere Zusammenarbeit

Dennoch sehen die Präsidiumsmitglieder keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit und wollen sich so schnell wie möglich von Fischer trennen. Aber gestern deuteten sich Probleme bei der Umsetzung des Plans an. Offenbar stehen die Sponsorenvertreter dem Votum des Gesellschafters immer noch skeptisch gegenüber.

Der mögliche Nachfolger Fischers: Maximilian Bruns  

Der Nachfolger Fischers steht schon bereit. Nach Informationen unserer Zeitung soll Maximilian Bruns neuer Geschäftsführer werden. Der 26-Jährige arbeitet nach Abschluss seines Studiums seit einem Jahr als administrativer Leiter im Nachwuchsleistungszentrum auf dem Bieberer Berg. Mitglieder des Aufsichtsrates haben den designierten neuen Geschäftsführer gestern bereits bei Sponsoren vorgestellt. Eine offizielle Stellungnahme des Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden gibt es nicht. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte Claus-Arwed Lauprecht, er werde sich „gerne Ende der Woche melden“. Lauprecht ist auf Geschäftsreise in Marokko und es ist fraglich, ob er heute an der Aufsichtsratssitzung teilnehmen kann.

Eine größere Herausforderung wartet auf das Präsidium in den Verhandlungen mit Ex-Präsident Dr. Frank Ruhl. Der 59-Jährige ist einer von vier Gläubigern von annähernd vier Millionen Euro Verbindlichkeiten beim Verein. Nach drei Stundungen ist die Summe heute, am 30. Juni, fällig. Drei Gläubiger haben die Frist zur Rückzahlung nochmals drei Monate verlängert, damit die Kickers-Verantwortlichen offene Fragen mit dem Finanzamt klären können. Nur mit Ruhl gab es noch keine Einigung.

Denn zwischen Ruhl und seinen Nachfolgern herrscht Sprachlosigkeit. Seit Mitte Mai gibt es keinen persönlichen Kontakt mehr. Von der ursprünglichen Idee (Übertragung der Schulden auf die GmbH, Umwandlung in Besserungsscheine) hat Ruhl nie viel gehalten, weil er die Umsetzung für unrealistisch hält. Der Verein wiederum hat Ruhls Forderungen in Höhe von 1,4 Millionen Euro, die er von früheren Gläubigern aufgekauft hat, nicht anerkannt und inzwischen einen Rechtsanwalt zur Prüfung eingeschaltet. Ruhls Vorschlag, die Schulden mit Anteilen an der Profi-GmbH (bisher zu 100 Prozent im Besitz des Vereins) zu verrechnen, lehnt der Verein ab. Man befürchtet, dass der OFC dann zum Spielball von Spekulanten werden könnte. Ruhl wiederum würde dem OFC ein Rückkaufsrecht für die Anteile anbieten.

„Es wird jetzt höchste Zeit, dass man von Vereinsseite endlich mit mir redet“, wundert sich Ruhl, dass es trotz des Zeitdrucks außer dem Schreiben des Anwalts keinerlei Kontakt mit dem Verein gibt. Die 1,4 Millionen Euro von Ruhl werden am Mittwoch, 1. Juli, fällig. Dann hat der Verein noch eine letzte Frist von drei Wochen. Wenn es dann bis zum 22. Juli keine Einigung über eine Stundung gibt, oder der OFC nicht zahlt, ist die nächste Insolvenz bei Kickers Offenbach fällig.

OFC stellt neues Trikot vor und gewinnt 6:0

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