Gespräche mit Kandidaten für den Trainerjob

Aufstiegsplanung 2019 startet bei den Kickers

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Oliver Reck und die Kickers-Spieler verabschiedeten sich nach dem 0:1 gegen die VfB-Amateure von den Fans. Insgesamt kamen 111.576 zu den 18 Heimspielen, im Schnitt 6199 pro Spiel. Mit Abstand Bestwert in dieser Liga.

Offenbach - Nicht nur die 0:1-Heimniederlage der Offenbacher Kickers gegen die U23 des VfB Stuttgart hatte vielen Besuchern auf dem Bieberer Berg am Freitagabend aufs Gemüt geschlagen. Enttäuschung und Frust nach einem völlig missglückten Saisonendspurt haben die Abschiedsstimmung im letzten Heimspiel von Oliver Reck geprägt.  Von Jochen Koch 

Der Trainer wollte keine Verabschiedung, begab sich dann aber mit der Mannschaft auf eine Ehrenrunde. Nach vielen Worten des Dankes in der Pressekonferenz wurde Reck noch gefragt, wie bitter der Abschied von Kickers Offenbach nach zweieinhalb Jahren für ihn sei. „Es ist alles gesagt“, lautete die Reck-typische „Antwort“. Dabei gäbe es im Zusammenhang mit der Trennung und der verschenkten Aufstiegschance noch viel zu besprechen und zu erklären. Nach dem 0:1 ist Präsident Helmut Spahn der Kragen geplatzt und er hat in den sozialen Medien Dampf abgelassen. Einige Auszüge: „Fazit ist: Wir sind trotz dieses Trainers lange vorne gewesen ... Diese Mannschaft hat Potential ... Für viel mehr!“ „Wir sind in der Tat schuld …, weil wir zu spät reagiert haben.“

Am Sonntag relativierte Spahn seine Kommentare wieder etwas. „Da habe ich überzogen. Ich habe mich sehr darüber geärgert, dass Leute aus dem engeren Umfeld über ihre Kanäle versuchen, Stimmung zu machen.“

Die Reaktionen von Spahn machen erneut deutlich, dass das Vertrauensverhältnis schon länger zerrüttet war. Zweifel, den Vertrag mit Reck zu verlängern, hatte es schon im Dezember 2017 gegeben. Damals hatte man sich zusammengesetzt, wollte die ersten Spiele 2018 abwarten, dann vertagte man sich Woche um Woche. Vielleicht, so fragt man sich jetzt bei den Verantwortlichen, hätte man früher einen Impuls setzen müssen. Doch offenbar fühlte man sich Reck gegenüber verpflichtet, der zuvor alle schwierigen Situationen, auch den Neun-Punkte-Anzug, mitgetragen hatte.

Aber als sich schon in den ersten Spielen 2018 der Abwärtstrend in den Leistungen und den Ergebnissen abzeichnete, fehlte den Verantwortlichen die Überzeugung, vielleicht auch der Mut, zu reagieren. Die zweitbeste Hinrundenmannschaft (38 Punkte) stürzte in der Rückrunde ungebremst ins Mittelmaß ab (25 Punkte), verlor nicht nur ihre Heimstärke, sondern auch die Überzeugung in die eigenen Fähigkeiten und dann vier der letzten fünf Spiele.

Kickers gegen VfB Stuttgart II: Bilder

Spahn ließ keinen Zweifel, dass Oliver Reck auch im letzten Saisonspiel Trainer der Kickers sein wird. „Natürlich. Der Vertrag steht und wir werden ihn von unserer Seite erfüllen.“ Bis zum Spiel bei Schott Mainz am 12. Mai.

Ab heute starten die Aufstiegsplanungen für 2019, wenn Spahn, Sportdirektor Sead Mehic und Geschäftsführer Christopher Fiori die Gespräche mit den Kandidaten für den Trainerjob beginnen. „Natürlich haben wir in den letzten Wochen ein Anforderungsprofil und Listen mit Namen erstellt. Aber wir haben bis zur Bekanntgabe der Trennung von Oliver Reck mit keinem anderen Trainer gesprochen“, beteuert Spahn. Der neue Trainer soll auch erst nach dem letzten Spiel bekannt gegeben werden.

Weit oben auf der Liste steht, wie berichtet, Daniel Steuernagel. Nachfragen zu Steuernagel blockt Spahn zunächst ab („Wir wollen keine Namen kommentieren“), schiebt dann schmunzelnd nach: „Ein interessanter Mann.“ Der neue Trainer muss einige Personalien klären. Nicht erst das 0:1 gegen den VfB Stuttgart hat gezeigt, dass das Team Veränderungen und Verstärkungen benötigt. Denn an den Ambitionen wird sich nichts ändern. Kickers Offenbach will raus aus der Viertklassigkeit.

Frust und Freude: Die schönsten Bilder mit Oliver Reck

Und Reck? Der scheidende OFC-Trainer saß gestern beim Drittligaspiel zwischen den Sportfreunden Lotte und Würzburg auf der Tribüne. Er wird als Nachfolger von Lotte-Coach Andreas Golombek gehandelt, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft.

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