Kickers Offenbach

Kommentar zur Krise des OFC: Auswege gefragt, nicht neue Ausreden

Kickers Offenbach steckt in der Krise.
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Kickers Offenbach steckt in der Krise.

Kickers Offenbach steckt nach der Niederlage gegen den TSV Schott Mainz in einer Krise. Ein Kommentar.

Die erhoffte Reaktion bei den Offenbacher Kickers ist ausgeblieben. Stattdessen versetzten die Feierabendkicker des TSV Schott Mainz den Meisterschaftsaspiranten a.D. in eine Schockstarre. Der Trainer ist ratlos, der Geschäftsführer bittet um Geduld, die bei den Fans aufgebraucht ist.

OFC steckt in der Krise

Die Situation beim OFC ist nicht neu, sie kommt nicht überraschend. Auch wenn alle Voraussetzungen für einen Aufschwung perfekt schienen. Platz drei 2020/21. Ein Team, das Spaß machte, dessen Leistungsträger bis auf den so lange gesuchten spielstarken Sechser Charles Elie Laprevotte blieben. Dazu eine lange Vorbereitung inklusive Trainingslager und ein finanzieller Background, wie es ihn lange nicht in der Größenordnung gab.

OFC: Sobotzik lag bei einigen Transfers daneben

Ideale Bedingungen also für Geschäftsführer Thomas Sobotzik. Der 46-Jährige, seit November 2019 im Amt, hat in dieser Zeit 32 Spieler verpflichtet, ebenso viele gingen. Sreto Ristic ist der dritte Trainer. Nicht selten - wie bei Abu Bakarr Kargbo oder Marco Fritscher - wurden bestehende Verträge gegen Ausgleichszahlungen aufgelöst. Mit den Transfers in dieser Saison lag Sobotzik Stand heute mit Ausnahme von Dejan Bozic daneben. Im Gegenteil: Der Kader wirkt erneut unausgeglichen. In Serkan Firat, Elsamed Ramaj, Rafael Garcia, Davud Tuma und Christian Stark stehen fünf Linksaußen zur Auswahl. Auf Rechtsaußen gibt es nur angelernte Kräfte (Firat, Hermes).

Die Transferphilosophie des OFC gleicht einem Durchlauferhitzer. Wer nicht sofort auf Betriebstemperatur ist, wird ausgetauscht. Was im gleichen Zeitraum zugenommen hat, sind Ausreden. Mal waren es die großen Kader der zweiten Mannschaften, mal die Terminansetzungen, zuletzt immer öfter der Platz oder Schiedsrichter. Beim OFC muss die interne Kultur überdacht werden. Auswege aus der Krise sind gefragt, nicht neue Ausreden. Von Jörg Moll

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