„Mit Klassenerhalt wäre viel erreicht“

OFC: Personalsituation vor Start in die Restsaison weiterhin angespannt

Offenbach - Die Lage bei den Offenbacher Kickers ist weiter angespannt – in sportlicher und personeller Hinsicht. Das tut der Stimmung kurz vor dem Start der Restsaison der Regionalliga Südwest aber keinen Abbruch. Zumal sich die Reihen im OFC-Lazarett langsam lichten. Von Christian Düncher 

Den Humor haben sie bei Kickers Offenbach noch nicht verloren. „Aus dir machen wir auch noch einen Horst Hrubesch“, scherzte Oliver Reck gestern beim Training, nachdem Dren Hodja eine Chance per Kopf vergeben hatte. Dabei hätte der 51 Jahre alte OFC-Coach durchaus einen Grund, Trübsal zu blasen. Die Vorbereitung verlief trotz des Trainingslagers auf Zypern durchwachsen (unter anderem fielen zwei Testspiele ersatzlos aus), zudem ist die personelle Situation kurz vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres (Samstag, 14 Uhr, bei Schlusslicht Nöttingen) weiterhin angespannt. Doch Reck klagt nicht, richtet den Blick stattdessen nach vorne: „Wir haben 13 Spiele vor uns. Wenn wir die Klasse halten, haben wir viel erreicht.“

Zwar übten gestern 19 Spieler auf dem Nebenfeld und damit drei mehr als noch vergangenen Freitag, in Stefano Maier, Kristian Maslanka (beide Knieprobleme) und Marco Rapp (wird nach Schambeinproblemen langsam herangeführt) übte aber ein Trio abseits der Kollegen. Sie werden bis Samstag noch keine Option sein. Und unter den verbliebenen 16 Akteuren waren in Nicola Jürgens (Mittelfeld) und Bilal Zabadne (Tor) noch zwei Spieler aus der U19 (Hessenliga).

Muss improvisieren: OFC-Trainer Oliver Reck.

Unterstützung aus dem Jugendbereich wird wohl auch erforderlich sein, um mit einem 18-Mann-Kader die Reise nach Nöttingen antreten zu können. Zwar sollen die nur leicht angeschlagenen Ko Sawada und Bryan Gaul sowie Semih Sentürk (fehlte gestern, weil er sich auf eine wichtige Schularbeit vorbereitete) noch diese Woche ins Training zurückkehren, doch Gaul fehlt am Samstag wegen einer Gelb-Sperre. Nöttingens Trainer, der einstige Kickers-Spieler Dubravko Kolinger, hat zwar von den Offenbacher Problemen gehört, will diese aber nicht überbewerten. „Der OFC hat nun die Schwierigkeiten, die wir in der Hinrunde hatten. Wir sind mal nur mit 13 Spielern zum FC Homburg gefahren und haben uns dort trotz des 0:2 sehr gut verkauft. Das sagt also gar nichts.“

Erfreulich für die Kickers: Maik Vetter trainiert nach seinem Innenbandanriss bereits wieder so, als wäre er nie verletzt gewesen. Ein Kandidat für die Startelf ist er aber wohl noch nicht. Dabei könnte Reck ihn im defensiven Mittelfeld gebrauchen. In Rapp und Gaul fehlt die etatmäßige Doppel-Sechs. Außerdem fällt Maslanka aus. Somit bliebe nur Sentürk (19), der diese Saison erst 24 Minuten gespielt hat. Anderenfalls müsste Dren Hodja eine Position nach hinten oder Serkan Göcer von der rechten Seite in die Mitte rücken. Beides wurde bereits getestet.

Die Austragung der Partie in Nöttingen ist übrigens nicht gefährdet. Und auch der Rasen in Offenbach hat das Rugby-Länderspiel gut überstanden. „Die Schäden waren so wie beim Fußball. Auch dort sind wir drei, vier Tage damit beschäftigt, Löcher zu beseitigen“, sagte Stadionmanager Andreas Herzog.

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