Bereit für das Pokalspiel

+
Drei Bälle braucht der Mann. Olivier Occean gestern in Antalya.

Antalya ‐ Der eine war ganz fest als Leistungsträger eingeplant, der andere hat sich in kürzester Zeit zu einem entwickelt - beide standen den Offenbacher Kickers jedoch nicht wie gewünscht zur Verfügung. Von Christian Düncher

Olivier Occean war in der ersten Hälfte der Saison zwar mit neun Treffern bester Torschütze des OFC, kam aber nur in 14 von 19 Partien zum Einsatz und wurde vor allem in den letzten Spielen arg vermisst.

Von sechs Spielen ohne ihn gewannen die Kickers zwei, erzielten nur noch 1,33 Tore pro Spiel und fielen auf Platz drei zurück. Mit Occean hatten sie 2,15 Tore pro Spiel erzielt. Alexander Huber fiel aufgrund einer Knieverletzung sogar die gesamte Vorrunde aus. Im Trainingslager arbeiten beide nun an ihrem Comeback.

„Über die Qualitäten eines Alexander Huber müssen wir nicht sprechen, er gehört zu den besten Spielern der 3. Liga“, lobt Kickers-Sportmanager Andreas Möller den rechten Außenverteidiger. „Und dass uns Olivier Occean vorne gewaltig gefehlt hat, liegt ebenfalls auf der Hand.“ Der Kanadier, mit seiner körperbetonten Spielweise, Kopfballstärke und technischen Raffinesse wohl der beste Stürmer der 3. Liga, ist nach Erwin Kostedde und Manfred Ritschel (1976) wieder der erste A-Nationalspieler für Kickers Offenbach. Er sei ein Ausnahmespieler, der auch ein, zwei Klassen höher mithalten könne, meint Trainer Wolfgang Wolf. „Wenn beide wieder spielen, hebt das die Qualität der Mannschaft natürlich gewaltig an“, sagt Möller. „Huber ist quasi ein Neuzugang, nachdem er fast ein halbes Jahr gefehlt hat.“

Bilder von Tag vier und fünf im Trainingslager

Die Kickers in Antalya - Teil 4 & 5

Nach einem Riss des hinteren Kreuzbandes, zugezogen Mitte Juli in einem Vorbereitungsspiel gegen PAOK Saloniki, war der 24-Jährige erst Ende des vergangenen Jahres ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. „Ich hatte mich in meinem ersten Profijahr mal schwer am Sprunggelenk verletzt, aber so lange wie diesmal bin ich vorher noch nie ausgefallen“, sagt Huber, der schon dreimal sein Comeback geben sollte. Doch die Spiele fielen jeweils aus. „Darüber bin ich allerdings nicht so traurig“, gesteht er. „Jetzt kann ich vorher erstmal die komplette Vorbereitung mitmachen, das ist optimal.“

Lesen Sie heute außerdem:

Engländer Ricketts keine Verstärkung für Kickers

Gegen Ingolstadt hatte Huber kürzlich im Trainingslager seinen ersten ernsthaften Test über 90 Minuten und präsentierte sich, als sei er nie weg gewesen: „Das war die erste echte Belastungsprobe für das Knie. Es zwickt manchmal noch ein bisschen, aber sonst ist alles okay“, sagte der Außenverteidiger, der sich bereits fit fühlt für das Pokalnachholspiel am 19. Januar gegen den 1. FC Nürnberg. „Das ist durchaus realistisch“, meint Huber, der in den vorherigen zwei Spielzeiten 74 von 76 möglichen Partien absolvierte und dabei fast ausnahmslos in der Startelf stand. Ob es nun schon für einen Platz in der Anfangsformation reicht? „Ich hoffe es“, sagt Huber, „denn eingewechselt zu werden, mag ich eigentlich überhaupt nicht. Beim ersten Sprint hat man da immer das Gefühl, dass es einem die Lunge zerreißt.“

Mit der ganzen Familie Weihnachten gefeiert

Occean zog sich im Gegensatz zu Huber zwar nur einen Muskelfaserriss zu, musste sich aber auch erst wieder langsam heranarbeiten. „Ich will immer 100 Prozent geben“, sagt der Stürmer. „Aber ich musste lernen, nicht zu überdrehen, sondern alles Schritt für Schritt zu machen.“ Inzwischen fühlt sich Occean wieder fit - auch mental. Dafür hat auch der Besuch in der Heimat gesorgt. „Ich habe das erste Mal seit zwei Jahren wieder mit der gesamten Familie Weihnachten gefeiert. Das war eine schöne Sache“, sagt Occean, der sich ebenso wie Huber bereit sieht für das Spiel gegen Nürnberg.

Wenig später müssen die Kickers dann wohl wieder auf ihren besten Angreifer verzichten, aber nur für ein paar Tage. Kanada spielt am 9. Februar in Larisa gegen Griechenland - und Occean ist wohl dabei. Das habe ihm der Nationaltrainer signalisiert. Wolf hätte nichts dagegen: „Griechenland ist ja keine Weltreise.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare