Pokal-Duell umso wichtiger

Beschimpfung statt Party beim OFC

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Ernste Mienen beim Gang vor den Fanblock: Die OFC-Spieler mussten sich nach dem 1:1 in Pirmasens einiges anhören.

Offenbach - Die Stimmung bei Kickers Offenbach ist nach dem zweiten verschenkten Sieg in Folge in der Liga am Kippen. Beim Pokalspiel am Dienstag gegen den SC Hessen Dreieich geht es somit um mehr als nur den Einzug ins Halbfinale. Von Christian Düncher

Nur zwei Wochen liegen zwischen den Extremen. Am 6. Oktober hatten Spieler und Fans der Offenbacher Kickers noch gemeinsam euphorisch das 3:1 bei Tabellenführer Mannheim gefeiert. Als das Team nun am Freitagabend in Pirmasens vor den Gästeblock trat, gab es keine Party. Im Gegenteil. Die Fans waren sauer und ließen das die Spieler spüren, die sich die Schimpftiraden aus einigem Abstand anhörten, ehe sie das Gespräch am Zaun suchten. „Jedes mal die selbe Scheiße“ war dabei noch einer der harmloseren Sprüche. Dennis Schulte zeigte dafür Verständnis. „Das muss man als Spieler aushalten. Die Fans fahren drei Stunden. Sie erwarten natürlich etwas anderes“, sagte der Innenverteidiger und erinnerte an ein altes OFC-Motto: „Wir können es nur zusammen schaffen.“

Wer aber zweimal in Folge einen Sieg in der Schlussphase herschenkt, verärgert sogar die treuesten der Treuen. Waren die meisten Fans nach dem enttäuschenden 1:1 gegen die TSG Balingen noch enttäuscht, aber schweigend nach Hause gegangen, hagelte es nun Unmutsäußerungen – im Stadion und in den Kommentaren im Internet. Dabei hatte der OFC in Pirmasens lange vieles richtig gemacht. Die Taktik von Trainer Daniel Steuernagel mit Dren Hodja als zweiter, hängender Spitze ging zunächst voll auf. „Bis zur 70. Minute war es fast perfekt. Aber dann haben wir das Spiel aus der Hand gegeben“, sagte der OFC-Coach. Der dann folgende Einbruch sei „nicht zu erklären“.

OFC-Zeugnis gegen FK Pirmasens

Peter Tretter hatte ihn hingegen vorhergesehen. „Wir wussten, dass Offenbach am Ende Probleme bekommt“, frohlockte der Trainer des FK Pirmasens und meinte damit das 1:1 gegen Balingen. Fakt ist aber: Der OFC hatte diese Saison zuvor erst zweimal ein spätes Gegentor kassiert (gegen Saarbrücken und Balingen – jeweils zum 1:1), aber schon achtmal nach der 75. Minute getroffen. „Wir sind eigentlich das Team der letzten Viertelstunde“, hatte Steuernagel unlängst gesagt. Umso mehr wunderte ihn, dass die Führung in den Schlussminuten erneut verspielt wurde: „Das hat nichts mit Kraft zu tun, das ist eine Frage der Konzentration. Da fehlt uns Abgezocktheit.“

Aber ist fehlende Konzentration nicht eine Folge nachlassender Kraft? Hätte man nicht frische Spieler bringen müssen? Nachdem die Wechsel gegen Saarbrücken und Balingen nichts gebracht hatten, tauschte Steuernagel in Pirmasens zweimal – jeweils verletzungsbedingt, einmal in der 89. Minute. Die Offensiven Hirst, Vetter und Firat wollte er nicht rausnehmen, „da sie immer was bewegen können“, Ikpide war nach den Erfahrungen gegen Saarbrücken und Balingen bei dem Resultat keine Option fürs defensive Mittelfeld.

OFC zu Gast in Pirmasens: Bilder

Immerhin: Als sich die Emotionen in Pirmasens gelegt hatten, gab es von den Fans aufmunternde Worte für das Hessenpokal-Viertelfinale am Dienstag (19 Uhr/Livestream auf op-online.de) gegen Dreieich. Bei nun zehn Punkten Rückstand auf Mannheim ruhen die Hoffnungen der Fans fast nur noch auf dem Pokal. Man kann sich vorstellen, was für eine Stimmung nach einer Pleite herrschen würde.

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