Phasenweise hitzige Partei

Im Test gegen Erfurt beweist der OFC Zweikampfhärte

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Der Ausgleich für den OFC: Kevin Ikpide (links) kommt nach einem Eckball an den Ball und schießt volley zum 1:1 ein. Der 21-Jährige gefiel nach der Pause als zweikampfstarker „Sechser“ im Mittelfeld.

Offenbach – Zu ungewöhnlicher Uhrzeit um 14 Uhr vor erstaunlich guter Kulisse von 300 Zuschauern haben die Offenbacher Kickers gestern einen echten Härtetest bestanden. Beim 1:1 (1:1) gegen den Tabellendritten der Fußball-Regionalliga Nordost, Rot-Weiß Erfurt, ging es vor allem in der ersten Hälfte richtig zur Sache. Von Jörg Moll

„Das war ein sehr guter Test für uns, weil wir uns auch körperlich richtig wehren mussten“, sagte Daniel Steuernagel. „Man hat gesehen, dass Erfurt, das ja am kommenden Wochenende startet, schon etwas weiter war“, meinte der Trainer des Tabellenvierten der Fußball-Regionalliga Südwest, der erst am 23. Februar wieder um Punkte spielt.

Die Kickers traten gegen den von Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric trainierten thüringischen Traditionsklub ohne Dennis Schulte (Syndesmosebandriss), Lucas Albrecht, Serkan Göcer, Ko Sawada (alle angeschlagen) und Christos Stoilas (krank) an. Auch Serkan Firat war nur Zuschauer. Der Linksaußen kuriert die Folgen eines Hörsturzes aus. Dafür stand erstmals Winterzugang Matias Pyysalo in der Startelf.

Der Finne agierte in der ersten Hälfte im 4-2-2-2-System als zweite Spitze neben Jake Hirst. Der 23-Jährige hatte aber wie die gesamte Offenbacher Mannschaft zunächst Probleme gegen die aggressiv anlaufenden Gäste. „Wir haben am Vortag sehr hart trainiert, da hatten einige noch schwere Beine und kamen deshalb oft zu spät“, erklärte Steuernagel die großen Lücken im defensiven Gefüge.

Exemplarisch dafür die Entstehung des Führungstreffers. Hasse war nach einem Pass in die Schnittstelle völlig frei durch, Benjamin Kirchhoff brachte ihn im Strafraum zu Fall. Gladrow verwandelte den Strafstoß souverän (18.). Doch danach fanden die Kickers besser ins Spiel, hielten aggressiv dagegen. Die Intensität der Zweikämpfe nahm zwischenzeitlich sogar grenzwertige Züge an. Höhepunkt war eine üble Grätsche von Petar Lela an Luka Garic (33.), in deren Folge er „nur“ Gelb sah und dann Teil einer Rudelbildung war. Doch die Szenerie beruhigte sich nach energischem Einschreiten von Brdaric.

Bilder: OFC testet gegen Rot-Weiß Erfurt 

Nach dem Ausgleich durch Kevin Ikpide, der nach einer Ecke volley vollendete, waren die Kickers endgültig im Spiel. In Halbzeit zwei stellte Steuernagel taktisch auf ein 3-1-4-2-System um. „Dadurch hatten wir mehr Zugriff und Kontrolle“, meinte er. Die Kickers kombinierten nun gefällig, ohne richtig zwingend zu werden. Später brachte der OFC-Coach auch noch Moritz Reinhard, der nach vier Wochen Pause wegen einer Sehnenreizung im Knie als zweite Spitze agierte. Steuernagel bescheinigte ihm wie auch Pyysalo, der in der zweiten Hälfte hinter den Spitzen besser zur Geltung kam, einen „guten Einstand“.

Kickers Offenbach: Endres - Marx (46. Akgöz), Lovric, Kirchhoff, Scheffler (46. Gohlke) - Hodja (46. Hecht-Zirpel), Ikpide, Vetter, Garic - Hirst (64. Reinhard), Pyysalo (64. Ferukoski)

Zuschauer: 300 - Tore: 0:1 Gladrow (18./FE), 1:1 Ikpide (27.)

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