Kapitän fehlt drei Monate

Zwei gesperrte und drei verletzte Spieler beim OFC 

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Die Kickers haben einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen. 

Kaum sind die Offenbacher Kickers nach fast zwei Jahren wieder Spitzenreiter in der Regionalliga Südwest, erwischt es sie knüppelhart. 

Offenbach – Ausgerechnet vor dem Topspiel gegen den ebenfalls noch ungeschlagenen Tabellenvierten SV Elversberg wird die Ausfallliste beim OFC immer länger.

Mit Gerrit Gohlke und Kevin Pezzoni sind beide Innenverteidiger am Samstag gesperrt. Der 20-jährige Gohlke muss noch gegen Elversberg pausieren, kann dann im nächsten Auswärtsspiel beim FC Homburg wieder mitspielen. Pezzoni wird da noch fehlen. Nach seiner Roten Karte wegen Notbremse in Hoffenheim muss der Abwehrchef die Mindeststrafe von zwei Spielen absitzen. Einspringen sollte dafür Lucas Albrecht. Doch der Routinier plagt sich seit zwei Wochen mit Achillessehnenbeschwerden, könnte heute wieder ins Training einsteigen. Ein Einsatz am Samstag dürfte jedoch zu früh kommen. Ebenfalls pausieren musste zuletzt Andis Shala. Der 30-jährige Stürmer konnte wegen Rückenbeschwerden nicht trainieren und spielen. Immerhin wurde bei den Untersuchungen ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen. Heute will Shala wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, vielleicht reicht es für einen Platz im Kader am Samstag.

Kapitän fehlt für drei Monate 

Doch am härtesten trifft die Kickers der Ausfall von Richard Weil. Der Kapitän fehlt wahrscheinlich drei Monate.

Der Spielführer der Kickers hat sich in der Partie am Sonntag bei der TSG Hoffenheim II „eine Teilruptur der Biceps-Femoris-Sehne“ zugezogen. Diese Sehne befindet sich am Oberschenkelmuskel, im Übergang zum Knie. Ein Sehnenriss wird in der Regel nicht operiert, sondern konservativ behandelt. Das Bein wird dafür einige Wochen ruhig gestellt. Weitere Untersuchungen in der kommenden Woche sollen zeigen, ob die Verletzung von Weil ohne Operation behandelt werden kann. Bei einem dreimonatigen Ausfall könnte der 31-Jährige eventuell ab Ende November noch in den letzten drei Spielen vor der Winterpause mitwirken.

Er hat es gleich geahnt: Richard Weil nach seiner schweren Verletzung in Hoffenheim. Links OFC-Physiotherapeut Jörn Klümper. 

„Das waren teuer erkaufte Siege“, blickt Sportdirektor Sead Mehic mit gemischten Gefühlen auf den „richtig guten Start“ der Kickers zurück. Durch den Ausfall von Weil müssten nun andere Spieler sich dessen Rolle als Leader teilen. „Die Jungs haben das drauf. Daghfous, Lovric, Campagna, Vetter werden immer stärker, die schultern das auch noch“, sieht Mehic die erfahrenen Spieler noch mehr in der Verantwortung.

Neue Verpflichtung? 

Bisher konnten die Kickers die Ausfälle mit Spielern von der Bank gut kompensieren. In Hoffenheim übernahmen Luka Garic und Kevin Ikpide die Positionen von Weil und Pezzoni, daran wird sich gegen Elversberg nichts ändern. Kurzfristig werden die Kickers auf den Ausfall von Weil nicht reagieren. „Vor Elversberg wird es keinen Schnellschuss geben. Aber natürlich machen wir uns Gedanken, ob wir noch jemanden verpflichten. Wir werden das in Absprache mit Aufsichtsrat und Geschäftsführer genau prüfen“, so Mehic.

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Der Sportdirektor lässt bewusst offen, ob eine Verstärkung für Mittelfeld oder Offensive gesucht wird. „Wir haben in der Transferperiode noch zwölf Tage Zeit und werden genau abwägen, was am sinnvollsten und machbar ist. Aber jetzt,“ sagt Mehic, „müssen wir uns nur auf das Elversberg-Spiel konzentrieren. Ich bin sicher, mit der Unterstützung der Fans ist auch gegen diese Topmannschaft sehr viel möglich.“

VON JOCHEN KOCH

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