Kickers Offenbach

Bitterer Jahresabschluss für OFC in Balingen

Entscheidung kurz vor Schluss: Balingens Simon Klostermann schiebt den Ball frei vor Stephan Flauder (Mitte) überlegt zum 1:0 ins Tor. Sebastian Zieleniecki (links) kann nach kapitalem Ballverlust seines Innenverteidigerkollegen Malte Karbstein nichts mehr retten.
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Entscheidung kurz vor Schluss: Balingens Simon Klostermann schiebt den Ball frei vor Stephan Flauder (Mitte) überlegt zum 1:0 ins Tor. Sebastian Zieleniecki (links) kann nach kapitalem Ballverlust seines Innenverteidigerkollegen Malte Karbstein nichts mehr retten.

Mit einem Sieg wollte sich Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach in die kurze Winterpause verschieden, stattdessen setzte es mit dem 0:1 (0:0) bei der TSG Balingen die zweite Pleite in Folge - weil der OFC seine Chancen nicht nutzte und kurz vor Schluss hinten einmal entscheidend patzte.

Balingen – Der nächste bittere Rückschlag binnen vier Tagen: Die Offenbacher Kickers verabschieden sich mit der zweiten Niederlage in Folge in die kurze Winterpause der Fußball-Regionalliga Südwest. Die 0:1 (0:0)-Niederlage bei der TSG Balingen hat sich der OFC allerdings komplett selbst zuzuschreiben.

Die Kickers waren über weite Strecken klar spielbestimmend, ließen aber ein halbes Dutzend guter Chancen aus - und leiteten dann das Gegentor fünf Minuten vor Schluss mit einem kapitalen Fehler von Malte Karbstein selbst ein. „Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Sie hat alles reingeworfen, sich aber nicht belohnt“, sagte Trainer Angelo Bareltta: „Und am Ende haben wir wie schon gegen Aalen Lehrgeld bezahlt.“

Damit gelang es den Kickers erstmals in dieser Saison nicht, nach einem schwachen Spiel direkt wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. Zudem verpassten sie es erneut, eine Steilvorlage der Konkurrenz zu nutzen. Am Mittag hatte Spitzenreiter SC Freiburg II überraschend gegen den FC Bayern Alzenau 0:1 verloren. Mit einem Dreier wären die Kickers bis auf einen Punkt herangekommen. Stattdessen bleiben sie auf Rang vier und gehen mit dem unschönen Gefühl ins neue Jahr, dass sie nach dem Restart in Folge der Corona-Zwangspause nur vier Punkte aus vier Spielen geholt haben - zu wenig für die Ansprüche.

Barletta hatte im Nachholspiel in Balingen - der erste Termin Ende September war wegen eines Corona-Falls bei der TSG drei Stunden vor dem Anpfiff abgesagt worden - das Experiment Doppelspitze (Mathias Fetsch/Elia Soriano) erwartungsgemäß beendet. Gegenüber dem 0:2 gegen Aalen ersetzte Linksaußen Marcell Sobotta Soriano (Bank). Marco Fritscher begann rechts hinten für Francesco Calabrese (nicht im Kader). Barletta hatte vor allem Grundtugenden eingefordert: also die Zweikämpfe anzunehmen, sicher zu stehen - und „nicht kopflos zu agieren“. Und seine Elf agierte von Beginn an viel griffiger.

Balingen, vergangene Saison nur aufgrund des corona-bedingten Rundenabbruchs in der Liga geblieben, stand erwartungsgemäß kompakt, lauerte auf Umschaltsituationen und hoffte auf seine gefährlichen Standards. Doch die Kickers ließen wenig zu und hatten früh die Chance zur Führung. Doch nach Marcos’ Flanke war Firat aus vier Metern zu überrascht, brachte keinen Druck hinter den Ball (3.). Angetrieben von Bojaj, der sich immer wieder geschickt zurückfallen ließ, inszenierten die Offenbacher eine Reihe guter Chancen. Sobotta (16., nach Flanke von Firat) und Bojaj, der sich auf engstem Raum zweier Gegenspieler entledigte, dann aber an Balingens Bestem, Torwart Marcel Binanzer scheiterte (23.), vergaben jedoch.

Die Kickers agierten in der Offensive variabler als gegen Aalen, die beiden offensiven Außen Firat und Sobotta wechselten häufig die Seiten - und der Ball lief gut durch die Reihen. Was fehlte, war das Führungstor, das erneut Sobotta (42.) aus zehn Metern auf dem Fuß hatte, aber wegrutschte. Die klarste Gelegenheit hatte Torjäger Fetsch, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach Freistoß von Deniz (sah seine fünfte Gelbe Karte, fehlt damit im ersten Spiel nach der Winterpause) aus kurzer Distanz per Kopf an Binanzer scheiterte.

Die Gastgeber hatten nur eine zwingende Chance durch einen Freistoß von Kapitän Matthias Schmitz, dessen 28-Meter-Schuss Flauder aber parierte (6.).

Die Offenbacher suchten auch nach dem Seitenwechsel weiter den Weg nach vorne - und hatten durch Fetsch (64.), dessen Kopfball Binanzer erneut überragend parierte, und Sobotta (71.), der freistehend aus zehn Metern klar verzog, weitere Chancen. Als auch der für Fetsch eingewechselte Soriano nach tollem Solo an Binanzer scheiterte, folgte die Strafe für derart mangelhafte Chancenverwertung in der 85. Minute: Nach krassem Stockfehler von Malte Karbstein am Mittelkreis stiebitzte Simon Klostermann den Ball, lief 15, 20 Meter alleine auf Flauder zu und traf flache ins linke Eck. Die Balinger, am Samstag noch 0:1-Verlierer gegen den FSV Frankfurt (3.), hatten den Spielverlauf damit völlig auf den Kopf gestellt.

Von Jörg Moll

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