Aus im Hessenpokal nach 1:2 gegen SC Hessen Dreieich

Bitterer Tag für die Kickers

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Frust pur bei den Spielern der Offenbacher Kickers: Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Dreieich sind die Träume vom DFB-Pokal geplatzt. Stattdessen trifft der SC Hessen im Halbfinale im Frühjahr 2019 auf den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden.

Offenbach -  Jubel beim SC Hessen Dreieich, Enttäuschung bei den Offenbacher Kickers: Der Außenseiter siegte gestern im Hessenpokal-Viertelfinale mit 2:1 (1:0) beim Ligarivalen und darf damit weiter von der DFB-Pokalteilnahme träumen. Von Christian Düncher 

Danny Klein hat die Sorgen der Offenbacher Kickers verschärft. Der Offensivspieler des SC Hessen Dreieich schoss den OFC quasi im Alleingang aus dem Hessenpokal, traf beim 2:1 (1:0)-Sieg des Außenseiters im Viertelfinale doppelt. Die Kickers haben somit ihr erstes Saisonziel verpasst. Und in der Regionalliga Südwest liegen sie bereits zehn Punkte hinter Spitzenreiter Mannheim. Entsprechend fielen nach dem Schlusspfiff die Reaktionen aus. Während sich die Gäste in den Armen lagen, herrschte beim OFC Fassungslosigkeit. „Das ist ein bitterer Tag für uns“, meinte Trainer Daniel Steuernagel: „Wir haben erst ab der 60. Minute die Leidenschaft gezeigt, die wir zeigen wollten.“ Dreieichs Coach Rudi Bommer war dagegen stolz: „Ich ziehe den Hut vor dem Rest des Kaders, der das richtig gut gemacht hat.“

Die Aufstellungen unterstrichen, wie unterschiedlich der Stellenwert der Partie für beide Teams war. Während Steuernagel im Vergleich zum jüngsten 1:1 in der Liga beim FK Pirmasens nur den Torhüter absprachegemäß tauschte (Sebastian Brune ersetzte Daniel Endres), rotierte Bommer auch mit Blick auf das wichtige Kellerduell am Samstag gegen den FSV Frankfurt kräftig. Aus der Startelf vom 2:1 gegen den VfB Stuttgart II blieben Torhüter Pierre Kleinheider, die Routiniers Dominic Rau und Kevin Pezzoni sowie Linksaußen Zubayr Amiri übrig. Und das nahezu runderneuerte Gästeteam sah sich gleich im Rückwärtsgang. Offenbachs Dren Hodja prüfte nach fünf Minuten erstmals Kleinheider. Wenig später wurde Luka Garic’ Schuss gerade noch geblockt (7.). Und nach einem Pass auf Maik Vetter musste Kleinheider außerhalb des Strafraums klären (13.).

Dreieich verbuchte erst nach 27 Minuten die erste Chance, die hatte es jedoch in sich. Der Ex-Offenbacher Kai Hesse zog rechts davon und passte in den Rücken der Abwehr, wo Klein zum Schuss kam. Aber Jan Hendrik Marx warf sich gerade noch dazwischen. Die Kickers antworteten durch Jake Hirst (29., knapp vorbei) und Serkan Firat (33., Kleinheider parierte). Aber das Tor fiel auf der anderen Seite. Benjamin Kirchhoff rutschte weg, Hesse hatte freie Bahn, scheiterte aber an Brune. Den Abpraller schoss Klein ins leere Tor - 0:1 (34.). Zwei Chancen, ein Treffer. Das nennt man Effektivität. Effektivität, die dem überlegenen OFC fehlte. Vetter (38.) und Marx (40.) scheiterten aus spitzem Winkel. Ein Freistoß von Firat strich knapp über die Latte (44.).

Die Kickers erhöhten in der zweiten Hälfte das Risiko, brachten in Ihab Darwiche für Garic eine frische Offensivkraft und hatten durch Hirst die erste Chance. Doch er scheiterte aus 16 Metern am starken Kleinheider (46.). In der 54. Minute stand der Torwart erneut im Mittelpunkt, als er nach einer Hereingabe mit dem Fuß klärte. Der OFC drückte nun, doch wieder fiel das Tor auf der Gegenseite. Nach einem Ballverlust von Lucas Albrecht ging es schnell. Und erneut war es Klein, der traf - 0:2 (60.). Die knapp 30 Gästefans jubelten. Und beim Offenbacher Publikum machte sich hörbar Unmut breit. Steuernagel reagierte, brachte in Varol Akgöz für Außenverteidiger Dennis Schulte eine weitere Spitze - und durfte wenig später jubeln, als Hirst quasi von der Grundlinie Kleinheider düpierte (66.).

Dreieich bezwingt OFC im Hessenpokal: Bilder und Video

Nun war es ein echter Pokalfight. Die Fans peitschten die Kickers nach vorne und feierten nach 73 Minuten das 2:2. Zu früh. Vetter hatte im Abseits gestanden. Fünf Minuten vor dem Ende schoss er aus der Drehung vorbei. „Am Ende zählt der Sieg“, bilanzierte Dreieichs Torwart Pierre Kleinheider trocken: „Wir sind weiter und Offenbach hat das dumme Gesicht.“

Kickers Offenbach: Brune - Marx, Albrecht, Kirchhoff, Schulte (63. Akgöz) - Vetter, Sawada, Garic (46. Darwiche), Firat - Hodja (78. Göcer), Hirst

SC Hessen Dreieich: Kleinheider - Hagley (46. Henrich), Talijan, Rau, Mateus - Amiri, Boukayouh, Pezzoni, Klein (78. Opper) - Fliess, K. Hesse (61. Özer)

Schiedsrichter: Katrin Rafalski (Baunatal) - Zuschauer: 2534 - Tore: 0:1 Klein (34.), 0:2 Klein (60.), 1:2 Hirst (66.) - Gelb: - / Henrich

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