Blick nach hinten sorgt für Hoffnung

Routiniers Schulte und Theodosiadis sind gefordert

Offenbach - Vor dem Start in die Restsaison der Regionalliga Südwest (Samstag, 14 Uhr, bei Schlusslicht FC Nöttingen) gibt es bei den Offenbacher Kickers einige Parallelen zur jüngeren Vergangenheit, die Mut machen. Von Christian Düncher 

Das weiß vor allem ein Duo von der linken Seite, das schon seit mehr als drei Jahren dabei ist. Dennis Schulte fühlt sich ein bisschen an seine erste Saison bei den Offenbacher Kickers erinnert. „Es sind gewisse Parallelen erkennbar“, sagt der Defensivspieler. Damals wie heute hatte der OFC in Folge finanzieller Probleme einen Neuaufbau hinter sich, war gut in die Saison gestartet, dann aber etwas ins Straucheln geraten. Nach der Winterpause fing sich die Mannschaft aber wieder und verlor nur noch zwei Spiele. Mit einer ähnlich guten Restsaison-Bilanz wäre der Ligaverbleib kein Problem.

Verteidiger Dennis Schulte (rechts, gegen Christian Kühlwetter vom 1. FC Kaiserslautern II) zählt mit 26 Jahren bereits zu den erfahrensten Spielern im Kader der Offenbacher Kickers.

„Ob es auch diese Parallele gibt, wird sich zeigen. Das wäre natürlich positiv“, sagt Schulte. „Es liegt in unserer Hand. Wenn wir unsere Leistung abrufen, sind wir nur schwer zu schlagen.“ Damit das gelingt, wäre es hilfreich, auch den besten Kader zur Verfügung zu haben. Doch das ist derzeit nicht der Fall. „Die personelle Situation ist bei uns nicht ganz einfach“, gibt Schulte zu. „Es kamen zuletzt viele Verletzte hinzu. Und es sind schon eher die erfahrenen Spieler, die derzeit fehlen.“ Das zeigt sich auch daran, dass gestern noch offen war, wer die Mannschaft am Samstag in Nöttingen auf den Platz führen wird. Kapitän Daniel Endres und dessen Stellvertreter Marco Rapp fallen verletzt aus. Bryan Gaul, der in dieser Saison ebenfalls bereits die Binde trug, ist gesperrt. Bliebe noch Maik Vetter, der nach seinem Innenbandanriss zwar voll trainiert, aber wohl noch kein Thema für die Startelf ist.

Beim Testspiel gegen Partizan Belgrad fungierte der 26-jährige Schulte als Spielführer. Auch Alexandros Theodosiadis, 28 Jahre alt und ebenso wie Schulte seit 2013 bei den Kickers, wäre ein Kandidat. „Ich habe noch keinen Gedanken daran verschwendet“, betont der Deutsch-Grieche. „Die Begegnung beim FC Nöttingen ist wichtiger als die Kapitänsfrage. Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen.“ Auch für Schulte war das bislang „kein Thema“. Für ihn würde sich dadurch auch nichts verändern. „Ich versuche, ohnehin viel zu reden. Wir haben eine relativ junge Truppe. Da tut eine gewisse Erfahrung gut, zumal wir uns in einer besonderen Situation befinden.“

Die Frage, ob der gegen die Kickers verhängte Abzug von neun Punkten rechtens ist, ist weiter ungeklärt. Erst im März verhandelt das Schiedsgericht darüber. Wie das Urteil ausfallen wird, ist völlig offen. „Wir können uns nicht darauf verlassen, Punkte zurückzubekommen, sondern müssen versuchen, uns selbst zu retten“, sagt Theodosiadis mit Blick auf die 13 Spiele, die noch anstehen, „in Nöttingen geht es los.“

Die Personalprobleme bereiten aber auch dem linken Außenverteidiger einige Sorgen: „Wir sind vom Pech verfolgt. Vor ein paar Tagen waren nur 13 Mann im Training.“ Ein bisschen erinnert die Situation an die vor dem ersten Spieltag, als der OFC mit dem letzten Aufgebot in Worms antrat, nach einem Platzverweis 80 Minuten in Unterzahl spielte und trotzdem ein 2:2 erreichte. „Damals haben wir die Situation gemeistert, nun werden wir es auch tun“, ist Theodosiadis überzeugt.

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