Campagna der Schlüssel zum Sieg

Kickers Offenbach nach 3:0 gegen Alzenau auf Platz zwei der Regionalliga

Alzenau am Boden, Marcell Sobotta (links) trifft zum 3:0 für Kickers Offenbach.
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Alzenau am Boden, Marcell Sobotta (links) trifft zum 3:0 für Kickers Offenbach.

Die Offenbacher Kickers haben ihre Ambitionen auf einen Spitzenplatz in der Fußball-Regionalliga Südwest mit einem 3:0 (0:0) gegen Bayern Alzenau untermauert und zumindest bis Samstag Platz zwei erobert. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte war Angreifer Florent Bojaj mit einem Doppelpack der Matchwinner. Trainer Angelo Barletta hatte mit einem Wechsel zur Pause die Weichen auf Sieg gestellt. „Insgesamt bin ich natürlich zufrieden“, sagte er.

Offenbach - Kickers-Trainer Angelo Barletta hatte seine Startelf gegenüber dem 2:2 in Freiburg auf drei Positionen verändert. Für Francesco Calabrese, Luigi Campagna (beide Ersatzbank) und den Gelb-Rot-gesperrten Davud Tuma begannen Lucas Albrecht, Jakob Lemmer und Tim Dierßen.

Albrecht agierte als zentrales Glied einer defensiven Dreierkette, mit der Barletta auf seine Probleme auf den Außenpositionen reagierte. Dort fehlen als Alternativen neben Tuma auch der gesperrte Ronny Marcos sowie die verletzten Marco Fritscher und Maik Vetter. Lemmer agierte im rechten Mittelfeld, Dierßen auf der Halbposition. Die Kickers begannen forsch, aber im letzten Drittel oft zu ungenau. Wenn etwas ging, dann über links. Serkan Firat und Marcell Sobotta inszenierten einige gute Ansätze, doch immer dann, wenn es um die Präzision beim letzten Pass ging, hatten sie ihr Visier falsch eingestellt.

Alzenaus Trainer: „Insgesamt war es ein absolut verdienter Sieg der Kickers“

Und so kamen die Gäste, die mit einem extrem jungen Team die Liga bis gestern ordentlich aufgemischt und 13 Punkte aus sechs Spielen geholt hatten, immer besser in die Partie. In der 34. Minute erspielten sie sich sogar die beste Chance des ersten Durchgangs. Nach Nils Fischers Pass tauchte Max Brauburger frei vor Stephan Flauder auf, scheiterte aber am OFC-Schlussmann. „Wenn Maxi Brauburger das Tor macht, wird es ein interessantes Spiel. Aber insgesamt war es ein absolut verdienter Sieg der Kickers“, sagte Alzenaus Trainer Artur Lemm.

Mit einer Umstellung – Campagna ersetzte den quasi unsichtbaren Tim Dierßen – fand Barletta den Schlüssel für die Partie. „In der ersten Halbzeit war ich mit der Konzentration unzufrieden, trotzdem hatten wir die Kontrolle. In der zweiten Hälfte wollte ich leicht umstellen. Luigi Campagna spielte dann eine klare Sechs, Tunay Deniz eine Acht. Unser Positionsspiel war dann sehr gut.“

Kickers-Spieler Florent Bojaj belohnt sich mit Saisontoren zwei und drei

Die Kickers wirkten griffiger im Mittelfeld – und hatten in der 51. Minute auch den Schlüssel zur Führung gefunden. Einen Klasseangriff über Mathias Fetsch, Serkan Firat, Florent Bojaj und Marcell Sobotta veredelte Bojaj mit einem Linksschuss ins lange Eck zur Führung. Fortan spielte nur noch der OFC – und hatte gegen müder werdende und mehr Räume anbietende Alzenauer gute Chancen. Fetsch scheiterte in der 55. Minute noch nach guter Vorarbeit von Sobotta am früheren Offenbacher Bilal Jomaa Zabadne im Alzenauer Tor. Eine Minute später war wieder Bojaj zur Stelle, der von Tunay Deniz glänzend freigespielt wurde. Der Albaner mit englischen Wurzeln findet sich als zweite Spitze neben Fetsch immer besser zurecht und belohnte sich mit seinen Saisontoren zwei und drei. In der 70. Minute war der Deckel endgültig drauf, als Sobotta nach einer erneut flüssigen Kombination aus wenigen Metern freistehend zum 3:0 traf.

Anschließend Barletta, der vor der Pause noch lautstark dirigiert hatte, nach der Pause aber immer entspannter dem Treiben zusah, seinen Matchwinnern den Applaus der coronabedingt nur 100 Zuschauer auf der Haupttribüne: Für Bojaj kam Youngster Denis Huseinbasic, für Sobotta der Ex-Alzenauer Francesco Calabrese. Die Kickers kontrollierten längst die Partie, hatten durch Fetsch (83.) und Lemmer (85.) gute Chancen auf das vierte Tor. Und weil auch die neuformierte Dreierkette ziemlich souverän spielte, stand zum fünften Mal in dieser Saison die Null. Mit 15 Punkten kletterten die Kickers bis Samstag hinter Steinbach Haiger (19 Punkte) auf Rang zwei. So ließ sich auch das zweite Geisterspiel der Saison etwas besser verkraften. Die 100 Fans auf der Tribüne gaben sich nach dem Abpfiff alle Mühe, ihre Kickers stimmungsvoll zu feiern. Und die Mannschaft bedankte sich mit einer La-Ola-Welle – in Zeiten von Corona sind es oft die kleinen Signale, die große Wirkung haben. (Von Jörg Moll)

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