Chance für den Kronprinz

OFC: Alexander Sebald  ersetzt verletzten Daniel Endres

+
Alexander Sebald in Aktion: Der Torwart (hier im Testspiel gegen Bayern Alzenau) kam diese Saison viermal für den OFC zum Einsatz, kassierte fünf Gegentore.

Offenbach - Vor dem Start in die Restsaison der Regionalliga Südwest lässt sich Oliver Reck nicht in die Karten blicken. Von Christian Düncher 

Nur auf einer Position hat sich der Trainer der Offenbacher Kickers bereits festgelegt: Im Tor wird Alexander Sebald (20) den verletzten Routinier Daniel Endres (31) ersetzen. Er trägt die Nummer eins auf dem Trikot, ist aber eigentlich die Nummer zwei in der Torhüter-Rangfolge der Offenbacher Kickers: Alexander Sebald stand bislang im Schatten von Daniel Endres. Weil der Stammkeeper aber nach einer Meniskusoperation noch einige Wochen ausfällt, erhält nun der Kronprinz die Chance, sich über einen längeren Zeitraum zu beweisen. Zwar hatten die Kickers bereits vor Endres’ Verletzung in Levent Vanli einen weiteren Schlussmann unter Vertrag genommen, doch am Samstag (14 Uhr) bei Schlusslicht FC Nöttingen wird Sebald das Tor hüten.

„Daniel fehlt uns natürlich, aber es wird ja kein Unbekannter im Tor stehen“, sagt OFC-Trainer Oliver Reck. „Alex hat sich schon bewiesen und er muss sich nun beweisen.“ Dabei geht es in den ersten drei Begegnungen jeweils gegen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Wichtige Spiele also. Bedenken, dass der 20 Jahre alte Ersatzmann dem Druck nicht gewachsen sein könnte, hat der Kickers-Coach nicht. „Er hat das schon die ganze Zeit gut gemacht“, sagt Reck mit Blick auf Sebalds vier bisherige Saisonspiele. Die Bilanz: 1:0 gegen den 1.FC Kaiserslautern II, 1:1 gegen den TSV Steinbach, 3:2 gegen den SSV Ulm und 1:2 bei der TuS Koblenz, wo er zumindest bei einem Gegentreffer eine unglückliche Figur machte.

„In Koblenz war er vielleicht nicht so gut, aber da war er nicht der einzige. Das war neben der Partie bei Teutonia Watzenborn-Steinberg unser schlechtestes Spiel“, so Reck. Sebalds Fazit fällt ähnlich aus. „Ich habe in drei von vier Pflichtspielen ganz gut gespielt und höre eigentlich nur Positives“, sagt der Torwart, der 2015 als 18-Jähriger von der Reserve der SpVgg. Greuther Fürth zum OFC gekommen war. „Damals war ich noch ein bisschen grün hinter den Ohren. Aber ich habe mich seitdem positiv entwickelt.“

Auch in körperlicher Hinsicht. „Zuletzt habe ich auch mehr im Kraftbereich trainiert, um stabiler zu werden“, erzählt der 1,86 Meter große Franke.

Er habe viel dazugelernt, unter anderem spiele er nun „risikoloser“ – auch beim Rauslaufen. Verbessern muss er sich noch im Spiel mit dem Ball am Fuß. „Natürlich benötigt man heutzutage Torhüter, die mitspielen. Aber ich habe da bei Alex gar keine Bedenken“, betont OFC-Sportdirektor Sead Mehic und fügt scherzend an: „Daniel Endres ist fußballerisch schon sehr gut, vielleicht sogar besser als einige unserer Feldspieler.“

Sebald, dessen Vertrag ausläuft, sei ein anderer Typ als Kapitän Endres, so Mehic. Zweifel hat aber auch der Sportdirektor nicht: „Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass er uns den nötigen Rückhalt geben wird.“ Reck sieht das ähnlich. „Dass sich die Mannschaft umstellen muss, wenn ein anderer Spieler reinkommt, ist normal. Bei einem Stürmer wäre das auch nicht anders“, meint der ehemalige Nationaltorwart.

Urgestein Daniel Endres: Seit 1995 ein Teil der Kickers

Als Ersatzmann wird erstmals Levent Vanli auf der Bank sitzen. Der 25 Jahre alte Deutsch-Türke (zuletzt Viktoria Griesheim) hatte seit September beim OFC mittrainiert und Ende Januar einen Vertrag erhalten. „Ich bin froh, dass wir Levent haben und er das Loch bei uns gestopft hat. Eigentlich haben wir ihn ein halbes Jahr zu spät geholt“, sagte Reck mit Blick auf die Tatsache, dass die Kickers mit nur zwei Torleuten in die Saison gestartet waren. Als dann am 21. Spieltag Endres und Sebald kurzfristig erkrankt ausfielen, musste bei der Partie in Walldorf (2:4) Oliver Copik aus der U19 ins Tor. „Ich möchte nicht noch einmal einen A-Jugendlichen ins Tor stellen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich den Torleuten unserer U19 das nicht zutrauen würde. Ich will ihnen bloß nicht diesen Druck auferlegen“, so Reck.

Mehr zum Thema

Kommentare