OFC Okungbowas Ampelkarte mit Ansage beim 0:0 in Kassel

Cleverer Auftritt in Unterzahl

Beinahe der späte Glücksmoment: Elia Soriano (links) verpasst in der 80. Minute per Kopf knapp die Führung für den OFC.
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Beinahe der späte Glücksmoment: Elia Soriano (links) verpasst in der 80. Minute per Kopf knapp die Führung für den OFC.

Kassel – Mit Kampf, taktischem Geschick und großer Laufbereitschaft hat Kickers Offenbach in der Fußball-Regionalliga Südwest trotz fast 60-minütiger Unterzahl ein 0:0 bei Hessen Kassel erkämpft. Der OFC war letztlich sogar näher dran am Sieg.

Kickers-Coach Sreto Ristic sprach seinem Team ein „Kompliment“ aus. „In der zweiten Hälfte haben wir das sehr clever gemacht. Am Ende müssen wir den Punkt akzeptieren. Ich denke, wir haben eine gute, bereite Offenbacher Mannschaft gesehen.“

Ristic hatte die Startformation auf zwei Positionen verändert. Anstelle von Rafael Garcia und Elia Soriano (beide auf der Bank) begannen Serkan Firat und Lukas Hermes, die die offensiven Außenbahnen besetzten. Denis Huseinbasic rückte dafür wieder ins zentrale Mittelfeld.

Der OFC hatte zwar die erste Chance der Partie, als Dejan Bozic eine Flanke knapp verpasste (4.). Die Anfangsphase gehörte dennoch den Gastgebern. Der OFC sah sich zunächst in die Defensive gedrängt, stand jedoch sicher. Chancen für Kassel gab es lediglich, wenn die Kickers den Gegner durch Fehler einluden: Kahraman (18., vorbei) und Brill (23., drüber) konnten diese aber nicht nutzen.

Aber auch die Kickers hatten Möglichkeiten, jedes Mal war Firat beteiligt. Erst köpfte Hermes nach Firat-Flanke drüber (16.), denn ließ Kassels Torwart Gröteke nach einen Firat-Freistoß den Ball fallen und ein Verteidiger klärte in höchster Not (26.).

Ab der 30. Minute war die Partie ausgeglichen. Es blieb aber zerfahren und hektisch. Ab der 40. Minute musste der OFC zudem in Unterzahl spielen. Es war ein Platzverweis mit Ansage. Abräumer Osarenren Okungbowa hatte bereits in der fünften Minute einen Konter unterbunden und dafür Gelb gesehen. Kurz danach sein nächstes Foul. Als er dann kurz vor der Pause dem Gegenspieler beim Versuch, den Ball abzuschirmen, ebenso unglücklich wie ungeschickt ins Gesicht fasste, sah er die Ampelkarte. „Wir hatten gehofft, ihn in die Halbzeit zu retten, um ihn zu erlösen“, sagte Ristic, machte Okungbowa aber keinen Vorwurf: „Die erste Gelbe Karte war nicht gerechtfertigt. Das Foul war 75 Meter von unserem Tor entfernt. In der ersten Hälfte gab es fast nur gegen uns Gelbe Karten.“

Ristic reagierte in der Pause und stärkte die Defensive, indem er Moody Chana für Firat brachte. Der OFC zeigte nun die Tugenden aus dem Hoffenheim-Spiel, stand hinten sicher und hatte in Unterzahl sogar die besseren Möglichkeiten. Nach einem Freistoß zwang der aufgerückte Sebastian Zieleniecki Kassels Schlussmann zu einer Glanzparade (60.). Kurz darauf verschätzte sich Gröteke bei einem langen Ball, klärte aber gerade noch vor Bozic.

Bei Ballbesitz der Gastgeber agierten die Kickers in einer 5-3-1-Formation. Kassel fiel dagegen nicht viel ein. Im Gegenteil: Der KSV hatte in der 80. Minute Glück, dass der eingewechselte Elia Soriano knapp über das Tor köpfte.

Dann war Schluss - nach rund sechs Minuten Nachspielzeit. Ristic eilte auf den Platz, um seine Spieler abzuklatschen. Das hatten sie sich nach dieser kämpferischen Leistung verdient. „Wir kamen schwer ins Spiel und oft einen Schritt zu spät. Folglich gab es Gelbe Karten“, sagte Vetter. „Ich bin froh, dass der Trainer in der Halbzeit so umgestellt hat. Keiner war auf Osa sauer. Wir wollten das 0:0 für ihn verteidigen. Das ist uns gelungen. Das war ein weiterer Schritt in Richtung Mannschaft. Wir haben als Team alles wegverteidigt.“

Von Christian Düncher

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