Kickers Offenbach

Corona-Hilfe für OFC: Stadt stundet Stadionmiete

Weil Kickers Offenbach im Sparda-Bank-Hessen-Stadion derzeit corona-bedingt nicht spielen darf, stundet die Stadt dem OFC für einen nicht genannten Zeitraum die Miete.
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Weil Kickers Offenbach im Sparda-Bank-Hessen-Stadion derzeit corona-bedingt nicht spielen darf, stundet die Stadt dem OFC für einen nicht genannten Zeitraum die Miete.

Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach erhält von der Stadt Offenbach ein „maßgeschneidertes“ Corona-Hilfspaket. Die finanzielle Unterstützung für die Profi-GmbH des OFC unterscheidet sich in mehreren Punkten von der, die kürzlich alle Offenbacher Sportvereine - darunter auch der OFC e.V. - bekommen hatten.

Offenbach – Es ist keine zwei Monate her, da waren Kickers Offenbach und die Stadt Offenbach Gegner - vor Gericht. Streitpunkt war das Zuschauerverbot. Nun haben sich beide wieder lieb und „stehen auch in Corona-Zeiten eng zusammen“. So heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Sie hat sich mit den Kickers auf ein „maßgeschneidertes“ (finanzielles) Corona-Hilfspaket verständigt. Möglich geworden sei das durch „das gewachsene Vertrauen zu den aktuellen Handelnden wie Präsident Joachim Wagner und Vizepräsident Peter Roth“ , betonten Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke (SPD), Stadtkämmerer Peter Freier (CDU) sowie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Stadiongesellschaft, Roland Walter (CDU). Dass die Kickers-Verantwortlichen in den letzten zwei Jahren stets zu ihrem Wort standen, zeige Seriosität.

Die Stadt hatte schon zuvor alle Offenbacher Sportvereine im Rahmen ihres Konjunktur- und Hilfspaketes finanziell unterstützt. Jedoch war die Profi-GmbH des OFC davon ausgeklammert, weil sie einen Sonderfall darstellt. „Wäre die OFC GmbH aus dem gleichen Topf wie alle Vereine bedient worden, hätte der OFC einen Großteil aller Hilfen für sich verbraucht. Dies wäre weder im Interesse der anderen Vereine gewesen, noch hätte es dem OFC ausreichend geholfen“, stellte Schwenke klar. Freier ergänzte: „Alle Vereine, so auch der OFC e.V., haben Hilfen erhalten, die sie in jedem Falle behalten dürfen. Für die OFC GmbH gilt: würde der OFC - wie von uns allen erhofft - aufsteigen, würden sich die wirtschaftlichen Verhältnisse stark verbessern. Dann wären öffentliche Mittel der Stadt Offenbach im Verhältnis zur Unterstützung der anderen Vereine nicht angemessen und der OFC müsste die Hilfen zurückzahlen.“ Bedeutet: Die städtische Stadiongesellschaft stundet den Kickers für einen nicht genannten Zeitraum die Stadionmiete. Steigt der OFC nicht in den kommenden drei Jahren auf, wird die Summe laut Walter in eine „reine Hilfszahlung“ verwandelt. „Steigt er auf oder bekommt andere beziehungsweise weitere Unterstützungs- oder Fördergelder der öffentlichen Hand in entsprechender Höhe, ist die Stundung zurückzuzahlen.“ Quasi eine Stundung mit Besserungsschein.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Verein in der Politik ein so offenes Ohr erhält, wie es in Offenbach der Fall ist“, dankte Kickers-Präsident Joachim Wagner allen Beteiligten und versprach, alles zu tun, um „wirtschaftlich stabil durch diese Zeit zu kommen und die Fortsetzung des Ligabetriebes mit dem gewünschten Erfolg anzugehen.“

Am Samstag (14 Uhr) testet der OFC unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei Ligarivale 1899 Hoffenheim II. (Von Christian Düncher)

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