OFC Jakob Lemmer verbindet mit nächstem Gegner TSG Balingen besonderen Moment

Dank Kesslers Vertrauen Stammspieler

Tempo, Dynamik, Einsatzfreude: Jakob Lemmer (links), hier gegen Ahmed Azaouagh vom FSV Frankfurt, verkörpert vieles, was dem OFC-Spiel guttut. Der 19-Jährige steht vor seinem dritten Startelfeinsatz in Folge. Foto: Hübner

Offenbach – Ein Spiel gegen die TSG Balingen wird Jakob Lemmer immer in besonderer Erinnerung bleiben. Der 19-Jährige, seit Sommer Profi beim Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, gab im April dieses Jahres seinen Einstand in der 4. VON JÖRG MOLL

Liga und leitete mit seiner ersten Torvorarbeit die Wende zum 2:2 ein. Unter Trainer Steven Kessler ist Lemmer Stammspieler und hat beste Chancen, am Samstag (14 Uhr) zum dritten Mal in Folge in der Startelf zu stehen. Der Gegner heißt, richtig: TSG Balingen (16. Platz/7 Punkte).

Die Voraussetzungen im Vergleich zum 20. April des Jahres sind völlig andere. Die Kickers, damals als Fünfter im Niemandsland der Tabelle, wollen unbedingt noch Anschluss an die Tabellenspitze halten. Die Gäste von der Schwäbischen Alb, damals als Aufsteiger vorzeitig in der Klasse geblieben, stecken aktuell tief im Abstiegsstrudel (17. Platz/7 Punkte). Entsprechend gewarnt sind die Offenbacher und Lemmer selbst. „Wir müssen sehr konzentriert sein“, fordert der Außenbahnspieler.

Es ist nicht die einzige Forderung, die Lemmer an sich und seine Teamkollegen stellt. Denn nach dem enttäuschenden 0:0 beim FSV Frankfurt soll der OFC gegen Balingen wieder ein anderes Gesicht zeigen. „Wir müssen mutiger agieren, müssen weiter vorne stehen als beim FSV und besser die Zweikämpfe annehmen.“ Lemmer steht für all diese Tugenden, war 70 Minuten lang eines der wenigen belebenden Elemente im Offenbacher Offensivspiel. „Er bringt ein gutes Tempo mit, hat einen guten Torabschluss“, lobt Kessler, der Lemmer beste Chancen auf den dritten Startelfeinsatz in Folge einräumt.

Für Lemmer, der im Juni mit der Offenbacher U19 den Aufstieg in die Bundesliga schaffte, hat sich der Trainerwechsel von Daniel Steuernagel zu seinem einstigen U19-Coach Kessler bezahlt gemacht. „Unter dem alten Trainer habe ich nicht so viel gespielt“, sagt er: „Unter Steven Kessler ist ein Vertrauen da, ich kann freier aufspielen, im Training und im Spiel. Das hilft mir.“

Für den gebürtigen Gießener, der im Alter von sechs Jahren nach Usingen umsiedelte, im Sommer sein Abitur ablegte und in dieser Saison voll auf die Karte Fußball setzt, hat sich viel verändert seit seinem Wechsel von der U19 zu den Profis. Der Trainingsalltag ist ein komplett anderer. Die Intensität ist höher. Dazu kommen Teamkollegen wie Kevin Pezzoni, Richard Weil, Nejmeddin Daghfous oder Moritz Hartmann, die reichlich Erfahrung in höheren Ligen gesammelt haben. Vor allem aber ist die öffentliche Wahrnehmung eine komplett andere im Vergleich zur beschaulichen Zeit in der A-Jugend. „Das war ein großer Unterschied“, räumt der Rechtsaußen ein: „Es ist alles öffentlicher. Da sind die vielen Fans im Stadion, du gibst Autogrammstunden, machst Fotos, das kannte ich ja gar nicht. Da musst du dich erst mal dran gewöhnen.“

Doch Lemmer lernt gerne und schnell, nicht nur von den Ex-Profis („Da kann ich mir viel abschauen“), sondern auch aus eigenem Antrieb. „Du musst dich auf dich selbst konzentrieren, auf deine Leistung.“ Mit dieser Einstellung will er beim OFC den Durchbruch schaffen - und so dazu beitragen, dass die Saison, die einige Anhänger bei zehn Punkten Rückstand auf Platz eins bereits abgehakt haben, noch ein besseres Ende nimmt. „Ich glaube, dass wir sehr viel Potenzial in der Mannschaft haben, wir müssen aber noch besser zusammenfinden und zusammenspielen, dann sind wir in der Lage, oben mitzuspielen“, ist er überzeugt. Mit 19 Jahren (geboren am 26. April 2000) ist Lemmer, ausgestattet mit einem Ein-Jahres-Vertrag, der sich beim Aufstieg um eine Saison verlängern würde, der viertjüngste Akteur im Kader nach Torwart Luka Losic (1. November 2000) und den aktuell verletzten Mittelfeldspielern Leonidas Tiliudis (8. August 2000) und Luka Garic (13. Juni 2000). Und ein junger Mann mit klaren Zielen. „Ich setze erstmal voll auf Fußball“, erklärt er. Klappt das nicht wie gewünscht, will er sich ab der kommenden Saison um die berufliche Fortbildung kümmern. Auch da hat Lemmer klare Vorstellungen und Präferenzen. „Ich würde gerne irgendwas mit Sport studieren, entweder Sportmanagement oder Lehramt“, verrät er.

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