Der Berg bebt

Ekstase bei den Fans: OFC gewinnt letztes Saisonspiel vor 3000 Zuschauern

Ehrensache! Endlich wieder auf dem Berg: Zum letzten Saisonspiel durften 3000 Zuschauer ins Offenbacher Stadion. Und alle Dauerkartenbesitzer machten von der Möglichkeit des „Live-Spiels“ Gebrauch.
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Ehrensache! Endlich wieder auf dem Berg: Zum letzten Saisonspiel durften 3000 Zuschauer ins Offenbacher Stadion. Und alle Dauerkartenbesitzer machten von der Möglichkeit des „Live-Spiels“ Gebrauch.

Nach mehr als acht Monaten spielt Kickers Offenbach wieder vor Zuschauern. 3000 OFC-Fans erleben einen glückseligen Abend.

Offenbach – Freitagabend, 20.18 Uhr, Stadion Bieberer Berg: Das erste Mal nach mehr als acht Monaten ertönte wieder ein Massen-Torschrei in der Heimspielstätte der Offenbacher Kickers. Der aufgerückte Innenverteidiger Sebastian Zieleniecki, bereits beim 1:1 im Hinspiel Torschütze, hatte für den OFC im letzten Saisonspiel gegen den FSV Mainz 05 II mit einem fulminanten Schuss aus zehn Metern das letztlich entscheidende 1:0 erzielt und die Zuschauer endgültig in ein Gefühl der kollektiven Glückseligkeit versetzt.

Die rund 3000 Dauerkarten-Inhaber durften sich über das Privileg freuen, der Partie beizuwohnen. Der überwiegende Teil machte davon Gebrauch und sorgte, verteilt auf drei Tribünen (nur der Stehplatzbereich blieb leer) schon vor dem Anpfiff für eine ungewohnte (Geräusch)-Kulisse. Eine vierstellige Zuschauerzahl - das hatte es bei einem OFC-Heimspiel zuletzt Ende September 2020 gegeben. Danach waren pandemie-bedingt erst nur noch ein paar hundert und zuletzt monatelang gar keine Fans mehr zugelassen. Doch das, was die Spieler gestern stimmungsmäßig geboten bekamen, soll nur ein Vorgeschmack auf die kommende Saison gewesen sein. „Das war erst der Anfang - Gemeinsam nach oben“, stand auf einem Plakat, das Fans nach Abpfiff auf der West-Tribüne entrollten.

Kickers Offenbach: Auch Albrecht überraschend unter den Abgängen

„Es war ungewohnt, aber auch richtig geil, wieder vor Fans zu spielen. Wir hatten fast vergessen, wie sich das anfühlt - auch wenn es ‚nur’ 3000 waren“, sagte OFC-Trainer Sreto Ristic. „Wir freuen uns auf jeden Fall jetzt schon auf die kommende Saison.“ Das gilt wohl auch für einen Mainzer. Nach Informationen unserer Zeitung steht Offensivspieler Lucas Hermes (21) vor einem Wechsel zu den Kickers.

Vor der Partie hatte es die angekündigte Verabschiedung der Spieler gegeben, die den Verein verlassen werden - mit einer größeren Überraschung. Dominik Draband (1899 Hoffenheim II) und Maurice Pluntke (1.FC Bocholt) standen schon länger als Abgänge fest. Bei Felix Ferahyan, Leonidas Tiliudis, Tim Dierßen, Francesco Calabrese und Luka Garic war das ebenfalls erwartet worden. Kurzfristig gestellte sich auch noch Lucas Albrecht hinzu. Den zuverlässigen Backup für Innenverteidigung und defensives Mittelfeld zieht es nach drei Jahren beim OFC zurück in die nordostdeutsche Heimat.

Kickers Offenbach: „Wir wollten den Fans etwas zurückgeben“

Ristic hatte angekündigt, auch das letzte Spiel ernst nehmen zu wollen, und untermauerte dies mit seiner Personalwahl. Von den verabschiedeten Spielern standen in Draband, Albrecht und Garic nur drei im Kader, aber keiner in der Startelf. Einzige kleine Überraschung: Jakob Lemmer durfte von Beginn an ran.

Und die Kickers machten ab der ersten Minute das, was Ristic von außen forderte: „Tempo.“ Nach nicht mal zwei Minuten rauschte ein strammer Schuss von Maik Vetter durch den Strafraum. Angetrieben von den Rängen machten die Kickers weiter Druck, pressten früh und kamen immer wieder zu Flanken und Abschlüssen, ohne jedoch gefährlich zu werden. Das änderte sich kurz vor der Pause. Erst traf Zieleniecki das Außennetz (41.), dann lupfte Denis Huseinbasic den Ball am Pfosten vorbei (42.).

Tor des Tages: Sebastian Zieleniecki (rechts) trifft zum 1:0 für die Kickers.

In der zweiten Hälfte ließen die Kickers etwas nach und hatten bei einem Pfostentreffer der Mainzer Glück (57.). Wenige Minuten später bebte der Bieberer Berg. Im Anschluss an eine Ecke kam der Ball zurück in den 16er, wurde zu kurz abgewehrt und Zieleniecki reagierte am schnellsten - 1:0 (62.). Mainz gab nicht auf, aber es blieb beim knappen Ergebnis. Zur Freude der Kickers. „Wir hatten uns eine Menge vorgenommen und wollten den Fans etwas zurückgeben“, sagte Ristic. „Es freut mich, dass das gelungen ist.“ (Von Christian Düncher)

Der Live-Ticker zum Nachlesen: Kickers Offenbach schlägt Mainz 05 II.

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