Deal mit Signalwirkung

OFC: Sparda Bank Hessen steigt in Profi GmbH ein

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Das bis 2020 gewählte OFC-Präsidium, von links: Vizepräsident Michael Relic, der nue Schatzmeister Daniel Simon, Präsident Helmut Spahn, Vizepräsidentin Barbara Klein, Sead Mehic (Technischer Direktor) und Markus Weidner (künftig Vizepräsident).

Offenbach -  Die spannendste Botschaft verpackte Helmut Spahn bei der Mitgliederversammlung der Offenbacher Kickers in relativ wenige Sätze. „In der Sparda Bank Hessen haben wir einen Partner an der Seite, der uns in allen Bereichen unterstützt.“ Von Jörg Moll 

Schon bald wird die enge Bande in ein neues Vertragswerk gegossen. „Wir sind dabei, die Sparda Bank als strategischen Partner zu gewinnen“, erklärte Spahn. Der Deal könnte in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Wie genau die Vereinbarung aussieht, darüber haben beide Seiten noch Stillschweigen vereinbart. Wahrscheinlich ist, dass der Namensrechtinhaber des Stadions Anteile an der Profi GmbH erwirbt. Die Voraussetzung für eine Veräußerung von Anteilen sind laut Satzung klar geregelt. Zehn bis maximal 24,5 Prozent an Anteilen kann die GmbH veräußern. Dazu bedarf es einer hundertprozentigen Zustimmung des Präsidiums und jeweils einer 75-prozentigen von Seiten des Aufsichts- und Verwaltungsrats. Letzterem gehört wie erwartet Ex-Präsident Peter Roth an, der ohne Gegenstimme bestätigt wurde.

Mit Blick auf den Fanbeirat, der für die nächste Jahreshauptversammlung einen Antrag auf Mitspracherecht bei der Veräußerung von Anteilen formulieren will, stellt Spahn klar: „Wir wollen nicht, dass unser Verein ,gekauft’ wird, es wird auch keinen Investor geben, der alles mitbestimmen will.“ Der OFC suche seriöse Partner, „die uns helfen und Vertrauen haben in das, was wir tun.“ Das Geldinstitut, das laut eigenen Angaben 2017 eine Bilanzsumme von 6,189 Milliarden Euro erzielte und einen Jahresüberschuss von 13,1 Millionen Euro generierte, hält seit 2012 die Namensrechte am Stadion. Dafür zahlte die Genossenschaftsbank fünf Millionen Euro, die in den Neubau flossen.

„Das ist für uns natürlich ein Riesenvorteil, ein solches Unternehmen mit dieser Reputation als Partner zu haben. Das kann Signalwirkung für weitere Sponsoren haben“, freut sich Spahn über den bevorstehenden Deal. Die Bank, die durch Dirk Weber im OFC-Aufsichtsrat vertreten ist, wird auch akzeptieren, dass unter anderem eine weitere Veräußerung der Anteile nicht ohne Zustimmung möglich ist.

Jahreshauptversammlung des OFC: Bilder

Ebenfalls im Aufsichtsrat sitzt Ex-Präsident Dr. Frank Ruhl, mit dem eine Stundung seiner Ansprüche bis 31. Dezember 2018 vereinbart ist. Einen wichtigen Beitrag hatte die 2015 bei der Jahreshauptversammlung ins Leben gerufene freiwillige Umlage „Entschuldung jetzt!“ geleistet. 66.000 Euro hatten Mitglieder und Fans beigesteuert, die erhofften 85.000 Euro wurden auch noch zusammengetrommelt. „Das war eine großartige Aktion“, bedankte sich Relic. Zwölf Gläubiger konnten von der Liste gestrichen werden, vier bleiben übrig, mit denen Einigkeit über das weitere Vorgehen besteht. Dank sagte Relic auch an Ex-Manager Klaus Gerster, mit dem als letztem eine Einigung gelang, und dem Offenbacher Unternehmer Klaus Kohlweyer. „Beide haben auf große Teile ihrer Forderungen verzichtet.“

Die von 4,473 auf 2,935 Millionen Euro reduzierten Verbindlichkeiten betreffen laut Relic nicht den operativen Geschäftsbereich der GmbH. Der vom früheren Präsidiumsmitglied Thomas Delhougne ausgearbeitete „Schuldenerlassvertrag“ sei laut Relic „ein guter Weg“. Das Werk sieht vor, dass bei Rückzahlung von 60 Prozent binnen fünf Jahren die Schulden als getilgt gelten. Dafür sollen nur außerordentliche Erträge verwendet werden. Delhougne hatte angekündigt, bei Beibehaltung dieses Konstrukts auf 112 000 Euro Forderungen zu verzichten.

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