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Kickers Offenbach: „Der erste Gegner heißt Corona“ – Zweitliga-Stürmer im Anflug?

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Von: Jörg Moll

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Bei herrlichem Winterwetter und geschlossener Schneedecke absolvierten die Kickersprofis (vorne links Osarenren Okungbowa, daneben Mathias Fetsch) den obligatorischen Laktattest, bei dem der Fitnesszustand überpüft wird. Am Sonntag wurde dann auf dem geräumten Spielfeld zum ersten Mal trainiert.
Bei herrlichem Winterwetter und geschlossener Schneedecke absolvierten die Kickersprofis (vorne links Osarenren Okungbowa, daneben Mathias Fetsch) den obligatorischen Laktattest, bei dem der Fitnesszustand überpüft wird. Am Sonntag wurde dann auf dem geräumten Spielfeld zum ersten Mal trainiert. © Hübner

Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach ist in die Vorbereitung auf die Rückrunde gestartet. Ein OFC-Neuzugang ist nicht dabei – es gibt allerdings eine Spur.

Offenbach – Sreto Ristic war die Vorfreude auf den Start der Wintervorbereitung deutlich anzumerken. „Ich freue mich, dass es wieder losgeht“, sagte der Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. Am Samstag (08.01.2022) absolvierten Trainerteam und Spieler den obligatorischen Corona-Test, anschließend stand der Laktattest auf dem Programm, am Sonntag (09.01.2022) folgte dann die erste Einheit auf dem Platz.

„Unser erster Gegner, den wir besiegen müssen, heißt immer Corona“, meinte Ristic. Spieler und das Team ums Team, deren Impfquote bei 100 Prozent liegt, hatte bislang mit Erfolg das Virus von sich ferngehalten. Mit Blick auf den Endspurt im Titelrennen mit 15 Punktspielen und maximal vier Hessenpokal-Auftritten zwischen dem 11. Februar und dem 14. Mai wird die Virus-Abwehr weiter ein großes Thema bleiben. „Wir versuchen einfach, die großen Fehler zu vermeiden“, sagt Geschäftsführer Thomas Sobotzik, der die große Disziplin in der Mannschaft lobt: „Aber du brauchst auch etwas Glück.“

Neuzugänge bei Kickers Offenbach: „Weiß, wie schwer das zu realisieren ist“

Der Laktattest, bei dem den Spielern nach mehreren in der Intensität gesteigerten 1000-Meter-Läufen Blut abgenommen wird, ist für Ristic ein wichtiger Indikator für die weitere Vorbereitung. Die Werte helfen bei der Belastungssteuerung. „Ich möchte einen Ist-Zustand haben“, betonte er die Wichtigkeit der Untersuchung.

Für den Schlussspurt sieht er seine Mannschaft grundsätzlich gut aufgestellt. „Wir haben einen Schritt gemacht und sind weiter als im Sommer“, sagt er mit Blick auf die ersten 21 Partien, in denen der OFC 44 Punkte holte. Die 13 Zugänge, die vor der Saison kamen, sind integriert: „Jeder weiß, wie wir als Trainerteam ticken.“ Für die bis zu zwei Zugänge, die im Winter kommen sollen, würde er sich wünschen, dass sie schon im Trainingslager in Belek (Türkei) vom 16. bis 24. Januar dabei sein können. „Ich bin ständig mit Thomas Sobotzik im Austausch, weiß aber natürlich, wie schwer das zu realisieren ist.“

Kickers Offenbach: Dynamo-Stürmer Philipp Hosiner ein Kandidat

Gespräche gab es mit vielen Kandidaten, konkret wurden sie mit einem prominenten Stürmer: Philipp Hosiner (32), der noch bei Dynamo Dresden unter Vertrag steht, den Zweitligisten aber verlassen soll. Das Problem: Der ehemalige österreichische Nationalspieler hat mehrere Angebote vorliegen. Unter anderem vom Drittligisten Viktoria Köln. Für die Kickers spricht, dass Hosiner mit Ristic und Geschäftsführer Thoams Sobotzik schon beim Chemnitzer FC zusammengearbeitet hat. Eine Entscheidung könnte bis zur Wochenmitte fallen.

Grundsätzlich stellte Ristic klar, dass Verpflichtungen nicht aus Aktionismus getätigt würden. „Es muss passen“, sagt er. Vor allem, weil er ein wichtiges Pfund, das seine Spieler auszeichnet, den ausgeprägten Teamgeist, nicht gefährden will. Zudem hegt der Trainer die Hoffnung, dass aus dem Trio der Langzeitausfälle Moody Chana, Elia Soriano und Malte Karbstein zumindest letzterer früher als zunächst gedacht zurückkehrt. Der Innenverteidiger ist in der Reha nach seiner operativ behobenen Sehnenverletzung im Oberschenkel schon recht weit. Bleibt er von Rückschlägen verschont, besteht die Hoffnung, dass er Ende Februar auf den Trainingsplatz zurückkehren kann. „Mit ihm hätten wir einen Qualitätsspieler mehr“, ist Ristic überzeugt.

Kickers Offenbach: OFC-Coach Ristic sieht Entwicklungspotenzial

In den freien Tagen zwischen den Jahren hat der OFC-Coach den ersten Teil der Saison reflektiert und einige Ansatzpunkte entdeckt, wo er Entwicklungspotenzial sieht. „Wir sind sehr vernünftig unterwegs“, erklärte er: „Aber wir müssen weiter an uns arbeiten, um wieder diese Intensität auf den Platz zu bringen.“ Ein zentrales Anliegen ist es ihm, die Zielstrebigkeit in Umschaltsituationen nach Ballverlust zu erhöhen. „Wir müssen noch schneller vors Tor kommen“, forderte er. „Wir haben Überzahlsituationen zu umständlich oder gar nicht zu Ende gespielt. Wir müssen diese Waffe, den Gegner rauszulocken, besser nutzen.“ Auch bei Standardsituationen sieht der Offenbacher Fußballlehrer weiteres Verbesserungspotenzial.

Mit 39 Treffern stellt der OFC zwar die zweitbeste Offensive hinter Elversberg (48), „es hätten aber einige Tore mehr sein können“, so Ristic. Genauso wichtig ist ihm aber, dass das, was gut ist, „nicht schlechter wird“. Dazu zählt unter anderem die so verlässliche Defensive, mit 14 Gegentoren ligaweit die beste. Sehr viel erhofft sich Ristic vor allem vom Trainingslager in der Türkei. „Ich hoffe, dass wir dort gute Bedingungen haben.“ Ristic freut sich auf die fünf Wochen bis zum ersten Punktspiel am Freitag, 11. Februar, gegen den FC Rot-Weiß Koblenz und geht mit positiver Einstellung voran: „Wenn man das liebt, was man macht, dann ist das keine Arbeit.“ (Jörg Moll)

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