OFC-Präsident Spahn wirft SV Waldhof „unseriöses Verhalten“ vor

Derby eskaliert am Tag danach: Polizei ermittelt

Da war die Welt noch in Ordnung: Die verletzt zuschauenden Maik Vetter (vorne von links), Daniel Endres und Robin Scheu verfolgen die Partie des OFC mit der Lebensgefährtin eines Teamkollegen beim SV Waldhof Mannheim. Die Bewertung über die Vorkommnisse nach Spielende fällt bei beiden Vereine unterschiedlich aus. - Foto: Hübner
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Da war die Welt noch in Ordnung: Die verletzt zuschauenden Maik Vetter (vorne von links), Daniel Endres und Robin Scheu verfolgen die Partie des OFC mit der Lebensgefährtin eines Teamkollegen beim SV Waldhof Mannheim. Die Bewertung über die Vorkommnisse nach Spielende fällt bei beiden Vereine unterschiedlich aus.

Offenbach - Die Vorkommnisse nach dem Derby in der Fußball-Regionalliga Südwest zwischen Waldhof Mannheim und Kickers Offenbach haben gestern zu einer medialen Eskalation im Verhältnis zwischen den beiden Erzrivalen geführt. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Von Jörg Moll

Die Auseinandersetzung von Mannheimer Anhängern mit den verletzt auf der Tribüne zuschauenden Offenbachern Daniel Endres, Robin Scheu und Maik Vetter nach dem 1:2 beim SV Waldhof beschäftigt seit Montag auch Beamte der Polizei. Ein Sprecher der Mannheimer Behörden bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass Ermittlungen aufgenommen wurden. Es bestehe der Verdacht auf strafrechtlich relevante Tatbestände. Auch das Sportgericht der Fußball-Regionalliga Südwest wird sich dem Fall annehmen, kündigte der stellvertretende Geschäftsführer Felix Wiedemann an. Der Sicherheitsbeauftragte der Liga hatte vor Ort in seinem Bericht keine Auffälligkeiten notiert. Wiedemann kündigte an, entsprechendes Videomaterial anzufordern und zu sichten.

Nachdem OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori bei der Regionalliga Südwest ein Schreiben einreichte, in denen er zu den Vorfällen Stellung bezog und um Aufnahme von Ermittlungen bat, folgte gestern der Konter von Waldhof Mannheim. Die Vereinsführung hatte sich nach dem Spiel noch öffentlich entschuldigt, änderte aber gestern nach Sichtung von Videos und Anhörung von Zeugen ihre Meinung grundlegend. „Der Vorfall auf der Haupttribüne nach dem Spiel stellt sich deutlich anders als von OFC-Geschäftsführer Fiori und OFC-Trainer Reck kolportiert dar“, erklärte Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp in einer auf Facebook veröffentlichten Mitteilung.

Demnach habe es während des Spiels Pöbeleien zwischen Fans und den „nicht als Spieler erkennbaren“ Offenbachern Endres, Scheu und Vetter gegeben. Die OFC-Profis hatten dagegen nach Spielende erklärt, von Waldhof-Fans erkannt worden zu sein. Auch verbale Auseinandersetzungen hatten sie bestätigt, nicht aber, aktiv handgreiflich geworden zu sein. Gestern untersagte der OFC den Spielern weitere Stellungnahmen in der Öffentlichkeit.

OFC-Zeugnis gegen Waldhof Mannheim

Laut Kompp hätten die verbalen Scharmützel zur Folge gehabt, dass ein Fan und ein Offenbacher Spieler aneinander geraten und infolge dessen über die Sitzreihen gestürzt seien. Anschließend sei unter anderem zu sehen gewesen, wie ein Offenbacher Spieler auf den am Boden liegenden Fan eingeschlagen habe. „Es ist uns wichtig, unsere Zuschauer sowohl im Stadion als auch in der Außendarstellung gegenüber falschen Schuldzuweisungen zu schützen“, betonte Kompp.

Von der Sichtweise distanzierte sich der OFC gestern Abend in einer Stellungnahme. „Das ist ein unseriöses Verhalten des SV Waldhof“, meinte Präsident Helmut Spahn, der am Sonntag 56. Geburtstag gefeiert hatte und nicht vor Ort war. „Das ist ein Lehrfall, den ich an jeder Uni vorbringen würde“, sagte der Sicherheitschef der WM 2006 in Deutschland: „Ein Verein schart sich ohne Kenntnis der Situation hinter seine Fans.“ Spahn erklärte, dass der OFC ebenfalls eigenes Videomaterial besitze, auf denen zwar zu sehen sei, „dass sich unsere Spieler wehren“. Die Überschreitung der Grenzen respektive die Anwendung von physischer Gewalt sei aber klar von Mannheimer Fans ausgegangen. Auf Facebook legte der OFC-Präsident noch einmal nach:

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