Derby-Gedanken ausblenden

OFC vor richtungsweisendem Spiel in Gießen 

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Könnte das Flügelspiel des OFC beleben: Jakob Lemmer (links, gegen Balingens Fabian Kurth) ist nach dreiwöchiger Verletzungspause wieder fit und ein Kandidat fürs Spiel am Samstag in seiner Geburtsstadt Gießen. 

Der Plan von Steven Kessler klingt ebenso einfach wie logisch. „Wir müssen den Derby-Gedanken ausblenden“, sagt der Coach des Fußball-Regionalligisten Kickers vor dem Spiel am Samstag (14 Uhr) bei Hessen-Rivale FC Gießen mit Blick auf die bisherige Saisonbilanz. 

Offenbach - Aus den Partien mit lokalem oder regionalem Charakter holte der OFC nämlich erst einen mickrigen Punkt – beim 0:0 beim FSV Frankfurt. Gegen den TSV Steinbach (0:1), den FSV Mainz 05 II (1:3) und zuletzt Bayern Alzenau (0:2) gab es jeweils Niederlagen.

Den OFC und Gießen eint, dass sie aus den vergangenen vier Spielen nur einen Zähler holten, die Kickers verloren zuletzt sogar dreimal in Folge und stehen nur noch sechs Punkte vor den Mittelhessen, die Viertletzter sind. Bis zum ersten potenziellen Abstiegsplatz, den der FSV Frankfurt belegt, sind es sogar nur vier Zähler. Das Duell am Samstag ist also durchaus richtungsweisend, wie auch Kessler zugibt. „Partien gegen Teams, die hinter einem stehen, sind immer Sechs-Punkte-Spiele“, sagt er. „Wir wollen Gießen auf Distanz halten, um nicht den Blick nach unten richten zu müssen. Wenn wir die drei Punkte nach Hause holen, wäre das für alle schön.“ 

Vor allem für die zuletzt verunsichert wirkende Mannschaft. Wie es um deren Seelenleben bestellt ist, zeigt Kesslers Aussage über den 7:0-Erfolg unter der Woche im Kreispokal gegen den vier Klassen tiefer angesiedelten SV Dreieichenhain. „Das war ein kleiner Schritt nach vorne. Jedes Tor war ein bisschen Balsam“, betont der OFC-Coach.

Kickers Offenbach (OFC): Spiel gegen FC Gießen richtungsweisend 

Aber auch Gegner Gießen strotzt keineswegs vor Selbstvertrauen. In den letzten vier Partien spielte man jeweils gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte, holte jedoch nur einen Punkt – beim 1:1 gegen den VfR Aalen. Zuletzt setzte es eine 0:4-Pleite gegen den Bahlinger SC. Zwischendurch mühte man sich im Achtelfinale des Hessenpokal gegen Hessenligist FC Eddersheim zu einem 3:2. Kessler erwartet dennoch „ein schweres Spiel gegen ein Team, das – wie wir – jeden Punkt holen will. Wir müssen sie zu Problemen zwingen, die sie nicht lösen können.“

Gegen Bayern Alzenau war das zuletzt nicht gelungen, obwohl der OFC-Trainer dem erstliga-erfahrenen Angreifer Moritz Hartmann in Andis Shala einen klassischen Mittelstürmer zur Seite gestellt hatte. „Wenn die Hereingaben nicht kommen, verpufft der Effekt mit einem Stoßstürmer“, sagt Kessler. Angesprochen fühlen dürfen sich die offensiven Außen Maik Vetter (eine Kampfmaschine, aber kein Flankengott) und Manolo Rodas (lässt den wenigen guten Spielen immer wieder schwache folgen), jedoch auch die Außenverteidiger Marko Schikora und Ronny Marcos, von denen ebenfalls viel zu selten verwertbare Zuspiele in den Strafraum kommen. 

Kickers Offenbach (OFC): Kessler erwartet schweres Spiel gegen FC Gießen 

Für Abhilfe könnten Nejmeddin Daghfous auf der linken sowie der wieder genesene Jakob Lemmer auf der rechten Seite sorgen. Der gebürtige Gießener Lemmer gab nach dreiwöchiger Pause wegen einer Knieverletzung ebenso im Kreispokalspiel gegen den SV Dreieichenhain sein Comeback wie Luka Garic, der mehr als zwei Monate aufgrund von Patellasehnenproblemen gefehlt hatte.

Ob die zwei Eigengewächse im Kader stehen, wollte Kessler, der beide in der U19 trainierte, gestern nicht sagen. „Ich kenne beide sehr gut, aber auch andere haben ihre Stärken. Jeder, der trainiert, ist eine Option für den Kader“, so der Coach. Gestern habe er 23 Spieler im Training gehabt und könne daher fast aus dem Vollen schöpfen. Äußerst fraglich ist weiterhin der Einsatz von Kevin Pezzoni (muskuläre Probleme).  Von Christian Düncher

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