Diamantensuche am Bieberer Berg

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Arie van Lent

Offenbach ‐ Die Weichen sind gestellt. Zwei Tage lang hat die neue sportliche Leitung der Offenbacher Kickers über die Kaderplanung für die kommende Saison gesprochen, Eckdaten festgelegt und erste Entscheidungen getroffen. Von Christian Düncher

Als nächstes sollen nun Gespräche mit möglichen Zugängen geführt werden.

„Ich gehe davon aus, dass wir nächste Woche bereits einen riesigen Schritt weiter sein werden“, sagte der neue Trainer Arie van Lent. „Wir haben bereits ein paar Namen zusammen, wobei der eine oder andere der Kandidaten noch spielt.“ Bedeutet: Der OFC schaut sich auch in den Regionalligen um, wo die Saison noch nicht zu Ende ist. „Es werden auch Spieler dabei sein, die nicht so bekannt sind. Aber es sind welche, die vorangehen“, versprach van Lent, der derzeit weiterhin von „vier, fünf neuen Spielern“ ausgeht. Zudem sollen einige Eigengewächse während der Saisonvorbereitung bei der ersten Mannschaft mittrainieren und so die Möglichkeit bekommen, sich beim neuen Trainer zu empfehlen. „Der eine oder andere wird sicher dabei sein“, sagte van Lent. „Das ist auch wichtig für den Verein. Wenn man Rohdiamanten hat, sollten diese auch in den eigenen Reihen bleiben.“

Entscheidung war kein Schnellschuss

Weitere Zugänge wird es nur geben, wenn im Gegenzug noch unter Vertrag stehende Spieler den Verein verlassen, zumal die finanzielle Situation angespannt ist. Dem Sparzwang fiel unter anderem der bisherige Assistenztrainer Tobias Dudeck zum Opfer. „Ich brauche nur einen Co-Trainer. Und Manfred Binz hat viel Erfahrung, um mich zu unterstützen“, erklärte van Lent und sagte mit Blick auf die nicht verlängerten Verträge von Alexander Huber, Steffen Haas, Mirnes Mesic, Marko Kopilas und Marius Laux: „Die Entscheidung war kein Schnellschuss, zumal ich einige der Spieler gut kenne. Wir haben uns durchaus Meinungen eingeholt. Es ging auch um den Leistungsgedanken.“

Sorgen um die Lizenz für die 3. Liga macht sich der neue Trainer trotz der angespannten finanziellen Situation nicht: „Unser Geschäftsführer Thomas Kalt beschäftigt sich mit dem Thema. Ich bin mir sicher, dass er das hinkriegen wird.“ Bis das alles geklärt sei, stehe auch in den Sternen, ob es ein Trainingslager geben wird. „Das ist aber erstmal unwichtig“, so van Lent. „Die personellen Entscheidungen haben Vorrang.“ Von ihnen hängt auch ab, ob die Kickers künftig im 4-4-2 agieren werden oder eher im 4-5-1.

Da der Trainer offenbar davon ausgeht, dass Torjäger Olivier Occean (kann den Verein für eine Ablöse von 250.000 Euro wechseln) den OFC verlässt, soll ein ähnlicher Typ kommen. „Wir brauchen im Sturm einen Anspielpunkt. Das ist wichtig für den Spielfluss“, betonte van Lent. Im zentralen Mittelfeld sieht er den Kader dagegen mit den erfahrenen Sead Mehic, Daniel Gunkel, Elton da Costa und Nicolas Feldhahn „gut bestückt“, wie er sagte. „Das werden wir nicht trennen. Die Jungs wissen aber, dass sie vorangehen müssen.“

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