Großes Fan-Interesse an heutigem Auswärtsspiel in Großaspach / Ristic warnt

Die Kickers sind wieder in

Gute Erinnerungen an Großaspach: Florent Bojaj (links), hier gegen den Bahlinger Luca Köbele, erzielte am 11. September 2020 im ersten Pflichtspiel für den OFC gleich sein erstes Tor.
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Gute Erinnerungen an Großaspach: Florent Bojaj (links), hier gegen den Bahlinger Luca Köbele, erzielte am 11. September 2020 im ersten Pflichtspiel für den OFC gleich sein erstes Tor.

Die Offenbacher Kickers sind in der Fußball-Regionalliga Südwest zurück in der Spur. Und zwar in doppelter Hinsicht. Die Richtung stimmt wieder, nachdem die 0:1-Heimpleite gegen Schott Mainz nicht nur sportlich einen Tiefpunkt bedeutet hatte. Nur 4100 Zuschauer stellten damals auch die geringste Saisonkulisse für eine Partie im Stadion auf dem Bieberer Berg dar.

Offenbach - Mit den jüngster Erfolgserlebnissen wuchs auch wieder das Interesse am OFC. Das 4:0 am Sonntag im Topspiel gegen den TSV Steinbach Haiger war nicht nur spielerisch ein Highlight. Die 6119 Zuschauer bedeuteten zugleich eine Bestmarke für diese Spielzeit - ligaweit.

Die Kickers sind wieder in. Das zeigt auch das Interesse an Eintrittskarten fürs Spiel am Freitag (19 Uhr) bei der SG Sonnenhof Großaspach (mit David Tomic, einst SG Rosenhöhe). Eine Auswärtspartie unter der Woche bei nasskaltem Wetter in rund 200 Kilometern Entfernung - da hätte es vor ein paar Wochen nur den ganz harten Kern hingezogen. Doch nun zeichnet sich eine ähnliche Unterstützung ab, wie sie die Kickers auswärts zuletzt bei der Partie in Gießen erlebt hatten, als die OFC-Fans für Heimspiel-Atmosphäre sorgten. Damals bezog sich das nur auf die Stimmung, diesmal könnte es sogar zahlenmäßig der Fall sein.

Der selbst ernannte „Dorfklub“ Großaspach, der seine Heimspiele in einer 10 000 Zuschauer fassenden Arena austrägt, die auch Schlagerstar Andrea Berg (ist mit dem einstigen SG-Förderer Uli Ferber verheiratet) regelmäßig für ihre Konzerte nutzt, zieht aktuell keine Massen an. Bei etwas mehr als 500 Zuschauern liegt der Schnitt bisher. Das Kontingent für die OFC-Anhänger war ursprünglich auf 250 Karten limitiert. Inzwischen teilten die Fanbeauftragten der Kickers aber mit: „Es wird keine Beschränkung bei der Anzahl der Gästetickets geben.“ Nicht auszuschließen also, dass die Offenbacher (stimmungsmäßig) in der Überzahl sein werden.

Wandlung ist für Ristic einfach zu klären: die Trainingsarbeit

OFC-Trainer Sreto Ristic ist aber lange genug dabei, um zu wissen, dass Spiele nicht auf der Tribüne, sondern auf dem Platz entschieden werden. Und dort wartet seiner Meinung nach ein Gegner, der besser ist, als es Tabellenplatz 15 ausdrückt. „Großaspach hat grundsätzlich eine richtig gute Mannschaft mit einer guten Balance. Sie haben erfahrene Spieler, aber auch junge. Was ihnen fehlt, sind die Ergebnisse. Sie liegen oft vorne, bringen es jedoch nicht über die Zeit. Sie haben gute Umschaltmomente und gute Standards, von allem ein bisschen was. Das wird nicht einfach“, meint der Kickers-Coach, betont aber zugleich: „Wir werden auf uns schauen und versuchen, unsere Leistung auf den Platz zu bringen, sodass wir mit Punkten nach Hause fahren.“

Zuletzt war das sechsmal in Folge der Fall, nachdem es zuvor zwei Niederlagen hintereinander gegeben hatte. Für Ristic ist diese Wandlung einfach zu erklärten. „Das ist das Produkt dessen, was wir auf dem Trainingsplatz leisten“, so der Trainer. Das Team habe sich zuletzt für den großen Aufwand belohnt. Daran gelte es nun in Großaspach anzuknüpfen: Wir müssen weiter hart an uns arbeiten. Jeder Gegner bringt eine gewisse Gefahr mit.“ Aber seine Mannschaft sei in der Lage, jeden Gegner zu schlagen.

Sechs Siege in Folge - das gab es unter Ristic schon mal in der vergangenen Saison. Damals endete die Serie aber ebenso abrupt wie schmerzhaft - mit einer 0:4-Pleite in Steinbach. Anzeichen dafür, dass sich das am Freitag wiederholen könnte gibt’s nicht. Im Gegenteil. Bei der jüngsten „Revanche“ gegen Steinbach gefiel Ristic vor allem, dass seine Elf auch nach dem Pausenstand von 2:0 nicht nachgelassen, sondern weiter nach vorne gespielt habe. Bezeichnend für den enormen Ehrgeiz der Kickers war eine Szene aus der Schlussminute: Obwohl die Partie längst entschieden war, kam Torhüter Stephan Flauder nach einer Offensivaktion des Gegners in Oli-Kahn-Manier aus dem Tor und stauchte Linksaußen Elsamed Ramaj zusammen, weil der seiner Meinung nach nicht energisch genug verteidigt hatte.

Von Christian Düncher

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