KICKERS Präsident Joachim Wagner ist bisher zufrieden / Tuma und Fritscher für Ulm bereit

„Die Mannschaft macht Spaß“

Wieder mitten drin. Marco Fritscher hat in dieser Woche das komplette Trainingsprogramm mitgemacht. Der Kickers-Neuzugang aus Schweinfurt hatte im ganzen Jahr 2020 wegen Verletzungen (und Corona-Pause) noch keinen Pflichtspieleinsatz. In Ulm könnte es am Freitag so weit sein.
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Wieder mitten drin. Marco Fritscher hat in dieser Woche das komplette Trainingsprogramm mitgemacht. Der Kickers-Neuzugang aus Schweinfurt hatte im ganzen Jahr 2020 wegen Verletzungen (und Corona-Pause) noch keinen Pflichtspieleinsatz. In Ulm könnte es am Freitag so weit sein.

Offenbach – Das Lob vom Chef hätte nicht viel größer ausfallen können. „Wir haben seit vielen Jahren mal wieder eine Mannschaft, die einem Spaß macht“, sagt Joachim Wagner, Präsident des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. Schließlich spielt das Team nicht nur ansehnlich, sondern auch erfolgreich.

Der OFC ist auch dank der besten Defensive der Liga (erst drei Gegentore nach sieben Spielen) noch ungeschlagen und liegt als Vierter bei einem Spiel Rückstand lediglich vier Zähler hinter Spitzenreiter TSV Steinbach Haiger. „Selbst wenn wir in Ulm nicht gewinnen, bleiben wir auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze“, stellt Wagner vor dem vierten Topspiel in Folge für den OFC zufrieden fest.

Nach Unentschieden gegen die damaligen Tabellenführer Steinbach (1:1) und SC Freiburg (2:2) hatten die Kickers zuletzt das Verfolgerduell mit Bayern Alzenau (3:0) letztlich klar für sich entschieden. Am Freitag (19 Uhr) steht nun die Partie beim als Mitfavorit in die Saison gestarteten SSV Ulm 1846 an.

Dass sich die Kickers oben festgesetzt haben, führt Wagner auf das große Engagement zurück - nicht nur auf dem Spielfeld. „Wir betreiben so einen Aufwand und leisten viel Arbeit“, betont der Kickers-Boss. Spieler, Trainer, Geschäftsführer und die Gremien des Vereins hätten dafür gesorgt, dass „alle Hebel auf grün“ stehen. „Jeder von uns gibt alles, damit unser Traum lebt. Aber wir können unsere Ziele nur erreichen, wenn alle zusammen an dem selben Strang ziehen“, sagt der OFC-Präsident.

Ein klarer Seitenhieb in Richtung Stadt, die zuletzt gegen Alzenau nur 100 Zuschauer erlaubt hatte, ebenso wie schon im Auftaktspiel gegen Bahlingen (0:0). „Man nimmt uns den Heimvorteil“, klagt Wagner. „Mit 3000 Zuschauern hätten wir gegen Bahlingen gewonnen. Gegen Ulm waren wir letzte Saison im Auftaktspiel viel schlechter, aber das Publikum hat uns gepuscht.“

Damals siegte der OFC 2:0 gegen Ulm. Das Rückspiel gewannen die „Spatzen“ 1:0. Am Freitag treffen die Traditionsklub abermals aufeinander. 434 Zuschauer sind dafür im Donaustadion zugelassen.

Am Dienstag zog Ulm mit einer B-Elf ins Halbfinale des Landespokals ein. Beim 3:0 (0:0) gegen den Verbandsligisten SSV Ehingen-Süd bot Trainer Holger Bachthaler lediglich drei Spieler auf, die gegen Großaspach auf dem Rasen gestanden hatten. Mehrere Monate fehlen wird Adrian Morina (Kreuzbandriss).

In der Regionalliga sind die Ulmer ihrer Rolle als Mitfavorit auf den Aufstieg noch nicht gerecht geworden. Mit zwölf Punkten aus acht Spielen hinkt der ehemalige Bundesligist den Erwartungen hinter. Zuletzt kassierten die „Spatzen“ eine 1:3-Pleite bei der zuvor viermal in Folge sieglosen SG Sonnenhof Großaspach, gegen die man Anfang August im Halbfinale des Landespokals noch klar mit 6:0 gewonnen hatte.

„Ulm steht schon etwas unter Druck“, meint Kickers-Trainer Angelo Barletta. „Aber sie sind besonders zu Hause sehr stark, haben in vier Heimspielen schon zehn Tore geschossen, die Offensive bei den Ulmern funktioniert also.“

Der OFC ist hingegen richtig gut in die Saison gestartet, obwohl immer wieder Ausfälle kompensiert werden mussten. Gegen Ulm kehrt immerhin Davud Tuma nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre zurück. Dagegen muss Ronny Marcos noch eine Partie pausieren. Dafür könnte Marco Fritscher nach langer Verletzungspause erstmals in den Kader rücken. Der Neuzugang aus Schweinfurt hat in seiner ersten Trainingswoche „sehr gut mitgemacht, gleich zwei Tore geschossen, und soviel Gas gegeben, dass ich zwei, dreimal hingeschaut habe“, zeigte sich Barletta positiv überrascht. Auch Neuzugang Elia Soriano überzeugt den Trainer immer mehr. „Man darf nicht vergessen, dass er aus einer langen Verletzung kommt. Elia Soriano braucht jede Einheit, aber er wird von Tag zu Tag besser.“

Weniger erfreulich ist dagegen die Entwicklung bei Maik Vetter. Nach einer Sehnenspaltung ist derzeit noch nicht einmal Lauftraining möglich.   cd

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