Kickers Offenbach

Diskussion über OFC-Trikots: „Wir rennen ja rum wie die Lilien“

Retro-Logo, aber insgesamt ein ungewohntes Outfit: Die Offenbacher Kickers, deren Vereinsfarben rot und weiß sind, spielten gegen Ginsheim in weißen „Ausweichtrikots“ mit blauer Beflockung. Hintergrund: Das Logo des in der Regionalliga Südwest erstmals erlaubten Rückensponsors muss der Hauptfarbe der Nummer einsprechen.
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Retro-Logo, aber insgesamt ein ungewohntes Outfit: Die Offenbacher Kickers, deren Vereinsfarben rot und weiß sind, spielten gegen Ginsheim in weißen „Ausweichtrikots“ mit blauer Beflockung. Hintergrund: Das Logo des in der Regionalliga Südwest erstmals erlaubten Rückensponsors muss der Hauptfarbe der Nummer einsprechen.

Die neue Regel zum Rückensponsoring in der Fußball-Regionalliga Südwest sorgt bei Kickers Offenbach für Diskussionen.

Offenbach – Kaum hatten die ersten Fotos vom Testspiel des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach gegen den VfB Ginsheim die Runde gemacht, begannen in Fankreisen die Diskussionen über das Outfit der OFC-Akteure. Und weil Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, gingen die Meinungen zum Teil weit auseinander. Während sich einige über das Retro-Vereinslogo im 70er-Jahre-Stil auf Brust und Hose freuten („Einfach genial“, „sehr gut“), störten sich andere an der Farbkombination.

Kickers Offenbach trat nämlich ganz in Weiß an – mit blauer Beflockung. „Wir rennen ja rum wie die Lilien“, also wie der Erzrivale SV Darmstadt 98, hieß es unter anderem. Wobei: Blau-weiße Shirts - als Alternative zu den klassischen rot-weißen Heimtrikots - sind beim OFC nicht neu. Im Gegenteil: Es gab sie immer wieder mal. Ohnehin wurde die Farbpalette in den vergangenen Jahren nahezu ausgereizt (siehe Kasten). Warum also die Aufregung?

OFC: Aufregung bei Fans von Kickers Offenbach groß

Der OFC, der seine neuen Shirts erst am 29. Juli beim Testspiel gegen RW Essen präsentieren wird, trat laut Geschäftsführer Thomas Sobotzik gegen Ginsheim in seinem dritten, also dem „Ausweichtrikot“, an. Die blaue Beflockung sei der Tatsache geschuldet, dass die Regionalliga Südwest zur neuen Saison zwar erstmals einen Rückensponsor erlaubt, der entsprechende Schriftzug aber der Hauptfarbe der Rückennummer entsprechen muss. Und bei Kickers Offenbach wirbt der Sonnencreme-Hersteller Paediprotect aus Marburg, dessen „Corporate Design“ blau-weiß ist, hinten auf den Trikots.

„Ich glaube nicht, dass McDonalds bei Trikotwerbung auf sein goldenes M verzichten würde“, sagt Sobotzik. Er sei froh, dass es überhaupt gelungen sei, einen Rückensponsor zu finden, noch dazu einen, der sich so lange an Kickers Offenbach gebunden habe. Die Rede ist von einem Fünf-Jahres-Vertrag mit dem OFC. Pro Saison ist von einem hohen fünfstelligen Betrag auszugehen.

Kickers Offenbach hofft auf Entgegenkommen der Regionalliga Südwest GbR

Gleichwohl wünscht sich Sobotzik etwas mehr Entgegenkommen von der Regionalliga Südwest GbR. Diese verweist darauf, dass sie sich an den Vorgaben der 3. Liga orientiere. Spielraum gibt es aber offenbar. So galt in der Regionalliga West zumindest vergangene Saison eine andere Regel. Dort war Werbung auf dem Rücken (zweifarbig) und der Vorderseite der Hose erlaubt. Da kommen schnell 100 .000 Euro an Einnahmen zusammen, so Sobotzik. Zum Verweis auf die 3. Liga sagt er: „Die Klubs erhalten dort bis zu 1,3 Millionen Euro aus der Vermarktung der TV-Rechte. Wir haben nur Zuschauer- und Werbeeinnahmen - und das Trikot ist quasi das Filet.“

„Ein No-Go“ oder übertriebene Aufregung?

Schwarz, (neon-)gelb, orange, verschiedene Blau- sowie Grün-Töne und zuletzt sogar mint: Fußball-Regionaligist Kickers Offenbach hat in den vergangenen Jahren bei seinen Shirts nahezu die gesamte Farbpalette ausgereizt. Zumindest bei den Auswärts- beziehungsweise Ausweichtrikots. Daheim dominierte stets die klassische Kombination: rot-weiß. Zuletzt gab es allerdings auch dort blaue Elemente, sei es auf der Brust durch das Logo von Hauptsponsor EVO oder an anderen Stellen. Das Offenbacher Stadtwappen sei ja schließlich auch blau, hieß es. Aber möglicherweise nun zum ersten Mal blaue Nummern und blaue Beschriftung auf den rot-weißen Heimshirts? Das geht einigen Traditionalisten zu weit: „Ein No-Go!“. Oder doch eher übertriebene Aufregung? (cd)

Thomas Sobotzik, Geschäftsführer bei Kickers Offenbach, hofft, dass dieser Punkt am Donnerstag bei der „Manager-Tagung“ der Regionalliga Südwest thematisiert wird. Dann soll es auch um die Kadergröße gehen. In der Regionalliga West dürfen in Zukunft am Spieltag 20 statt 18 Akteure pro Team auf dem Bogen stehen. Man wolle auf diese Weise Härtefälle verringern, die Aufgrund der U23-Regel entstehen könnten.

Kickers Offenbach: Diskussionen um Kadergröße in der Regionalliga

Die Regionalliga Südwest hat ihre Klubs zu dem Thema befragt, will sich hier aber ebenfalls an der 3. Liga orientieren. Eine Erhöhung der Kadergröße an Spieltagen sei jedenfalls nicht im Sinne der Nachwuchsförderung.

Laut Sobotzik, dem Geschäftsführer von Kickers Offenbach, bleibt bei dieser Argumentation aber völlig außer acht, dass die Reserven der Bundesligisten „zwar nur drei Ältere einsetzen dürfen, aber deren U23-Spieler können aus Portugal, Polen oder sonst woher kommen. Sie müssen keinen einzigen deutschen U23-Spieler im Kader haben. Das ist ungerecht. Die sammeln deutsche Talente bei anderen Klubs ein und statten sie mit üppigen Verträgen aus, die wir uns nicht leisten können.“ Im Westen hätten die „normalen Vereine, die sich an die Regel halten müssen“, mit größeren Kadern nun mehr Spielraum.

Morgen (19 Uhr) testet Kickers Offenbach beim VfR Lich gegen Hessenligist FSV Fernwald. Der Eintritt kostet drei Euro, die Einnahmen gehen an die Flutopfer-Hilfe. Nach den Tests geht ja dann auch schon bald die neue Saison los. Dort wurden die Spieltage 1-9 terminiert. (Christian Düncher)

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