Duell der Systeme

OFC gegen Mannheim: Dynamik gegen Routine

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Kampf pur: Die Wege des Offenbachers Maik Vetter (vorne) und des Mannheimers Marco Meyerhöfer könnten sich auch am Samstag auf dem Spielfeld kreuzen. Vetter hat seine Gelbsperre abgesessen und wird voraussichtlich wieder als zweite Spitze agieren.

OffenbacH - Für Offenbachs japanischen Wirbelwind Ko Sawada ist die Sache klar. „Wir gewinnen“, sagt der Rechtsaußen mit Blick auf das Topspiel des 34. Spieltages zwischen Kickers Offenbach und Waldhof Mannheim. Von Jörg Moll

Doch ganz so eindeutig ist die Sache nicht, wenn die zweitbeste Heimmannschaft der Regionalliga Südwest (36 Punkte) die zweitbeste Auswärtself der Liga (30) erwartet. Es ist auch ein Duell der Systeme.

AUSGANGSLAGE

Im Kampf um die Nummer zwei hinter dem designierten Meister 1. FC Saarbrücken fällt heute (15.30 Uhr/Sport1) zwar keine Entscheidung. Doch um die zentrale Bedeutung der Partie wissen alle Beteiligten. Gewinnen die Kickers (32 Spiele/63 Punkte/63:38 Tore), können sie in den verbleibenden drei Spielen Platz zwei selbst klar machen. Schon bei einem Unentschieden spricht vieles für Mannheim (30/60/54:27), auf das aber zwei englische Wochen, unter anderem mit dem Landespokal-Hit gegen den Karlsruher SC, und Auswärtsspiele bei TuS Koblenz und der TSG Hoffenheim II warten. Für OFC-Coach Oliver Reck bringt die Partie eine Premiere mit sich: Erstmals sind alle 25 Spieler einsatzbereit. Auch Semih Sentürk und Niklas Hecht-Zirpel meldeten sich fit zurück.

TOR

Torwart Daniel Endres ist das OFC-Urgestein schlechthin. Seit 2004 steht er mit Ausnahme einer einjährigen Unterbrechung (2010/2011) stets bei den Kickers unter Vertrag. Der 1,84 Meter große Kapitän ist mit 32 Jahren der älteste Spieler im Kader der Kickers. Stark im Eins-gegen-eins und auf der Linie, gelegentlich mit gewagten Ausflügen. In 145 Regionalliga-Spielen seit 2013 kassierte der gebürtige Offenbacher 147 Treffer. Beim SV Waldhof steht in Markus Scholz (29, 1,96 m) ebenfalls ein erfahrener Keeper im Tor. 2015 vom Zweitligisten Dynamo Dresden gekommen, absolvierte er 90 Regionalliga-Partien für Mannheim (67 Gegentore).

ABWEHR

Der SV Waldhof stellt mit 27 Gegentreffern mit dem 1. FC Saarbrücken die zweitbeste Abwehr der Liga nach dem SC Freiburg II (25). Kickers Offenbach hat 38 Gegentore kassiert. Der OFC spielte zehnmal zu null, der Waldhof trotz zweier Spiele Rückstand bereits 14-mal. In Kevin Conrad dirigiert ein drittligaerfahrener Akteur (Chemnitzer FC) die Mannheimer Viererkette mit (vermutlich) Mirko Schuster und Marco Meyerhöfer (rechts). Kapitän Hassan Amin dürfte nach überstandener Adduktorenverletzung links hinten beginnen. Er soll den Offensivdrang von OFC-Rechtsverteidiger Jan Hendrik Marx bremsen. Der 22-Jährige ist die Konstante in der OFC-Deckung, in der Stefano Maier nicht an die starke Hinrundenform anknüpft. Benjamin Kirchhoff ist konstanter. Links interpretiert Dennis Schulte seine Rolle defensiver als Vorgänger Alexandros Theodosiadis, Torschütze beim letzten OFC-Sieg gegen Waldhof am 27. September 2015 in Mannheim (2:0), und Christos Stoilas.

MITTELFELD

Die Kickers stellen mit Dren Hodja den mit Abstand torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Liga (13 Treffer). Marco Rapps Stärke ist eher das Spiel gegen den Ball. Dazu kommen laufstarke Außen mit Serkan Firat (7 Tore/9 Vorlagen) und dem in der Rückrunde oft stark auftrumpfenden Ko Sawada (3 Tore/1 Vorlage). Trainer Oliver Reck könnte aber auch auf Ihab Darwiche (4 Tore/11 Vorlagen) setzen, der nach einer Schwächephase zuletzt mit einem Treffer in Stadtallendorf Eigenwerbung betrieb.

Mannheim agiert meist mit zwei Sechsern (Daniel di Gregorio/Marco Schuster) vor einer offensiven Dreierkette (Andreas Ivan, Dorian Diring, Gianluca Korte). Der Ex-Offenbacher Jannik Sommer, kürzlich Torschütze beim 1:0-Sieg in Saarbrücken, wird wegen einer Grippe keine Option sein. Der Faktor Erfahrung spricht im Mittelfeld für Waldhof: Marco Schuster Ivan, Diring und Korte haben allesamt Erfahrungen in höheren Ligen gesammelt.

STURM

Die Kickers stellen mit 63 Treffern die zweitbeste Offensive der Liga nach Saarbrücken (78). Gegen Mannheim könnte Florian Treske (8 Tore/5 Vorlagen), der seinen Zehenbruch kuriert hat, den Vorzug vor Varol Akgöz (7/3) erhalten. Als zweite Spitze wird Maik Vetter (10/5) nach seiner Gelbsperre zurückkehren. Der SV Waldhof hat 54 Treffer erzielt, Stoßstürmer Nicolas Hebisch alleine acht. Benedikt Koep, der auch rechts vorne spielen kann, kommt auf sechs Treffer. Im luxemburgischen Nationalspieler Maurice Deville (34 Länderspiele/3 Tore) steht eine weitere hochkarätige Alternative bereit.

Kickers Offenbach gegen Waldhof Mannheim: Bilder

TAKTIK

OFC-Coach Oliver Reck lässt meist in einer 4-4-2-Formation spielen, in der Rapp einen klassischen Sechser spielt und Hodja etwas vor ihm. Bernhard Trares setzt seit seiner Amtsübernahme im Januar auf ein 4-2-3-1.

PROGNOSE

Der OFC lebt von der Dynamik. Der SV Waldhof kommt über die taktische Disziplin, vertraut auf die Erfahrung seiner Akteure. Gelingt es den Kickers, die Balance zwischen offensiver Wucht und defensiver Stabilität zu finden, haben sie gute Chancen.

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