Nur Rode ist noch erstklassig

Aus ehemaliger Bundesliga-U19 gingen kaum Profis hervor

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Zwei einstige OFC-Talente an alter Wirkungsstätte: Sebastian Rode (links), spielt inzwischen mit Borussia Dortmund in der Champions League, Benjamin Baier (elf Zweitliga-Spiele für die Kickers) ist für RW Essen in der Regionalliga West aktiv.

Offenbach - Der aktuellen U17 der Offenbacher Kickers droht das gleiche Schicksal wie 2009 der U19: der direkte Wiederabstieg aus der Bundesliga. 29 Spieler kamen damals zum Einsatz. Heute ist nur noch einer erstklassig.

Sein Name wird immer wieder genannt, wenn’s um Spieler geht, die über Kickers Offenbach den Weg nach ganz oben geschafft haben: Sebastian Rode. Der 26-Jährige, für den Borussia Dortmund nach Eintracht Frankfurt und Bayern München bereits die dritte Station im deutschen Fußball-Oberhaus ist, kam schon in der Königsklasse zum Einsatz. 2008/09 war der einstige Junioren-Nationalspieler für den OFC in der U19-Bundesliga aktiv. Rode ragte schon damals heraus, wenngleich die teaminternen Statistiken von anderen angeführt wurden. Lediglich zwei Akteure kamen in allen 26 Partien zum Einsatz: die defensiven Mittelfeldspieler Daniel Henrich und Felix Wheeler. Während Wheeler in der Folgezeit nur noch im oberen Amateurbereich aktiv war, kam Henrich für den OFC neunmal in der 3. Liga zum Einsatz. Inzwischen ist er eine Stütze beim Fünftligisten SC Hessen Dreieich, mit dem er als Tabellenführer dem Aufstieg in die Regionalliga entgegenstrebt.

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Auf die höchste Einsatzzeit brachte es allerdings Philipp Hörst, der 2217 Minuten auf dem Platz stand und ebenso wie Renato Tusha und Sascha Wolfert 25 Begegnungen absolvierte. Alle spielen inzwischen in der 5. Liga. Hörst (acht Regionalliga-Spiele für Viktoria Aschaffenburg) beim SV Erlenbach, Tusha (drei Regionalliga-Spiele für Wormatia Worms) beim TSV Lehnerz und Wolfert (zwei Zweitliga-Spiele für den 1.FC Kaiserslautern) bei Viktoria Aschaffenburg. Wolfert war damals mit sieben Treffern der beste Torschütze der Teams – zusammen mit Verteidiger Guiliano Modica. Der zentrale Abwehrspieler ist einer von wenigen Akteuren des damaligen Kaders, die sich kontinuierlich gesteigert und im Profi-Bereich etabliert haben. Über die Hessen- (OFC II) und Regionalliga (Kaiserslautern II, Eintracht Frankfurt II, OFC) war er 2016 zu Dynamo Dresden gewechselt und hatte für die Sachsen in der Aufstiegssaison alle 38 Spiele absolviert. Verletzungsbedingt kam er in der 2. Bundesliga erst achtmal zum Einsatz.

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Ein weiterer Innenverteidiger hat ebenfalls im Profibereich Fuß gefasst: Cenk Güvenc. Er war in der U19-Bundesliga Stammkraft (24 Einsätze). Mit Ausnahme einer Spielzeit beim B-Team von Atletico Madrid (sieben Einsätze in der 3. spanische Liga) ist er seitdem in der Türkei aktiv. Für Gaziantepspor kam er sieben Mal in der 1. Liga zum Einsatz. Zudem stehen für ihn 81 Spiele in der 2. Liga zu Buche, unter anderem für seinen aktuellen Verein Denizlispor. In der 3. türkischen Liga ist Noyan Öz (Hacettepespor) zu Hause, der zudem für Elazigspor 13 Mal in der „Süper Lig“ am Ball war.

Der Großteil der Spieler, die 2008/09 für den OFC in der U19-Bundesliga aktiv waren, kickt aber inzwischen in der vierten, fünften oder sechsten Liga. Andere sind nur noch unterklassig aktiv oder konzentrieren sich ganz auf den Beruf. (cd)

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