OFC 2:0 erster Sieg gegen FSV Frankfurt seit 2018 / Elfmeter und Eigentor

„Ein guter Tag für Offenbach“

Der Ex-Offenbacher Alieu Sawaneh (links) bezwingt den Ex-Offenbacher Daniel Endres im FSV-Tor mit einem Eigentor zum 2:0.
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Der Ex-Offenbacher Alieu Sawaneh (links) bezwingt den Ex-Offenbacher Daniel Endres im FSV-Tor mit einem Eigentor zum 2:0.

Ein Elfmeter und ein Eigentor eines ehemaligen OFC-Talentes bescheren Kickers Offenbach den ersten Sieg gegen den FSV Frankfurt 1899 seit 2018. Trainer Sreto Ristic ist zufrieden, vor allem mit einem Spieler. Lediglich eine Sache missfällt ihm etwas.

Frankfurt - Am Ende hatten die Spieler der Offenbacher Kickers sogar noch die Kraft für einen beherzten Spurt. In höchstem Tempo rannten sie im Stadion am Bornheimer Hang auf den Gästeblock zu und ließen sich dort auf die Knie fallen - unter dem frenetischen Applaus der zahlreichen OFC-Anhänger, die die Partie beim FSV Frankfurt stimmungsmäßig zu einem Heimspiel gemacht hatten. Grund zur Freude gab es allemal. Zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren haben die Kickers wieder das kleine Mainderby gewonnen. 2:0 (1:0) stand es am Ende. Und ausgerechnet ein ehemaliger OFC-Spieler half dabei entscheidend mit.

„Wir sind sehr froh, dass wir es diesmal geschafft haben, das Derby zu gewinnen und das auch noch hochverdient. Für Offenbach ist das ein guter Tag“, sagte Kickers-Trainer Sreto Ristic, dessen Mannschaft sich durch den zwölften Sieg im 18. Saisonspiel vom vierten auf den dritten Rang verbesserte - bei zwei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Mainz 05 II. Der FSV geht hingegen als Vorletzter schweren Zeiten entgegen. Zumal in der nächsten Partie der Zweite Ulm wartet.

Bei den Kickers ersetzte erwartungsgemäß Jayson Breitenbach den angeschlagenen Osarenren Okungbowa in der Innenverteidigung. Der gelernte Außenverteidiger war schon beim letzten Spiel gegen den VfB Stuttgart II (3:1) eingesprungen, als Okungbowa nach einer Stunde mit muskulären Problemen vom Platz musste. Damals hatte er seine Sache ordentlich gemacht. Diesmal war die „Aushilfe“ bester Mann. „Er war hinten nahezu fehlerlos und hat auch nach vorne gute Pässe gespielt. Das war in beide Richtungen stark. Ein Riesenkompliment“, lobte der Trainer, der es bei einer Änderung in der Startelf beließ. Florent Bojaj stand nach auskurierter Erkältung zwar wieder im Kader, saß jedoch zunächst auf der Bank. Mathias Fetsch begann dafür erneut.

Fetsch war es auch, der in der 23. Minute von Ivan Franjic im Strafraum gefoult wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Tunay Deniz sicher vor dem Offenbacher Fanblock zur keineswegs unverdienten Führung. Es war der erste Treffer für die Kickers gegen den FSV nach 388 torlosen Minuten.

Der OFC hatte bis dahin bereits die bessere Spielanlage gezeigt und insgesamt etwas mehr von der Partie gehabt. Bereits nach wenigen Sekunden gab Serkan Firat den ersten Torschuss ab, sein Fallrückzieher stellte den Ex-Offenbacher im FSV-Tor, Daniel Endres, aber vor keine Probleme. Die Gastgeber waren zumeist bei hohen Bällen gefährlich. „Wir hatten ein paar Probleme bei Standards und langen Einwürfen“, gab Ristic zu. „Im Grunde haben wir es aber gut verteidigt und wenig zugelassen.“ Frankfurts Torjäger Arif Güclü scheiterte aus spitzem Winkel (29.), zudem verpasste der Ex-Offenbacher Dren Hodja zweimal knapp (26./36.).

Der überlegene OFC hätte schon vor der Pause erhöhen können, ja, sogar müssen. Erst traf Sebastian Zielenicki nach einer Ecke per Kopf die Latte und Rafael Garcia ballerte übers Tor (39.), dann schlenzte Garcia den Ball knapp vorbei (43.), wobei der Schuss abgefälscht war.

Kurz nach der Pause dann bereits die Vorentscheidung. Nach einer Flanke von Garcia verlängerte der Ex-Offenbacher Alieu Sawaneh den Ball unglücklich per Kopf über Endres hinweg in das eigene Tor (49.). „Es ist symptomatisch für unsere Situation, dass die Gegentreffer durch Elfmeter und ein Eigentor fallen“, haderte Thomas Brendel, Trainer und Sportlicher Leiter des FSV. „Wir haben nach dem 2:0 etwas die Ordnung verloren und konnten nicht mehr nachlegen.“

Der OFC spielte hingegen fast mit der ersten Elf durch. Ristic wechselte erst in den Schlussminuten, als die Partie längst entschieden war. „Es war ein faires Derby und insgesamt vernünftig. Auch die Stimmung war gut“, resümierte der Kickers-Coach. Lediglich eine Kleinigkeit missfiel ihm etwas: „Wir haben es nach dem 2:0 verpasst, das dritte und vierte Tor nachzulegen.“ Chancen dazu waren reichlich vorhanden. Jedoch hatte auch der FSV noch ein paar Möglichkeiten, die größte in der 63. Minute, als gleich zwei Frankfurter im Fünfmeterraum den Ball verpassten und Flauder den Nachschuss von Hodja glänzend parierte (63.) Da hätte es noch mal etwas spannend werden können.

Von Christian Düncher

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