Schlussmann auch notenbester Kickers-Spieler der ersten Saisonhälfte

OFC: Endres nicht nur im Tor die Nummer eins

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Jubel über den 3:1-Sieg beim Erzrivalen Waldhof Mannheim: OFC-Torwart Daniel Endres hatte nach der Partie von uns die Note 1.5 erhalten, ebenso nach dem folgenden Spiel gegen Balingen. Eine glatte 1 gab es beim Spiel in Homburg – trotz 1:2-Pleite. 

Offenbach - Winterpause in der Regionalliga Südwest, Zeit für das Halbjahreszeugnis der Offenbacher Kickers: Der mit Abstand notenbeste Spieler musste vor der Saison um seinen Stammplatz kämpfen. Von Christian Düncher

Auf den drei folgenden Plätzen ging es ganz eng zu: 21 der 25 Spieler des Profi-Kaders kamen zum Einsatz.

KLASSENBESTER

Daniel Endres (20 Spiele/davon 20 benotet/0 Tore): Nach einer durchwachsenen Spielzeit 2017/18 und einigen unglücklichen Aussagen verlor das Urgestein das Kapitänsamt an Abwehrspieler Benjamin Kirchhoff und musste um den Stammplatz im Tor kämpfen. Der 33-Jährige setzte sich durch und ließ fortan Taten statt Worte sprechen. Endres, der öffentlich schweigt, intern jedoch weiter einiges zu sagen hat, spielte eine fast fehlerfreie erste Saisonhälfte. 2,4

VORNE DABEI

Ko Sawada (20/20/3): Der Japaner spielte vergangene Saison zumeist rechts im Mittelfeld und verletzungsbedingt nur 14-mal. In der aktuellen Runde auf der „Sechs“ absolute Stammkraft. Für Trainer Daniel Steuernagel „einer der besten, wenn nicht sogar der beste Balleroberer in dieser Liga.“ Mit sieben Vorlagen zudem bester Offenbacher Torvorbereiter. 2,78

Benjamin Kirchhoff (18/17/6): Seit dieser Spielzeit Kapitän. Geht auch leistungsmäßig voran. Der 24-jährige Innenverteidiger gibt der Abwehr Sicherheit und traf diese Saison schon sechsmal. Persönlicher Rekord. 2,79

Serkan Firat (20/20/11): Spielt zumindest zahlenmäßig seine stärkste Saison im Kickers-Trikot. Mit elf Treffern ist der linke Außenangreifer bester OFC-Torschütze sowie zweitbester der Liga. Glänzte noch sechsmal als Vorbereiter. Hat sein Defensivverhalten deutlich verbessert, offensiv zum Teil noch zu verspielt. 2,8

Luka Garic (16/15/1): Könnte noch in der U19 spielen, hat sich aber einen Stammplatz erkämpft – und das auf der anspruchsvollen Sechser-Position. Das 18-jährige Eigengewächs ist eine der Entdeckungen der Saison. 2,9

Jake Hirst (16/16/8): Der 22 Jahre alte Überflieger aus der 8. Liga war bereits achtmal „on fire“, ist damit der zweitbeste Torschütze. Enorm lauffreudig, gute Vollstreckerqualitäten. Ein Glücksgriff. 2,97

IM SOLL

Lucas Albrecht (14/13/0): Der drittliga-erprobte Zugang aus Kassel sollte den Abgang von Stefano Maier kompensieren. Verpasste verletzt einen Teil der Vorbereitung, erkämpfte sich aber einen Stammplatz. Bei Standards war der gelernte Stürmer bislang aber kaum ein Faktor. 3,27

Maik Vetter (19/19/3): Traf in der vergangenen Spielzeit als Aushilfsstürmer zehnmal. In der aktuellen Runde auf dem rechten Flügel im Einsatz. Damit hatte er anfangs Probleme. Zuletzt dreimal Vorbereiter. Steuerte zudem drei Tore bei. Kämpferisch ohnehin ein absolutes Vorbild. 3,32

Francesco Lovric (15/11/0): In die Saison ging er als Innenverteidiger Nummer drei und war da, wenn man ihn benötigte. Spielte zuletzt auch aufgrund der Umstellung auf Dreierkette regelmäßig. 3,32

Jan Hendrik Marx (17/17/0): Vergangene Saison Leistungsträger, dem der Sprung in die 3. Liga zugetraut wurde. Diese Saison unterliefen ihm einige ungewohnte Fehler. Drei Spiele am Stück nicht berücksichtigt, zuletzt aber mit klar aufsteigender Tendenz. 3,35

Dennis Schulte (9/6/0): In der Abwehr zentral und links eigentlich nur zweite oder dritte Wahl. Brachte es dennoch auf neun Einsätze und spielte stets solide. Verlässlicher Verteidiger mit überschaubaren Offensivqualitäten. 3,5

LUFT NACH OBEN

Varol Akgöz (11/5/2): Obwohl jetzt Voll-Profi, kam er nicht über die Rolle des Jokers hinaus, in der er vergangene Saison geglänzt hatte. Allerdings bremsten ihn immer wieder Knieprobleme. 3,6

Julian Scheffler (15/14/0): Der Zugang vom 1. FC Nürnberg II sollte links hinten den Abgang von Alexandros Theodosiadis kompensieren. Das gelang mal mehr, mal weniger gut. Der Rechtsfuß muss konstanter werden. 3,64

Florian Treske (13/12/3): Der Rekordtorjäger der Regionalliga Südwest beendet die Karriere zum Jahresende aus gesundheitlichen Gründen. Verletzungen waren der Hauptgrund dafür, dass der 31-Jährige nicht mehr so oft traf wie vergangene Saison. 3,7

Serkan Göcer (6/5/0): Wie das gesamte Team hatte er keinen guten Saisonstart. Wurde dann zehnmal in Folge nicht berücksichtigt. Zwischenzeitlich durfte er dreimal ran und macht es ordentlich, zuletzt jedoch wieder außen vor. 3,7

Dren Hodja (16/14/1): Der beste Kickers-Torschütze der vergangenen Saison (14) tut sich extrem schwer damit, dass er defensiver agieren muss und weniger Freiheiten hat. Hatte zudem lange daran zu knabbern, dass er in Walldorf den möglichen Sieg vergab, als er per Elfmeter scheiterte. 3,75

Niklas Hecht-Zirpel (9/2/0): Im Training einer der Besten, zeigt das jedoch im Spiel viel zu selten. Enttäuschte vor allem als Einwechselspieler gegen Saarbrücken. Feiner, aber sensibler Techniker, der Vertrauen benötigt. 4

Ihab Darwiche (6/4/0): Musste aufgrund eines Mukelbündelrisses sieben Spiele lang zusehen. Das ist jedoch nicht der Hauptgrund für die schwache Bilanz (kein Tor, keine Vorlage) des Mannes, der so viel Offensivpotenzial hat. Symptomatisch: Beim Spiel in Homburg leitete er die Szene ein, die zum 1:1 führte, ließ dann aber vor dem 1:2 seinen Gegenspieler ziehen. 4,13

Kevin Ikpide (11/3/0): Hat seine schlechte Gesamtnote vor allem dem persönlichen Horrorstart zu verdanken. Im ersten Spiel verursachte er ein Gegentor, wurde ausgepfiffen und zur Pause ausgewechselt (Note: 5,5). In den folgenden elf Partie nur selten und in der Endphase eingewechselt. Wirkte verunsichert. In den letzten drei Partien war sein Potenzial aber zu sehen. 4,3

Bilder: Kickers Offenbach gewinnt gegen FSV Mainz 05 II

NEBENROLLEN

Marco Ferukoski (3(3/0): Wartet auch in seiner zweiten Profi-Saison auf den Durchbruch. Spielte dreimal in Folge, seitdem aber nicht mehr. In Mazedoniens U21 wurde der Außenangreifer zuletzt links hinten eingesetzt.

Christos Stoilas  (4/2/0): Vergangene Saison 19-mal eingesetzt, diese bisher erst viermal - jeweils als Einwechselspieler. Zweimal durfte er ab der Pause als linker Verteidiger ran. In Freiburg machte er es passabel (3,5), in Homburg patzte er mehrfach (5).

ZUSCHAUER

Sebastian Brune: Hatte auch in der Hoffnung, die Nummer eins zu werden, vor der Saison bis 2019 verlängert. Verlor in der Vorbereitung aber das Duell mit Daniel Endres. Kam nur in den zwei Hessenpokalspielen zum Einsatz.

Bilal Jomaa Zabadne: Das 20-jährige Eigengewächs stand aufgrund der U23-Regel zwar an Spieltagen häufiger im Kader als Brune, spielte jedoch keine Sekunde.

Gerrit Gohlke: Der aus der OFC-Jugend stammende Innenverteidiger saß in seiner ersten Saison als Profi nur zweimal auf der Bank. Hinterließ im Test gegen Mainz 05 einen guten Eindruck.

Semih Sentürk: Zu Saisonbeginn bremsten ihn die Folgen einer Schulteroperation, später dann eine Adduktorenverletzung. Kann auf der Sechs und rechts spielen, überall ist die Konkurrenz stark. Saß lediglich zweimal auf der Bank.

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