Firat und Hirst sacken ab, Talent Garic weit vorne

Saison-Noten: Endres verabschiedet sich als Klassenbester

+
Kleine Genugtuung für Daniel Endres: Der langjährige OFC-Torwart (Mitte, nach seinem letzten Spiel für die Kickers), der den Verein nach 24 Jahren verlassen muss, hatte in der abgelaufenen Saison den besten Notenschnitt.

Er hatte die Rangliste schon in der Winterpause angeführt und liegt auch nach dem Saisonende alleine vorne: Torwart Daniel Endres war in der abgelaufenen Runde mit Abstand der notenbeste Spieler der Offenbacher Kickers, muss den Verein aber bekanntlich verlassen.

Offenbach – Ebenso Serkan Firat. Der Topscorer, im Winter noch Vierter, hielt sein Niveau nicht.

KLASSENBESTER

Daniel Endres (31 Spiele/davon 31 benotet/0 Tore): Der dienstälteste OFC-Spieler (mit einem Jahr Pause schon seit 1995 im Verein) war auch in der zweiten Saisonhälfte ein sicherer Rückhalt. 2019 ließ er in 14 Partien nur 13 Gegentore zu, spielte sechsmal zu null. Das belegt, dass sein Aus beim OFC keine sportlichen Gründe hat. 2,5

VORNE DABEI

Ko Sawada (34/34/6). Der Japaner behauptete den Rang als notenbester Feldspieler. War eine der wenigen Konstanten, nicht nur, weil er als einziger alle 34 Partien absolvierte. Drittligist Mannheim war an ihm interessiert. 2,8

Benjamin Kirchhoff (31/31/6). Mit acht Verwarnungen „Kartenkönig“. Erzielte sechs Tore – alle 2018. In der Winterpause schon Dritter des Notenrankings. Vermisste, obwohl er Kapitän war, das Vertrauen und wechselt zu Ligarivale Steinbach. 2,9

Luka Garic (27/24/1). Der 18-jährige Führerschein-Neuling soll die U19 in den Aufstiegsspielen zur Bundesliga unterstützen. Bei den Profis war er bereits Stammkraft im Mittelfeld. 2019 in elf von 14 Begegnungen eingesetzt. Wahrte seinen Notenschnitt. 2,9

IM SOLL

Serkan Firat (33/31/11). Der Topscorer des OFC (zehn Tore, elf Vorlagen) ließ in der zweiten Saisonhälfte deutlich nach. Mit 33 Einsätzen zwar einer der Dauerbrenner, traf nach der Winterpause jedoch nicht mehr. Alleine an dem Hörsturz, unter dem er zu Beginn des Jahres litt, lag das nicht. Wollte in die 3. Liga, der OFC wollte aber nicht auf ihn warten und plant nun ohne den Linksaußen. RW Essen soll Interesse haben. 3,2

Jan Hendrik Marx (27/27/0). Bestätigte die aufsteigende Tendenz, die er bereits gegen Ende der ersten Saisonhälfte gezeigt hatte. Der Mann aus dem eigenen Nachwuchs war rechts hinten konkurrenzlos. Will nun bei Drittligist Mannheim den nächsten Schritt machen. 3,2

Dennis Schulte (12/9/1). War nach Endres der dienstälteste Spieler im Profi-Kader. Verlässlicher Links- und Innenverteidiger, wurde aber nur noch selten eingesetzt. Erzielte am vorletzten Spieltag sein einziges Saisontor. Erhält keinen Vertrag mehr und wird sich vermehrt auf seinen Bürojob konzentrieren. 3,2

Francesco Lovric (28/24/1). In der Winterpause der vergangenen Saison als defensiver Mittelfeldspieler geholt, inzwischen Stammkraft im Abwehrzentrum. Fehlte 2019 nur in einer Partie. 3,3

Maik Vetter (31/31/5). Publikumsliebling. Kam oft zum Einsatz – und oft auf anderen Positionen, 2019 zumeist im linken Mittelfeld. Vorbild in Sachen Einsatz. 3,4

Jake Hirst (29/25/9). War bis zur Winterpause achtmal „on fire“ (Notenschnitt: 2,97). Im Jahr 2019 fiel der Überflieger aus der Kreisoberliga jedoch in ein Leistungsloch, traf nur noch einmal. Zuletzt war die Tendenz steigend. 3,4

Lucas Albrecht (25/25/1). In der Abwehr Stammkraft, sofern er fit ist. Der zweit- und drittliga-erprobte 28-Jährige soll künftig noch mehr Verantwortung übernehmen. 3,4

Dren Hodja (25/22/3). Der beste OFC-Schütze der Saison 2017/18 (14 Tore) traf in der abgelaufenen Spielzeit bloß dreimal, auch weil er defensiver agieren musste. Kam damit nicht klar. 13-mal ausgewechselt: interner Topwert. Muss gehen. Homburg gilt als mögliches Ziel. 3,4

Varol Akgöz (19/12/4). Verbesserte seinen Notenschnitt etwas, rückte eine Kategorie nach oben. Ist als Stürmer (vier Tore) aber weiter nur Joker. Wechselkandidat. 3,4

Moritz Reinhard (13/10/5). Kam im Winter aus der Gruppenliga. Hat mit fünf Treffern eine gute Quote, aber in anderen Bereichen noch etwas Nachholbedarf. 3,4

LUFT NACH OBEN

Niklas Hecht-Zirpel (19/9/3). Gilt als Trainingsweltmeister, kam in der Liga aber erst spät in Schwung. Erzielte zwei seiner drei Tore in den letzten drei Spielen. 3,7

Julian Scheffler (18/15/0). Kam nach der Winterpause nur noch dreimal zum Einsatz – für insgesamt 87 Minuten. Der Linksverteidiger galt als Streichkandidat, will jedoch bleiben. 3,7

Serkan Göcer (6/5/0). Sollte im Winter gehen, blieb aber und kam seitdem nicht mehr zum Einsatz (nur zweimal im Kader). Erweitert künftig die Fraktion der Ex-Offenbacher bei Ligarivale Homburg. 3,7

Marko Ferukoski (7/6/0). Das Eigengewächs kam nach der Winterpause viermal in Folge zum Einsatz, überzeugte die Verantwortlichen aber nicht. Darf sich trotz Vertrages einen neuen Club suchen. Sein neuer Berater ist Patrick Falk (u.a. einst OFC). 3,8

Kevin Ikpide (20/10/1). Im Vergleich zur Hinrunde zwar deutlich verbessert, von einem Stammplatz aber immer noch ein Stück weit entfernt. Der Defensivmann wurde immerhin zwölfmal eingewechselt: interner Höchstwert. 4

Christos Stoilas (6/4/0). Das einst vom Offensivmann zum Linksverteidiger umgeschulte Eigengewächs sollte in der Winterpause bereits gehen. Kam noch zu zwei Einsätzen, überzeugte aber nicht. 4,1

NEBENROLLEN

Sebastian Brune: Stand nur gegen Dreieich (1:0/Note: 2,5) und in Worms (4:1/3) im Tor. Muss den OFC verlassen.

Gerrit Gohlke: Der Innenverteidiger, der seit der U10 beim OFC spielt, deutete bei vier Einsätzen (Notenschnitt: 2,9) sein Potenzial an.

Jakob Lemmer: Der rechte Außenangreifer aus der U19 durfte in Balingen (2:2) 25 Minuten lang rang und bereitete prompt ein Tor vor. Erhielt einen Profivertrag.

Matias Pyysalo: Der Winterzugang verletzte sich nach seiner Verpflichtung, fiel daher länger aus. In der Endphase der Saison kam der finnische Offensivspieler zu vier Einsätzen (165 Minuten), bereitete dabei ein Tor vor.

Bilal Jomaa Zabadne: Beim 2:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart II hatte das Torwart-Eigengewächs den einzigen Einsatz. Sah einmal nicht gut aus. Muss gehen.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Lesen Sie auch:

Stadtwerke-Gruppe weitet Budget für Spenden und Sponsoring aus - dank OFC-Stütze

Francesco Lovric bleibt beim OFC

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare