Noch mindestens drei Wochen ohne Theodosiadis

Enttäuschung nach der Generalprobe

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Im Trainingszentrum des Erstligisten 1899 Hoffenheim in Zuzenhausen unterlagen die Offenbacher Kickers der Hoffenheimer Reserve im letzten Testspiel vor der Rückrundenfortsetzung mit 1:4 (1:0). Innenverteidiger Stefano Maier (Mitte) leitete kurz nach der Halbzeit mit einem Fehlpass den zwischenzeitlichen Ausgleich ein. Links: Maik Vetter.

Offenbach - Selbstvertrauen hatten die Offenbacher Kickers im Trainingslager getankt. Im letzten Test vor der Fortsetzung der Rückrunde mit der Partie bei Hessen Kassel (Montag, 5.2. , 20.15 Uhr, live Sport1) war davon aber nichts zu sehen. Einen Tag nach der Rückkehr aus Spanien zeigte der OFC beim Ligarivalen 1899 Hoffenheim II eine schwache Leistung. Von Christian Düncher

Die Daunenjacke und die Handschuhe schützten Sead Mehic etwas vor der Kälte. Die Leistung der Mannschaft auf dem Platz war hingegen wenig erwärmend. Entsprechend unterkühlt fiel nach dem Auftritt der Offenbacher Kickers im letzten Testspiel vor dem Start der Restsaison die Reaktion des OFC-Sportdirektors aus. Der 42-Jährige machte keinen Hehl daraus, dass man sich die Generalprobe fürs erste Ligaspiel des Jahres anders vorgestellt hatte, war aber zugleich darum bemüht, die 1:4 (1:0)-Pleite bei Regionalliga-Rivale 1899 Hoffenheim II sachlich einzustufen.

Eine Niederlage in einem Testspiel sei „grundsätzlich nicht schlimm“, betonte Mehic. „Entscheidend ist, welche Erkenntnisse man daraus zieht.“ Man habe immerhin noch eine Woche Zeit, das aufzuarbeiten, „was nicht so gut war“. Und das überwog diesmal. Positiv war aus Mehic’ Sicht lediglich, dass es „nach einer anstrengenden Woche keine großartgen Verletzungen“ gab. Auch das Tor von Serkan Firat, der mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit aus rund 20 Metern zum 1:0 für den OFC in den Winkel getroffen hatte, hob er hervor. „Ein schöner Freistoß“, lobte der Sportdirektor, betonte jedoch: „Ich hatte das Gefühl, dass wir nur durch eine Standardsituation zu einem Tor kommen konnten. Wir waren vom Kopf her langsamer als der Gegner und im letzten Drittel nicht so gefährlich, wie wir es sonst eigentlich sind.“

Ohnehin: „Das, was sonst gut ist, hat diesmal nicht so geklappt. Wir können es besser“, stellte Mehic klar. Eine Erklärung für den schwachen Auftritt hatte aber auch er nicht. Dass es der zweite Test innerhalb von weniger als 48 Stunden und man erst am Tag zuvor aus dem Trainingslager zurückgekehrt war, wollte er nicht als Ausrede gelten lassen. „Es ist ja nicht so, dass die Kräfte nachließen. Schon die erste Hälfte war nicht überzeugend, da hatte der Gegner drei gute Chancen. Das ganze Spiel war nicht gut, das ist enttäuschend.“

Bilder: OFC verliert Testspiel

Der Spordirektor wollte das alles aber nicht überbewerten: „Es war ein Test, mehr nicht.“ Viel probiert wurde zunächst aber nicht. Trainer Oliver Reck begann weitestgehend mit dem Personal, das auch im letzten Ligaspiel die Startelf gebildet hatte. Die einzige Änderung: Neuzugang Francesco Lovric ersetzte Niklas Hecht-Zirpel. Der ebenfalls in der Winterpause verpflichtete Grgo Zivkovic wurde in Hälfte zwei eingewechselt. Insgesamt kamen 17 Spieler zum Einsatz.

Mit Blick aufs Spiel in Kassel sage die Aufstellung wenig aus, so Mehic. „Wir haben keine Stammelf, brauchen alle Spieler.“ Auffallend war, dass unter anderem die Etablierten patzten. Vor dem 1:1 spielte Abwehrchef Stefano Maier einen Fehlpass, beim 1:4 verschätzte sich Torwart Daniel Endres. „Wir waren insgesamt ein paar Mal zu langsam“, kritisierte Mehic. „Hoffenheim hat das aber auch gut gemacht. Gegen die muss man jede Sekunde konzentriert sein. Dass sie vier Tore erzielt haben und noch zwei Chancen hatten, zeigt, dass das nicht der Fall war.“

OFC im Winter-Trainingslager in Spanien: Bilder

Sorgen bereitet das dem Sportdirektor noch nicht. Er hat im Trainingslager gesehen, „dass die Abläufe zum Großteil stimmen“, und gibt sich daher gelassen: „Es ist entscheidend, dass man auf den Punkt voll auf der Höhe ist.“ So wie vor der Saison: Da hatte der OFC unter anderem einen Test gegen die Stuttgarter Kickers 1:4 verloren, dann aber aus den ersten sechs Spielen 16 von 18 möglichen Punkten geholt. Nach zwei freien Tagen geht morgen die Vorbereitung auf das Kassel-Spiel weiter. Von den Verletzten hat nur Varol Akgöz Chancen, bis dahin fit zu sein. Alexandros Theodosiadis fällt eigener Aussage zufolge mindestens noch drei Wochen aus.

Kickers Offenbach: Endres - Marx (63. Sentürk), Maier, Kirchhoff, Schulte (63. Stoilas) - Darwiche (49. Sawada), Lovric (46. Rapp), Hodja (63. Zivkovic), Firat (46. Hecht-Zirpel) - Vetter, Treske

Tore: 0:1 Firat (45.), 1:1 Hack (49.), 2:1 Viventi (50.), 3:1, 4:1 Owosu (70., 77.)

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